Der Geschäftsführer der ENCW, Horst Graef (zweiter von links), sagt: „Die Schranke muss weg.“ Das sehen auch so (von links) der Oberbürgermeister Florian Kling, Rainer Stotz von der Parkraumverwaltung sowie Tomislav Putak, Abteilungsleiter Facility Management bei der ENCW. Sie tragen eine Schranke symbolisch fort. Foto: Pauline Szyltowski

Das Calwer Parkhaus ZOB kommt seit einigen Wochen ohne Parkschein und Schranke aus. Die ENCW erklärt, wie das neue System funktioniert und wann auch die anderen Parkhäuser im Stadtzentrum umgerüstet werden.

„Wir hatten uns für das Parkhaus ZOB als Testobjekt entschieden, weil es nicht im Zentrum liegt“, sagt Tomislav Putak, Abteilungsleiter Facility Management von der Energie Calw (ENCW). Er zeigt sich zufrieden mit der Testphase und der Umstellung auf das schrankenfreie Parken. Elvir Filipovic vom Servicepoint im ZOB sagt bestätigend: „Es läuft.“

 

Vertreter der ENCW und Oberbürgermeister Florian Kling hatten ins Parkhaus geladen, um das neue Skidata-Parksystem vorzustellen.

Bezahlen Putak berichtet, dass es im Vorfeld der Umstellung viel Austausch gab mit anderen Kommunen und Stadtwerken, die Parkhäuser betreiben. Dass Calw nun die Schranken komplett abschaffen möchte, sei bei den Gesprächspartnern auf Verwunderung gestoßen, sagt er.

Ist die Gefahr nicht groß, dass die Parker ohne zu zahlen wegfahren? Bisher sei es noch nicht vorgekommen, so Putak. Im Fall der Fälle könnte er sich jedoch bei der Zulassungsstelle die Kontaktdaten der Fahrzeughalter besorgen. Denn bei der Ein- und Ausfahrt werden die Kennzeichen, und tatsächlich nur diese, so Putak, mit einer Kamera registriert und so auch die Parkzeit erfasst.

„Die Kennzeichen bleiben solange im System, bis die Parkgebühren gezahlt wurden“, erklärt Putak weiter. Werde es versäumt, fristgerecht zu zahlen, verlangt die ENCW im Nachgang die Parkgebühr und zusätzlich eine Bearbeitungsgebühr von 25 Euro.

Digitale Zahlungsmethoden kommen 2024

Apropos fristgerecht: Ab 2024 sollen digitale Zahlmethoden eingeführt werden. Die Parker können dann nicht nur direkt am Schalter in bar oder per Geldkarte zahlen, sondern auch über die Skidata-App und das bis zu 48 Stunden nachdem man das Parkhaus wieder verlassen hat.

Technikprobleme Die Technische Umrüstung und die Anschaffung der Kameras waren eine Investition, die sich lohnen werde, da sind sich die Anwesenden einig. Der Geschäftsführer der ENCW, Horst Graef drückt es so aus: „Die Schranken haben manchmal Probleme gemacht.“ Er spielt auf die Wartungskosten der Anlagen an, die in Zukunft wegfallen. Ebenso wegfallen würden auch rund eine Million Parktickets in Papierform, die laut Putak jährlich gedruckt worden seien. Alles in allem entstünden unterm Strich weniger Kosten als bisher und das obwohl noch in Bildschirme investiert werde. Diese sollen den Fahrern, so Graef, anzeigen, dass ihre Fahrt in und aus dem Parkhaus registriert worden ist.

Niedrige Schwellen und neue Schweller

Schweller Registriert habe die ENCW auch ein paar Nebeneffekte des schrankenlosen Systems: Es gebe morgens und abends keinen Stau der Dauerparker mehr. Neu hinzugekommen seien Schweller. Der Strom an Autos verlaufe nun zwar „flüssiger“, so Putak, aber dadurch auch wesentlich schneller. Die Schweller, von denen bereits ein Teil auf den Fahrbahnen angebracht wurde, sollen dafür sorgen, dass Fahrer die Geschwindigkeit drosseln.

Noch ein Nebeneffekt, so freut sich der OB, sei auch, dass die Hemmschwelle das Parkhaus zu nutzen nun niedriger sei als zuvor.

2024 Nachdem es monatelang Verzögerungen aufgrund von Lieferengpässen etwa bei den Kameras gab, geht es nun schnell: Im Januar werden weitere Parkhäuser umgestellt, als nächstes am Markt. Die Umrüstung wäre auch schon früher möglich gewesen, doch es wurde bewusst darauf verzichtet, so Putak. „Wir wollten zum Weihnachtsgeschäft kein Schrankenchaos“, sagt er.

Parkleitsystem Bisher überträgt Skidata übrigens noch fehlerhafte Zahlen an das Parkleitsystem, worauf der OB hinweist. Doch auch das soll spätestens Anfang 2024 behoben werden, so Putak.