Mitten im Ort zwischen Wasen- und Gartenstraße entsteht im Althengstetter Ortsteil Ottenbronn ein großes neues Wohngebiet. Foto: Tröger

Innerhalb des geplanten neuen Baugebiets "Wasenäcker" in Ottenbronn ist ein Quartiersplatz vorgesehen, der durch umliegende mehrgeschossige Gebäude mit circa 30 Wohneinheiten gebildet werden soll. Parallel zum Bebauungsplan wird für das Areal ein Architekten- beziehungsweise Investorenwettbewerb ausgelobt.

Althengstett - Dem Konzept hierzu und Auslobungstext hat der Althengstetter Gemeinderat in der letzten Sitzung des Jahres geschlossen zugestimmt. Die Gemeinde- und Ortschaftsräte, die dem Beurteilungsgremium angehören, haben noch die am Wettbewerb teilnehmenden Investoren zu bestimmen.

Der aufgestellte Bebauungsplan umfasst eine große, innerörtliche Freifläche zwischen Garten- und Wasenstraße. Auf einer Fläche von rund 3500 Quadratmetern soll sich innerhalb des neuen Baugebiets "ein lebendiges, gemischtes Quartier von hoher städtebaulicher und architektonischer Qualität entwickeln" ist als Planungsziel des Wettbewerbs festgelegt. Der Quartiersplatz soll "als soziales Zentrum sowie als Identifikationsmerkmal des Plangebiets" dienen. Im Erdgeschoss der angedachten vier mehrstöckigen Gebäude sind beispielsweise Büros und Praxen möglich. Ein südlich sich anschließender Mehrgenerationenpark soll die öffentliche Begegnungsstätte abrunden. Der Wettbewerb wird betreut vom Erschließungsträger des Baugebiets "Wasenäcker", der Kommunalberatung & Infrastrukturentwicklung KBB aus Baden-Baden.

Ruf nach eigener Wohnbaugesellschaft

Ein Drittel der Wohnungen in der Größe von etwa 60 bis 160 Quadratmetern sollen als "preisgedämpfte" Wohnungen entstehen. An diesem Terminus entzündete sich eine längere Diskussion. Lothar Kante forderte, im Konzept genauer zu erklären, was "preisgedämpft" bedeuten soll. Denn "bei so einem großen Baugebiet müssen wir es hinbekommen, dass eine exemplarische Menge an bezahlbarem Wohnraum entsteht". Das müsse als Prämisse ganz oben stehen. "Wir müssen darauf achten, dass wir nicht Investoren im Hochpreissegment auswählen, sondern auch solche Unternehmen berücksichtigen, die sich im Segment sozialer Wohnungsbau bewegen." Bei den im Auslobungstext aufgeführten fünf Unternehmen (drei davon hat die Gemeinde ausgewählt, zwei sind Vorschläge der KBB) sah er diesen Schwerpunkt nicht. Und weiter: "Dieses Projekt schreit förmlich danach, jetzt zügig mit der eigenen Wohnbaugesellschaft an den Start zu gehen".

Preisexplosion wegen strengerer Vorgaben

Bei den derzeitigen Preissprüngen im Baugewerbe wisse man nicht so genau, was preisgedämpft sei, wandte der Leiter des Ortsbauamtes Hans Wurster ein, "das sind Dinge, die wir den Investoren überlassen sollten". Zudem würden immer strengere Vorgaben wie bei der Dämmung die Preise in die Höhe treiben, so der Bauamtschef. Kante ließ nicht locker. Bürgermeister Clemens Götz forderte schließlich, wer die Frage stelle, solle auch mal eine Antwort geben. "Dann nenne ich mal Namen, zum Beispiel die Hoffnungshäuser", so Kante. Richard Dipper, der Ortsvorsteher von Ottenbronn, machte schließlich einen Vorschlag zur Güte: "Wir schreiben ›sozialer Wohnungsbau‹ rein, der wird gefördert und der Investor kann sich darauf einstellen." Man könne auch zwei der aufgeführten Investoren ersetzen, zum Beispiel mit den Erbauern von Hoffnungshäusern oder dem Investor, der das gemeindeeigene Gebäude "Am Gleis" projektiert hat, schlug Dipper vor. Er betonte, dass "alles bewusst sehr vage gehalten" sei im Auslobungstext, damit die Investoren kreativ sein können. "Und wir haben doch die Möglichkeit, die Ideen aus dem Wettbewerb zu mischen."

Es bleibt beim Begriff "preisgedämpfter Wohnungsbau"

Angelika Holzäpfel sprach sich dafür aus, das Konzept wie im Auslobungstext beschrieben, beizubehalten, man habe sich im Ortschaftsrat in Ottenbronn einstimmig dafür entschieden. In anderen Bereichen des Bebauungsplans könne man den sozialen Wohnungsbau forcieren, "beim exponierten Quartiersplatz sollten wir die bisherige Linie fahren". Schließlich blieb es beim Terminus "preisgedämpft". Jedoch müsse auf jeden Fall bezahlbarer Wohnraum rauskommen, betonte Kante noch einmal, "es muss uns wichtig sein, war mein ganzes Anliegen".

Der Schultes schlug vor, alle fünf Investoren zu streichen und den ins Beurteilungsgremium schon bestimmten und noch zu wählenden Gemeinderats- und Ortschaftsratsmitgliedern die neue Auswahl der am Wettbewerb teilnehmenden Investoren zu übertragen. Diese Mitglieder sind aus dem Ortschaftsrat Ortsvorsteher Richard Dipper, sowie die Ortschaftsräte Manfred Rose (Stellvertreter Samuel Zipperle) und Jürgen Walz (Stellvertreterin Anne Rigling). Aus dem Kreis der Gemeinderäte wurden in der Sitzung Hartmut Weber (Stellvertreterin Angelika Holzäpfel), Philipp Jourdan (Stellvertreter Thomas Schmidt) und Rainer Kömpf (Stellvertreter Wolfgang Bauer) gewählt. Weiter gehören dem Gremium zu Beurteilung der Beiträge Dorothea Weßling, Abteilungsleiterin Bauordnung beim Landratsamt Calw, Michael Schöffler von SCHÖFFLER.stadtplaner.architekten, und Freier Architekt Gerd Gassmann an.