Für viele Tennisspieler aus Horb und Umgebung heißt es jetzt: stark sein. Nach Jahrzehnten endet eine Ära – eine neue Sportart soll in die Tennishalle in Horb einziehen.
Nach über 40 Jahren Tennissport beginnt für die Horber Tennishalle ein neues Kapitel. Die langjährige Betreiberin Maria Köninger erklärte beim Pressegespräch: „Die Tennishalle war nicht nur ein Ort für Tennis, sondern ein Lebenswerk meines verstorbenen Mannes. Hier wurde gespielt, geredet, gelacht – ein Ort der Begegnung der Gesellschaft.“
Seit dem Tod ihres Mannes vor zweieinhalb Jahren trägt sie die Verantwortung für die Halle nicht nur wirtschaftlich, sondern auch emotional. Für ihren verstorbenen Mann sei die Halle weit mehr als ein Gebäude gewesen.
Lebenswerk von Helmut Köninger
„Sie war sein Lebenswerk – ein Ort, an dem Sport, Gemeinschaft und persönliche Begegnungen zusammenkamen. Dass hier über Jahrzehnte gespielt, geredet und gelacht wurde, erfüllte ihn mit besonderem Stolz.“ Köninger weiter: „Umso wichtiger war mir, dass die Halle weiter sportlich genutzt wird und eine langfristige Alternative erhält. Der Sport bleibt, nur die Schläger wechseln.“
Köninger betonte, dass ein Verkauf des gesamten Objekts von Anfang an keine Option war: „Ich bin seit 30 Jahren mit der Halle verbunden, sie ist ein Teil meiner Lebensgeschichte. Mir war wichtig, dass es in der Familie bleibt und gleichzeitig eine zukunftssichere Nutzung gewährleistet ist.“
Viele Interessenten für die Halle
Die Entscheidung fiel schließlich zugunsten des neuen Mieters Sebastian Krawczyk und seines Padel-Konzepts: „Mit Sebastian Krawczyk hat sich von Anfang an richtig angefühlt. Nach intensiven Gesprächen haben wir festgestellt, dass es sportlich wie wirtschaftlich überzeugt und für beide Seiten passt.“
Padel-Tennis, eine Sportart, die zunehmend in Deutschland populär wird, bietee den Vorteil einer ganzjährigen Nutzung. „Tennis war nur ein saisonaler Sport. Padel ermöglicht eine ganzjährige Nutzung, und das ist für mich ein großer Vorteil. Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit und das neue Kapitel der Halle.“
Köninger zeigte sich zugleich emotional: „Ich weiß, dass es für Tennisspielerinnen und Tennisspieler ein Schock ist, weil es immer weniger Tennishallen gibt. Am Schluss möchte ich von Herzen allen danken, die die Halle geprägt und mit Leben gefüllt haben. Sie sind ein wichtiger Teil unserer gemeinsamen Geschichte.“
So sieht das Padel-Konzept aus
Krawczyk, der bereits eine Padelhalle in Altdorf bei Böblingen betreibt, sieht große Chancen: „Ich habe den Sport damals bei einem Besuch eines Freundes in Spanien kennengelernt. Dieser Sport verbindet mehrere Generationen – das ist auch wirtschaftlich interessant.“ Deutschland sei ein Boom-Land für den Padelsport.
Für die neue Halle in Horb ist ein umfassendes Konzept geplant: Drei Full Panoramic Courts (vier Spieler), zwei Single Courts (zwei Spieler), ein offizieller Premiere League Court vom Turnier in Gijon (Spanien, „mit Unterschriften der Finalteilnehmer“) mit Auslaufzone für Ligabetrieb. „Wir wollen so wie am Standort in Altdorf sehr viel Qualität eingebracht: große Loungebereiche, Trainingsbereich, Aufwärmecke, Musikanlage – sehr hell und modern“, erläuterte Krawczyk.
„Viele Tennisspieler wechseln zu Padel“
Der Umbau soll nach dem Ende der laufenden Wintersaison ab 1. Mai beginnen. Die Eröffnung ist für September nach den Sommerferien geplant, ein Soft Opening wird möglicherweise vorausgehen. „Viele Tennisspieler wechseln zu Padel, weil es gelenkschonender ist, auf kleinerer Fläche gespielt wird und der Sozialcharakter unheimlich hoch ist. Es wird sehr viel gelacht, sehr viel Freude erlebt.“
Krawczyk betonte die regionale Einbindung: „Wir möchten die Leute hier unterstützen, die Trainer sollen aus der Region kommen, auch die Menschen, die hier arbeiten werden. Wir haben Leihschläger, Proshop, Testschläger und Abos im Konzept.“ Abschließend fasste er zusammen: „Wir lassen die Seele des Sports weiterleben.“