Die Gemeinde Loßburg hat die Anschaffung eines Notstromaggregates beschlossen – Kostenpunkt fast 100 000 Euro.
„Ich will nur gewappnet sein, wenn der Tag X kommt“, erklärte Bürgermeister Christoph Enderle die Anschaffung des neuen Notstromaggregats, die in der jüngsten Gemeinderatssitzung beschlossen wurde. „Wenn das Netz mal zusammenbricht, bist du froh um alles, was du hast“, pflichtete ihm Lombachs Ortsvorsteher Peter Weigold bei.
Die Gemeinde habe bereits einige Hallen und Feuerwehrhäuser mit einem zentralen, externen Stromanschluss von außen umgerüstet, erklärte Gerhard Keck, Leiter des technischen Gebäudemanagements.
Zudem seien bereits zwei sogenannte „Hot-Mobile“ beschafft worden, mit denen innerhalb kurzer Zeit eine Heizungsanlage ohne Strom, Öl, Gas oder Pellets weiter betrieben werden könne.
99 900 Euro für neues Notstromaggregat
Dazu werde ein mobiles Notstromaggregat mit 100 Kilovoltampere benötigt, dass mit Diesel betrieben werden kann. Hierfür wurden von der Verwaltung drei Angebote eingeholt. Das günstigste Angebot kam von der Firma AVS Aggregatebau mit einem Bruttopreis von rund 99 990 Euro. Hinzu kommen laut Keck rund 400 Euro jährlich für die Wartung.
Mit diesem könne dann das Rathaus, Kinzighaus oder das Kinderhaus im Katastrophenfall als Notlager betrieben werden. Untergestellt werden solle es im örtlichen Bauhof. Transportiert werden könne es mit einem Autoführerschein auf einem Anhänger.
Rabatt durch interkommunale Zusammenarbeit
Gemeinderat Gerhard Mäder (CDU) kritisierte die Anschaffung in Anbetracht dessen, dass die Gemeinde mit Blick auf den Haushalt derzeit doch recht klamm dastehe. Fast 100 000 Euro sind schließlich auch keine Kleinigkeit.
Zwar sei der Zeitpunkt etwas ungünstig, stimmte ihm Enderle zu, allerdings konnte in Zusammenarbeit mit anderen Kommunen im Landkreis Freudenstadt durch eine Sammelbestellung ein besserer Preis erzielt werden. Daher empfehle er zuzuschlagen.
Erinnerung an Orkan Lothar
Sollte die Gemeinde das Notstromaggregat tatsächlich einmal brauchen sei es schließlich „Gold wert“, so Enderle. Auch müsse die Gemeinde Vorkehrungen treffen für den Ernstfall. Für den Katastrophenfall mit einem kompletten Stromausfall solle schließlich jede Kommune Vorsorgemaßnahmen für die Bevölkerung und zur Aufrechterhaltung einer Verwaltungszentrale Maßnahmen ergreifen.
„Lass irgendwo ein ‚Brown-Out sein‘, lass irgendwo zwei Tage kein Strom sein“, sagte Enderle. Er denke dabei an den Ortsteil Schömberg, der während Orkan Lothar im Dezember 1999 ganze drei Tage ohne Strom und abgeschnitten vom Rest der Welt gewesen sei. Er wolle „einfach auf Ereignisse reagieren können“.