Zum neuen Logo der Stadt Nagold gehen die Meinungen auseinander. Foto: Schwarzwälder Bote

Zum neuen Nagold-Logo hat Werner Lösch aus Nagold seine eigene Meinung. Hier ist sein Leserbrief.

Nagold ist seit über 40 Jahren unsere (neue) Heimat. Wenn wir früher, als unsere Eltern noch lebten, in die Kurpfalz fuhren, sagten wir „Wir fahren in die alte Heimat.“ Bei der Rückfahrt hieß es: „Wir fahren nach Hause.“

 

Warum? Nagold ist eine lebenswerte Stadt, eine Schönheit fast. Es geht uns sehr gut hier, unsere Kinder sind hier aufgewachsen, drei von sechs Enkeln auch. Nagold war und ist für uns aber niemals eine „Marke“ gewesen. Diese Ökonomisierung des Lebens kennen wir von Karl Marx, nur dass der von „Ware“ sprach. Nagold ist für uns ein großes Stück Leben, weder Marke noch Ware. Dies zum einen.

- Als ich das neue Logo zum ersten Mal im Amtsblatt vom 16. Mai gesehen habe, dachte ich erst, es geht um eine Amöbe. Nun ja, Geschmäcker sind verschieden, und Interpretationen für Bilder, Designs oder Texte schreibe ich auf Anhieb, auch wenn ich innerlich nur lachen kann über ungelungene Veröffentlichungen.

Schließlich: Dass bei den Neuerungen die betroffenen Menschen im Vorfeld (mal wieder) nicht um Rat gefragt wurden, scheint mir typisch. Das Zauberwort „Kommunikation“ in die Tat umzusetzen ist halt schwer, wie wir es schon von der großen Politik kennen. Und man kann sich offenbar nicht vorstellen, dass das eigene Machwerk von anderen ganz anders betrachtet wird, als man es selbst sieht. Schade eigentlich!

Werner Lösch, Nagold

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