Auf den Landkreis kommt aller Voraussicht nach ein neues Millionenprojekt zu: Die Karl-Georg-Haldenwang-Schule für geistig beeinträchtigte Kinder in Bad-Teinach-Zavelstein platzt aus allen Nähten.
Die Schülerzahlen an der Haldenwang-Schule steigen und steigen. 2019 waren es noch 108 Schüler. Inzwischen nennt der Landkreis, der Träger der Schule ist, die Zahl von 140 Schülern. Und der Trend wird wohl so weiter gehen. Nach Aussagen des Schulamts in Pforzheim rechnet man in diesem Bildungssektor mit einer jährlichen Zunahme bei den Schülerzahlen von drei Prozent.
Schon jetzt fehlen sieben Klassenzimmer
Doch schon jetzt platzt die Schule in Sommenhardt aus allen Nähten. Schon jetzt fehlen sieben Klassenzimmer – Tendenz steigend. Man arbeitet inzwischen mit Containern. Von den vier Containern werden aktuell drei als Unterrichtsräume genutzt, einer als Schulbücherei. Aber auch das wird sich aufgrund steigender Schülerzahlen ändern. Ab dem neuen Schuljahr werden alle Container als Klassenräume genutzt. Und auch in den darauffolgenden Jahren geht das Improvisieren weiter. Ein Hauswirtschaftsraum, ein Förderzimmer und ein Werkraum werden wohl zum Klassenzimmer umfunktioniert. Selbst Interimslösungen im nicht weit entfernten Berufsschulzentrum Calw sind im Gespräch. Und dann ist da noch die Tatsache, dass die genutzten Container nur noch eine Lebenszeit von gut zehn Jahren haben.
Leitung, Lehrer und Eltern gegen Anbau
Eine wie auch immer geartete Erweiterung erscheint also unausweichlich. Im Gespräch war zunächst ein Anbau an die Schule, der auf der bisherigen Spielfläche seinen Platz hätte finden sollen. Doch Schulleitung, Lehrerkollegium und auch Elternvertreter erteilten diesen Plänen – vor allem aus pädagogischen Gründen – eine klare Absage, da sich dadurch die Außenflächen der Schule massiv verkleinert hätten. Auch eine Aufstockung der bisherigen Gebäude wurde geprüft: mit negativem Ergebnis. Die Statik erlaubt eine solche Erweiterung nicht.
Da kam es gelegen, dass die Stadt Bad Teinach-Zavelstein ohnehin in unmittelbarer Nähe eine bauliche Erweiterung des Bildungs- und Betreuungsangebots plant. Deswegen ging die Kommune auf den Landkreis mit der Frage zu, ob man sich ein gemeinsames Bauprojekt an der Stelle vorstellen könnte. Und rannte damit bei der Landkreis-Verwaltung offene Türen ein.
Man geht wohl von einer siebenstelligen Summe aus
Und auch der Bildungs- und Sozialausschuss des Kreistags zeigte sich in seiner jüngsten Sitzung von dem Vorhaben überzeugt – auch wenn zu erwarten ist, dass die Sache den Landkreis mächtig Geld kosten wird. Konkrete Zahlen wollte Volker Renz, Chef der Abteilung Gebäudemanagement und Liegenschaften im Landratsamt, in der Sitzung noch nicht nennen („Das wäre unseriös“), aber im Landratsamt geht man von einer siebenstelligen Summe aus. In der Vorlage für die Kreisräte wird da die Summe von 1,7 Millionen Euro genannt. Eine Förderung könnte bei etwas mehr als einer halben Million liegen. Die Fertigstellung ist für September 2026 anvisiert.
Von den Zahlen ließen sich die Räte im Ausschuss nicht beeinflussen und gaben dem Vorhaben schon mal grundsätzlich grünes Licht – und das einstimmig.