Das neue Logo soll sowohl Grafenhausen (links) als auch Kappel gut repräsentieren. Foto: Ullrich

Kappel-Grafenhausen ist mit seinem bisherigen Logo nicht mehr zufrieden. Ein neues und moderneres soll her. Doch jetzt zeigte sich im Gemeinderat, dass die bisherigen Alternativvorschläge bei den Räten alles andere als gut ankommen.

Bei dem Logo, das erneuert werden soll, geht es natürlich nicht um das Ortswappen (siehe Info) mit drei von Rudern flankierten silbernen Fischen (Kappel) und einem Engel, der ein auf dem Boden stehendes schwarzes Andreaskreuz hält (Grafenhausen). Das steht außer Debatte.

 

Nicht jedoch das Logo, das einst anlässlich der neuen Homepage der Gemeinde entwickelt worden war und seitdem auch viele Broschüren ziert: „Leben in Rheinkultur“ als Schriftzug, im Hintergrund sich überlappende Wellen in blauen, grünen und gelben Pastellfarben. Im Begründungstext zum Antrag heißt es, dass dieses Logo einst nur für digitale Medien optimiert gewesen sei, wenig Identifikationspotenzial für Bürger biete und beide Ortsteile nicht ausreichend berücksichtige. Genau das sollte geändert werden.

Ein neues Gemeindelogosolle modern mit zeitgemäßem Design punkten, um Professionalität und Fortschrittlichkeit auszustrahlen. Es sollte überdies in allen Medienformaten gleichermaßen nutzbar sein – und eine ortsbezogene Identifikation mit Berücksichtigung der wesentlichen Merkmale der Gemeinde ermöglichen. Das Ganze mit einer klaren Gestaltung, die hohen Wiedererkennungswert bietet.

Der erste Entwurf. Foto: Gemeinde

Doch schon bald geriet der ehrgeizige Zeitplan aus den Fugen: Eine erste Präsentation von zahlreichen Entwürfen in vier Varianten samt deren Vorauswahl auf zwei wurde im Gemeinderat schon mal verschoben. Aus der vorgesehenen Einführung im März wird wohl nichts. Nun lagen nicht nur dem Gemeinderat, sondern erstmals öffentlich auch 16 erschienenen Zuhörern vier Logo-Entwürfe vor, drei von einer Fachfirma und einer von einer ungenannt bleiben wollenden ortsansässigen Künstlerin. Zumindest die Zuhörerschaft staunte sehr über die Vorschläge und war dankbar für die genauere Erläuterung dessen, was sie da zu sehen bekam: Das erste Logo zeigte eine abstrakte Darstellung der Ortsinitialen „K“ und „G“, wobei das K mit ausgestreckter Hand winkend für Offenheit und Gastfreundschaft werbe. Die stilisierter Sonne steht für die südliche Lage und das warme Klima Badens. Sanfte Übergänge zwischen Rheinblau und Feldergrün ergänzt durch wellenförmige Elemente spiegeln in der kombinierten Wort- und Bildmarke einen Rhein-Flusslauf.

Der zweite Entwurf Foto: Gemeinde

Ein zweiter Entwurf spielt mit einem auf der Spitze stehenden Quadrat aus Wiesengrün, Wasserblau bis zur Südsonne und der Wortmarke „Gemeinde Kappel-Grafenhausen“.

Die dritte Variante Foto: Gemeinde

Eine dritte Variante verkörpert die Rheinlandschaft mit lockeren Pinselstrich-Linien und einer nicht ganz kompletten Sonne.

Technischer Ausschussentscheidet über Vorgehen

Die Entwurfsvariante der Künstlerin stellten als topographischen Ansatz in drei geschwungenen grünen Streifen den Berg-, Ellbogen- und Unterwald samt Taubergießen dar. Die vier blauen Linien stehen für die Gemeindeflüsse Elz, Ettenbach, Rhein und Taubergießen. Darüber finden sich vier Tannenumrisse und eine Kugelsonne.

Der Entwurf der Künstlerin Foto: Gemeinde

Markus Fleig konnte „bei keinem der Entwürfe einen Mehrwert erkennen“. Er wollte wissen, was eine Logo-Umstellung eigentlich koste. Marius Bührle (CDU) gefiel „persönlich nichts“. Wer solle wissen, welche Gewässer und Wälder da gemeint sind? Friederike Maier (CDU) bezweifelte, „ob wir damit die Bevölkerung begeistern“. Sie wünschte sich eher etwas Reales zum Angucken und Anfassen. Johannes Saiger (CDU) erinnerten die gelben Sonnen eher an etwas anderes und Dominik Debacher (CDU) wünschte sich eine zweite Findungsrunde unter Einbezug der Bevölkerung. Ein gutes Logo-Beispiel sei für ihn etwa das aus Mahlberg mit einer Schloss-Silhouette. Frank Andlauer (Pro KG) empfand den bisherigen Zeitplan als zu kurz: „So prekär ist das Thema nicht!“ Man solle auch noch mal über griffige Slogans nachdenken.

Für Bürgermeister Philipp Klotz war die wenig zustimmende Stimmungslage klar erkennbar. Kurzerhand zog er den Verwaltungsantrag auf Auswahl zwei der Einwürfe per Vertagung zurück und schlug eine weitere Befassung im Technischen Ausschuss vor. Dem folgte der Gemeinderat erleichtert einstimmig. Der TA wird darüber zu beraten haben, wie angesichts der bislang wenig begeisternden Entwürfe das weitere Vorgehen aussieht.

Das Ortswappen

Das Wappen der Gemeinde ist eine Kombination der Wappen der ehemals selbstständigen Gemeinden. Das Wappen von Kappel zeigte auf rotem Grund drei liegende silberne Fische, flankiert von zwei goldenen Rudern, und verwies auf die frühere Bedeutung der Fischerei. Das Wappen von Grafenhausen zeigte auf blauem Grund einen silbernen Engel, der vor sich ein Andreaskreuz hält.