So sieht das leerstehende Rotgerberhaus im Schiltacher Gerberviertel derzeit aus. Foto: Wegner

Eines der markanten Gebäude in Schiltachs Gerberviertel steht schon einige Zeit leer. Jetzt hat Eigentümer Daniel König Ideen für eine Sanierung mit Neubau vorgestellt.

Schiltach - Es sei ein Projekt "das wir schon seit längerer Zeit zusammen haben, sagte Bürgermeister Thomas Haas in der Schiltacher Ratssitzung beim Thema Bausachen.

Daniel König vom Architekturbüro Zollmatt habe schon vor einigen Jahren das historische Rotgerberhaus erworben, mit der Absicht umzubauen und zu erweitern. Die geplanten barrierearmen Wohnungen seien auch im Sinne der Stadt, betonte Haas. Es sei aber "lange hin und her" gegangen, auch wegen des Denkmalschutzes Mittlerweile seien die Planungen in dieser Hinsicht abgestimmt, so der Bürgermeister und erinnerte daran, dass es im Oktober 2019 gewesen sei, als der Investor das Projekt letztmalig im Rat vorgestellt hatte.

Zahlreiche Anläufe

König selbst berichtete, der habe mehrere Anläufe genommen hinsichtlich der Denkmalbehörden, der Frage ob barrierearm oder barrierefrei und hoffe, dass er "dieses Jahr die Planungen abschließen und mit Bau beginnen kann." Er habe viele Interessenten für das Projekt und wolle es deswegen umsetzen.

Befreiung vom Bebauungsplan

In der Sitzung des Gemeinderats ging es schließlich um eine Befreiung vom Bebauungsplan aus dem Jahr 1976. Die Erweiterung solle in Kubatur und Form wie das bestehende nebenanliegendes Gebäude werden. Anstelle einer Eingeschossigkeit sei ein Geschoss mehr gewünscht. Der Bestand sei dreigeschossig, das Papierlager daneben zweigeschossig. Diese denkmalgeschützten Bereiche würde er gerne mit einem aufgeständertem Gebäude verlängern. Aufgrund des Hochwasserschutzes seien im Erdgeschoss nämlich nur Parken oder Nebenräume möglich.

Dem Bestand untergeordnet

Das Landratsamt habe sehe die Möglichkeit hinsichtlich der gewünschten Bebauung, da sich die Firsthöhe dem Bestand unterordne und die Dachneigung gleich dem Bestand sei. Zwischen den Gebäuden bestehe eine Zäsur, und eine Bebauung innerhalb der bestehenden Baugrenze erlaube als Grundlage die Möglichkeit einer Befreiung von der bisherigen Höhenvorschrift.

Haas sah aufgrund der langen Geschichte, "aus unserer Sicht einen guten Kompromiss" und "er denke, dass das Gerberviertel seinen Charakter behalten wird."

Positive Einschätzung

Hanspeter Heinrich meinte, das Ensemble biete auch vom "Hirschen" her eine gefällige Ansicht, da es Wohnraum benötigt werde, könne er die Pläne nur begrüßen. Auch Philipp Groß bezeichnete das Vorhaben als "sehr gelungen", Inge Wolber-Berthold sah darin "eine Bereicherung". Sechs Wohnungen sollten entstehen, antwortete König auf Nachfrage von Jürgen Haberer, eine gastronomische Nutzung sei derzeit nicht geplant, wenn überhaupt, dann werde es nur ein Tagescafé geben.

Optisch kein Gewinn

Da beim Gebäude im Erdgeschoss keine Wohnung angeboten werde, fragte Gemeinderat und stellvertretender Feuerwehrkommandant Michael Götz gleich nach, ob es eventuell möglich sei, dort die Hochwassermauer zu schließen, so dass bei Alarm keine Balken mehr eingesetzt werden müssten. "Optisch sei das kein Gewinn", gab hierzu Thomas Haas zu bedenken.