Auf der Baustelle des neuen Landratsamts in der Königstraße wird gearbeitet. Foto: Elena Baur

An der Sinnhaftigkeit des geplanten Parkhauses für das neue Landratsamt zweifelt Dietmar Steinwandel aus Rottweil. Er findet, dass Millionen Euro unsinnig investiert werden.

Im Jahr 2017 wurde der Entwurf für das neue Landratsamt präsentiert: Investitionssumme 35 Millionen Euro, 2023 wurden daraus 66 Millionen, 2024 innerhalb weniger Monate 78 Millionen. Mittlerweile liegt die aktuelle Planzahl bei 86 Millionen, und der Bau steht ganz am Anfang. Erfahrungsgemäß liegen Endabrechnungen über den Planzahlen.

 

Benötigen wir bei diesen überzogenen Aufwendungen wirklich noch ein weiteres Parkhaus am Landratsamt? Objektiv betrachtet ist es für uns Bürger einfach nicht mehr zumutbar, mit weiteren Kosten belastet zu werden. Aber es wäre sehr wohl zumutbar, sechs Minuten Wegezeit in Kauf zu nehmen, um zum Landratsamt zu kommen. Hier werden Millionen teilweise unsinnig investiert, die an anderen dringlicheren Stellen zukünftig nicht mehr ausgegeben werden können. Die Folgen dieser Investitionspolitik haben wir Bürger zu tragen.

Bürger müssten mit höheren Beiträgen rechnen

Landrat Michel äußerte sich kürzlich sinngemäß, die Bürger müssten zukünftig mit höheren Kosten und Beiträgen rechnen und man werde sich nicht mehr alles leisten können – was nichts anderes heißt als: Die Bürger finanzieren über noch höhere Abgaben, Beiträge, Gebühren und Steuern den zum Teil unnötigen Luxus in der Verwaltung und bekommen dafür weniger Leistung in Aussicht gestellt. Wie lange kann man hier noch zusehen und soll sich das alles gefallen lassen?

In der freien Wirtschaft sind Bürokapazitäten aufgrund von Digitalisierung, KI und Homeoffice rückläufig. Offensichtlich nicht so in der Verwaltung. Diese wird weiterhin für mehr Bürokratie sorgen. Landrat Michel wurde vom Kreistag beauftragt, in regelmäßigen Abständen einen Bericht und Ausblick zum aktuellen Stand des Projektfortschritts und zur Kostenentwicklung zu geben. Fehlanzeige! Der Landrat tritt ab und übernimmt eine neue Aufgabe.

Dietmar Steinwandel, Rottweil

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