Das neue Lahrer Krankenhaus wird immer konkreter. Nachdem der Bebauungsplan bereits im Langenwinkeler Ortschaftsrat thematisiert wurde, ging es nun in den Technischen Ausschuss. Dort forderten die Räte, die Parkmöglichkeiten zu überdenken.
Den Wunsch aus Langenwinkel, die südliche Grenze des Krankenhauses um 30 Meter nach Norden zu verschieben (wir berichteten), griff der Sitzungsleiter, Baubürgermeister Tilman Petters, einleitend auf. Bislang gebe es keine neuen Erkenntnisse, er sei aber optimistisch, diesen Wunsch im Rahmen der fortführenden Planung realisieren zu können. Sabine Fink, die frühere Leiterin des Stadtplanungsamts, die das Projekt Krankenhaus-Neubau begleitet, stellte anschließend den Stadträten den bereits in vielen Punkten bekannten Entwurf des Bebauungsplans vor.
„Wir sind sehr froh, wie es läuft“, kommentierte Dorothee Granderath (Grüne) die Vorstellung. Der Bebauungsplan zeige ihr, wie viel Detailwissen und Facharbeit notwendig sei, was viel Sachverstand erfordere. Granderath wiederholte, dass ihre Fraktion das Projekt befürworte, weil es die „größte Wahrscheinlichkeit“ biete, dass in Lahr längerfristig ein Krankenhaus steht. Die Stadträtin wünschte sich, dass die Anregungen aus Langenwinkel, also die Verschiebung um 30 Meter, mitaufgenommen werden. Die Fläche könnte man, so Granderath, möglicherweise dadurch gewinnen, dass man auf ein großes Parkhaus anstelle einer Parkfläche setzt. Zudem wünschte sie sich, dass all das Grün, das auf den Plänen zu sehen ist, auch in der Realität so umgesetzt wird.
Auch Roland Hirsch (SPD) lobte die Arbeit, da er sehe, „wie viele Gutachten notwendig sind“. Seine Fraktion trieben noch die Ausgleichsflächen an. „Die dürfen wir nicht aus dem Blick verlieren“, so der Fraktionsvorsitzende. Gerade wenn vorhandene Ausgleichsflächen für den Bau des Klinikums wegfallen – und neu ausgeglichen werden müssen. „Es gibt noch Aufgaben, die einiges an Hirnschmalz erfordern“, fasste er zusammen. Auch er sieht ein Parkhaus als Lösungsmöglichkeit, die nötige Flächenversiegelung gering zu halten.
Was noch nicht feststeht, ist wie das neue Krankenhaus an die B 415 angeschlossen wird. Dazu gibt es verschiedene Modelle, darunter ein Turbokreisverkehr, eine Lösung mit Zufahrtsrampen oder das „Modell Rust“, in dem der fließende Verkehr auf der B 415 bleibt und nur jene in einen Kreisverkehr abfahren, die auch zum Klinikum möchten. „Der Anschluss ist auch eine Kostenfrage“, betonte Hirsch. Angesichts der knappen Stadtkassen gelte es, einen Kompromiss zu finden „zwischen zweckmäßig und finanzierbar“.
Anschluss soll in erste Linie verkehrsoptimiert sein
„Ein ausreichendes Parkhaus ist wichtig“, befand auch Ilona Rompel (CDU). Das beste Beispiel dafür sei das bestehende Krankenhaus. Bezüglich des Anschlusses betonte sie, dass nicht alle Lösungen bezahlbar seien. Sie zeigte sich jedoch optimistisch, dass man das Problem bewältigt. Kritisch sah sie hingegen, wo man denn die von Langenwinkel gewünschten 30 Meter einsparen soll. Im vorgelegten Entwurf erkannte sie keine Möglichkeit dafür. Petters entgegnete ihr, dass es noch zu früh sei, zu sagen, wo genau es möglich ist. „Aus planerischer Sicht kann ich sagen: Es wird vermutlich gehen“.
Jürgen Durke (Stadtrat für Tiere) betonte, wie wichtig es sei, eine gute Verkehrslösung zu finden – gerade für Menschen aus dem Schuttertal, die zum neuen Klinikum einen längeren Anfahrtsweg haben. Winfried Wille (CDU) erkundigte sich, ob eine Tieferlegung der Fahrbahn wie im „Modell Rust“ vorgesehen, nicht auch den Lärm reduzieren würde. Petters hob daraufhin hervor, dass nicht der Lärm im Vordergrund steht, sondern dafür zu sorgen, dass es keine Staus gibt. Ohnehin könne die Stadt Lahr nicht frei entscheiden, wie die Anbindung aussehen wird. Schließlich handele es sich um eine Bundesstraße. Der Aufstellungsbeschluss wurde vom Ausschuss einstimmig abgesegnet.
Wie geht es weiter?
Der Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan ist noch einmal am Montag, 8. Juli, im Gemeinderat Thema. Gibt es auch da grünes Licht, geht es in die Offenlage, die frühzeitige Beteiligung ist bis zum 30. August möglich. Parallel werden bis zu 50 Träger öffentlicher Belange, darunter Behörden, aber auch Organisationen wie der Nabu, angeschrieben und um Stellungnahme gebeten.