Die Stadt hat ihr neues Tourismuskonzept vorgestellt. Dafür hat sich die Verwaltung mit einer österreichischen Agentur zusammengetan. Künftig will sich Lahr als „Genuss-Destination“ positionieren. Für das Konzept wurden auch Bürger befragt.
Touristisches Potential ausschöpfen und Lahr langfristig als Reiseziel stärken: Das ist das Ziel des am Donnerstag von der Stadtverwaltung vorgestellten Tourismuskonzepts. Der Schwerpunkt liegt neben Entschleunigung vor allem auf Genuss.
„Es freut einen, wenn Menschen gerne in die eigene Stadt kommen“, sagte OB Markus Ibert. Er betonte, dass der Tourismus schon heute ein bedeutender Wirtschaftsfaktor für Innenstadt, Hotellerie, Gastronomie und Dienstleister in Lahr sei. 2018 habe der Übernachtungs- und Tagestourismus einen Bruttoumsatz von rund 87,2 Millionen Euro erbracht. Neuere Zahlen liegen zwar nicht vor. „Die aktuellen Werte müssten aber vergleichbar sein“, erklärte Martina Mundinger, Leiterin des Stadtmarketings. Ibert ist überzeugt, dass es in Lahr fast alles gebe, was Touristen suchen. Was bisher gefehlt habe, sei eine klare touristische Positionierung, eine aktive Produktentwicklung sowie eine innovative Kommunikationsstrategie – nach außen und auch nach innen. Um das zu erreichen, hat die Stadt vor rund einem Jahr die österreichische Tourismusagentur Pilum ins Boot geholt.
2500 Rückmeldungen aus der Stadtgesellschaft
An der Erstellung des Konzepts waren nicht nur Stadtverwaltung, Fachkundige und Jugendgemeinderat beteiligt, sondern auch die breite Öffentlichkeit. „Unser Ziel war eine frühzeitige und umfassende Einbindung“, berichtete Friederike Ohnemus, Leiterin der Abteilung Ratsarbeit, Marketing und Internationales. Anfang des Jahres wurden Bürger über Postkarten, Homepage und Social Media befragt. „Die Kampagne hat sehr große Resonanz in der Stadtgesellschaft gefunden“, freut sich Ohnemus. Innerhalb von vier Wochen seien mehr als 2500 Antworten von mehr als 1300 Teilnehmern eingegangen.
Die Grundidee des Konzepts ist es, die Stadt in der Region und darüber hinaus als „Genuss-Destination“ zu präsentieren. Der Begriff gliedert sich in die Bereiche Kulturgenuss, kulinarischer Genuss, Naturgenuss und genussvolle Aktivitäten. Laut Ohnemus könne man sich so auch gegenüber der Medien- und Freiheitsstadt Offenburg und der Green City Freiburg positionieren.
Leitsystem soll Touristen durch Innenstadt führen
Noch in diesem Jahr will die Verwaltung mit einem zielgerichteten Kommunikationskonzept touristische Themen über die gerade entstehende Subdomain erlebe.lahr präsentieren. Zudem sind touristische Social-Media-Kanäle der Stadt in Planung. Es soll unter anderem auch bald ein Leitsystem entstehen, das auswärtige Touristen besser in die Innenstadt leitet und Highlights präsentiert. Den Wochenmarkt möchte das Rathaus ebenfalls weiter stärken. Auch abseits dessen könnte die Innenstadt weiter belebt werden. Laut Mundinger laufen Gespräche mit Investoren, Interessierten und Eigentümern. „Das Tourismuskonzept ist der Beginn einer langfristigen Ausrichtung und Umsetzung“, erklärt sie.
Kommenden Montag geht das Konzept in den Gemeinderat. OB Ibert ist optimistisch: „Ich gehe davon aus, dass es mit einer großen Mehrheit beschlossen wird.“
Info – Ergebnisse der Umfrage „Frag’ die ganze Stadt“
Auf die Frage, wo es am meisten Spaß macht, aktiv zu sein, nannten 19 Prozent das ehemalige Landesgartenschaugelände (Bürgerpark, Seepark), es folgten Schutterlindenberg und Langenhard mit je 14 Prozent, Terrassenbad mit sieben Prozent sowie Stadtpark und Fischerknab mit je vier Prozent. Besonders stolz sind die Befragten auf die Sehenswürdigkeiten Storchenturm (45 Prozent) und Stadtpark (28 Prozent). Darauf folgen Altes Rathaus und Tonofenfabrik mit je vier und Landesgartenschau-Gelände sowie Schutterlindenberg mit je drei Prozent. Die Lieblingsveranstaltungen der Lahrer sind das Lichterfest (24 Prozent), die Chrysanthema (22 Prozent), das Stadtfest (16 Prozent), Parkleuchten (drei Prozent) und Puppenparade (zwei Prozent).