Künftig soll der Wochenmarkt immer freitags im Neuen Ortszentrum stattfinden. Nicht alle Ratsmitglieder sind damit zufrieden.
„Ich bin mir sicher, das wird ein Erfolg“, erklärt Bürgermeister Erik Weide. Neue Konzepte sollen neue Anbieter auf den öffentlichen Platz in Friesenheim bringen. Mit der Erstellung eines neuen Wochenmarktkonzepts hat der Gemeinderat im Mai dieses Jahres die Agentur Meyer und Koch beauftragt. 10 000 Euro stehen für das neue Konzept zur Verfügung. 5000 Euro sind bislang aufgebraucht. Bei einer Gegenstimme, sechs Enthaltungen und zehn Ja-Stimmen ist das neue Konzept beschlossen.
In der Sitzung hat Wolfgang Koch seine Recherche und Ausarbeitung vorgestellt. „Samstagsmärkte funktionieren nur in den Städten und locken dort Besucher in die Stadt, aber sie funktionieren nicht in kleinen Kommunen“, stieg er in seine Ausführungen ein. Der Freitagnachmittag, empfohlen wird ein Zeitraum von 14 bis 17 Uhr, berge den Vorteil, dass die Rathausmitarbeiter bereits nach Hause gegangen sind und am Nachmittag Parkplätze zur Verfügung stünden. Wochenmarktanbieter, die vorher am Vormittag andere Kommunen bedienten, könnten nahtlos in Friesenheim aufschlagen. Koch sprach von „Wechselhändlern“. Weder für die vorhandene Bäckerei noch für den Biomarkt Naturalia erkenne Koch eine Konkurrenz und habe mit den Verantwortlichen gesprochen. Vielmehr spricht er von Belebung der vorhandenen Geschäfte. Freitags würde der Wochenmarkt die Grundversorger stützen. Im Grunde gehe es auch um die Stütze des Einzelhandels, betonte Weide.
Nicht alle Räte sind überzeugt
So richtig überzeugt, hat das Konzept Ratsmitglied Christian Erb und seine Kollegen der Freien Wähler nicht. „Es wird immer von einem Megatrend der Regionalität gesprochen“, so Erb. Den habe es vielleicht einmal gegeben, nur seien die Lebenshaltungskosten so enorm gestiegen, dass sich nur ein kleiner Teil der Bevölkerung die Preise der Regionalität jenseits des Discounters leisten könnten. „Diese Menschen kommen bestimmt nicht zum Einkaufen auf den Markt“, so Erb. Dass das Eiswägelchen im Sommer vielleicht für eine Belebung auf dem Platz gesorgt haben mag, sei keine Richtschnur, da dieses Angebot nur für wenige Wochen im Sommer gelte. Marktbeschicker kämen mit Obst, Gemüse, Käse und Wurstwaren sowie Brot. Außerdem erkenne er den Platz in seiner Infrastruktur zum Hinfahren für Marktbeschicker weniger geeignet. Ein Marktbeschicker will auf den Platz fahren können und seinen Wagen aufschlagen. Das sei im Neuen Ortszentrum kaum gegeben.
Investition ist Rat Silberer zu hoch
Charlotte Schubnell freue sich auf das neue Konzept und erkenne darin eine Chance. Am Rathaus hingen die Marktbeschicker im Schatten. Das Neue Ortszentrum sei der geeignete Platz. An der zusätzlichen Ausgabe von 5000 Euro stört sich Jürgen Silberer. In der angespannten Haushaltslage dürfe ein Markt nicht subventioniert werden und stimmte gegen das Konzept. Der Markt sei etwas für die Bevölkerung, erklärte Stefan Armbruster. Wenn es darum gehe Aufmerksamkeit für den Markt zu wecken, lohne sich die zusätzliche Ausgabe von 5000 Euro. Julius Haas bemerkte: „Wir haben beschlossen das zu machen. Jetzt gilt es das Vorhaben fortzuführen. Vielleicht funktioniert es. Wenn nicht haben wir es zumindest probiert.“