Ein gut eingespieltes Team: Michaela Härter (links), Gesamtleitung Bad Herrenalber Kindergärten, und Nina Waid, Leiterin des neuen Kinderhauses "Wurzelzwerge". Foto: Gegenheimer

Was lange währt, wird endlich wahr: An diesem Montag war der erste Kindergartentag im Kinderhaus Wurzelzwerge in Bad Herrenalb.

Bad Herrenalb - 45 Kinder ab einem Jahr, die bisher in Neusatz in den Kindergarten gingen, sowie 37 Kinder ab drei Jahren aus dem alten Rotensoler Kindergarten, acht Erzieherinnen plus Kinderhausleiterin Nina Waid feierten die Premiere im neuen Kinderhaus Wurzelzwerge – sprich: richten sich ein im nagelneuen Domizil.

Einzug

Vergangenen Donnerstag brachten Erzieherinnen und Kinder, unterstützt vom städtischen Bauhof, bollerwagenweise Inventar, Spielzeug und wichtige Möbelstücke – wie den nicht verhandelbaren Geburtstagsthron – in das neue Gebäude hinter dem Rotensoler Sportplatz. Auch am Freitag hieß es noch Kisten schleppen, da aber nur für die "Großen".

Was steht jetzt an?

Am Tag eins, dem Montag, sitzen Waid und Michaela Härter, verantwortlich für die Gesamtleitung aller Bad Herrenalber Kindergärten, im neuen Büro und besprechen, was ansteht. Etwa die Hälfte ihrer Vollzeitanstellung hat Waid für Leitungsaufgaben, die andere Hälfte hilft sie in den Gruppen.

Momentan sind es drei Kindergartengruppen sowie eine Krippengruppe von ein bis unter drei Jahren. Bis März, weiß Waid, werden die bestehenden Gruppen volllaufen auf knapp 90 Kinder. Anfang März wird auch die offizielle Einweihung sein.

Bis dahin hat die Leitungsriege noch jede Menge zu tun: Vorbereitung der Einweihungsfeier, Kennenlernen des für die Kinder doch ungewohnt großen Hauses mittels Rallye – und für viele das erste richtige Faschingsfest ihres Lebens.

Mittwochs treffen sich Härter und Waid auch künftig regelmäßig – aber sie kennen und verstehen sich sowieso. Deutlich länger als geplant, war Waid schließlich, 2019 zunächst als Elternzeitvertretung, im Kinderhaus "Regenbogen" im Dobeltal Stellvertreterin von Härter.

Im Neubau in Rotensol hatten beide zahlreiche Begehungen, gab es immer wieder Ausbesserungen und Ergänzungen. Als Leiterin wird Waid jetzt die neue Konzeption in Angriff nehmen, Tagesabläufe und Vorstellungen aus Neusatz und Rotensol zusammenführen und obendrauf Neues erarbeiten.

So essen die Kinder nicht mehr in den Gruppenräumen, sondern im Bistro, außerdem steht allen der großzügige Turnraum zur Verfügung.

Die Schlafbereiche, die Küche fürs Zubereiten von Speisen gemeinsam mit den Kindern, das Atrium, wo die Beete zur gemeinsamen Gestaltung schon vorgesehen sind, der Außenbereich, in dem Spielgeräte warten (noch im Dornröschenschlaf unter Schnee) – all das will von den Kindern in den nächsten Tagen und Wochen erobert werden.

Gruppenräume, Garderoben und Waschräume sind es schon. Letztere hat der clevere Emil schon mal auf Tauglichkeit geprüft und festgestellt: Ein Wasserhahn hat nach "kräftiger Prüfung" in den gesamten Waschraum gespritzt und "der Hausmeister muss unbedingt schnell kommen, die Dichtung ist kaputt".

Wie viele Kinder können noch kommen?

Aktuell sind es 82 Kinder, bis März etwa 90. Die Vollauslastung des neuen Kinderhauses liegt bei vier Kindergartengruppen, zwei Gruppen unter drei Jahren sowie zwei Krippengruppen, in der Summe bei 144 Kindern.

Problem Personal

Knackpunkt: Es gibt nicht annähernd genug Personal, so viele Kinder zu betreuen. Auf die Ausschreibungen hin haben sich wenige Interessenten gemeldet. Jetzt hofft man auf den kommenden Sommer.

Wie die Bad Herrenalber Gesamtleiterin Härter ausführt, können über die Bestandsgruppen hinaus nur wenige Kinder aufgenommen werden. Einige Erzieherinnen sind seit 2020 – damals sei zunächst mit dem Einzug ins Kinderhaus "Wurzelzwerge" gerechnet worden – in Elternzeit gegangen. Bis auf Weiteres kann in Rotensol so auch keine Ganztagsbetreuung stattfinden. Wie im Übrigen auch in Bernbach nicht. "Und die erste größere Verrentungswelle von Erzieherinnen kommt demnächst zusätzlich auf uns zu", weiß Härter. Eins aber ist erreicht durch die Öffnung des neuen Kinderhauses und für sie ein großer Erfolg: "Wir können dem Anspruch auf einen Betreuungsplatz für alle Kinder ab sofort gerecht werden."

Verzögerungen beim Bau

September 2021 – April 2022 – Herbst 2022 – schließlich Januar 2023: 2018 wurden die ersten Pläne für den Kindergartenneubau der Öffentlichkeit vorgestellt. Im Frühjahr 2019 gab der Technische Ausschuss der Stadt Bad Herrenalb grünes Licht. Der Untergrund verursachte bereits erste Probleme und Verzögerungen. Corona tat ein Übriges mit Ausfall ganzer Arbeitskolonnen. Immer wieder gab es Verschiebungen, was die Nerven von Erzieherinnenteam und Eltern strapazierte wie auch die der Bad Herrenalber Verwaltung. Jetzt ist der blütenförmig angelegte Kindergarten endlich eröffnet.