Freude bei den Verantwortlichen seitens Verein, Stadt und Gemeinderat (von links): Martina Brenneisen, Julian Krause, Alexandra Pätz, Thomas Asal, Ellen Nonnenmacher, Ulrike Fröhlich, Diana Stöcker, Stephan Matt, Dominik Pätz, Stephan Böringer, Jessica Wolf, Doris Weh, Harald Sennekamp, Natalie Gutjahr und Nadine Frankenberg. Foto: Ines Bode

Die Ortsgruppe Weil am Rhein hat zur außerordentlichen Mitgliederversammlung eingeladen.

„Am 1. Oktober – eventuell erst Mitte Oktober – wird die Stadt das Grundstück im Rheinhafen für die beiden Blaulichtorganisationen kaufen“, erklärte Oberbürgermeisterin Diana Stöcker an der außerordentlichen DLRG-Versammlung – zudem sprachen sich die Mitglieder einstimmig für die 65000 Euro teure Umrüstung des neuen Domizils aus.

 

„Ich bin sehr, sehr froh“, sagte Stöcker mehrfach über die gefundene Lösung der problematischen Standortsituation der DLRG-Ortsgruppe und des DRK-Ortsvereins. Grund: „Die jetzigen Räume sind rudimentär, die Fahrzeuge in der Stadt verteilt.“ Auch der Gemeinderat stehe voll hinter der Entscheidung. Der Vertrag mit der Rheinhafen-Gesellschaft als Grundstücksbesitzer sei fertig. Ab sofort gelte eine Übergangsvereinbarung. Im DRK-Ortsverein ist der Beschluss schon gefallen. Für beide Vereine gelten die gleichen Bedingungen.

„In einem Jahr sind Sie drin“, meinte die Rathauschefin zu den Anwesenden im Feuerwehrdomizil, darunter Ellen Nonnenmacher vom Rechts- und Ordnungsamt. Begonnen hatte der Abend mit den Ausführungen des DLRG-Vorsitzenden Dominik Pätz. Seit 1987 habe sich an der Raumsituation nichts geändert. In Unterkünften beim „Laguna“ und in Otterbach befinden sich die Fahrzeuge und das Materiallager. Akute Raum- und Platznot machen seit Jahren zu schaffen. Im April sei der neue Standort besichtigt worden. Rund 1700 Quadratmeter in einer zweistöckigen Halle aus den 1990er Jahren. Bisher war hier die Firma „Rhenus“ ansässig. Die Tatsache, dass der Pachtvertrag auslaufe und „Rhenus“ die Halle abreißen müsste, wertete Stöcker als sehr glücklichen Zufall. Die Prüfung des Gebäudes habe ergeben, dass es ein solider Betonbau mit robustem Aufbau sei. „Ein Super-Gebäude, dessen Abriss schade wäre.“ Ohne Heizung, aber trocken, wurde betont. Handwerker und Brandschutzexperten kamen zu dem Schluss: Die nötigen Umbauarbeiten seien machbar. Stöcker war es wichtig zu unterstreichen, dass DLRG und DRK je einen eigenen Eingang bekämen. Sie listete über ein Dutzend einzelner Schritte der Umrüstung auf, darunter drei neue Sektionaltore und Fluchttüren.

Eine Investition von 65 000 Euro ist erforderlich

Einsatzleiter Stephan Matt schilderte räumliche Einzelheiten. Angeschafft werden drei Container für rund 45 000 Euro als Mammutanteil der erwähnten 65 000 Euro-Investition. Der Rest sei für Handwerkerleistungen gedacht. Eventuell gebe es Zuschüsse vom Landesverband, allerdings spiele das „Wann?“ hinein. Stöcker sagte, man werde schauen, hinsichtlich der Handwerksfirmen, ob die Stadt oder die DLRG wegen möglicher Spendenoption als Auftraggeber agiere. Die drei Container werden laut Matt in der Halle aufgestellt. Sie seien isoliert und beheizbar. Ein wichtiger Punkt in der Wasserrettung, die laut OB jedes Gewässer bis zum Nonnenmattweiher betreue. Inbegriffen Basel. Bisher habe dem Verein ein Trockenraum gefehlt. Weiter hieß es, Regale und Mobiliar können von „Rhenus“ übernommen werden.

Container sind beheizbar

Die Raumeinheiten dienen dem Einsatzleiter zufolge Fort- und Ausbildung, Einsätzen, der Jugend und dem Vereinsleben. Außerdem zeigte er die finanzielle Lage auf: Die Ortsgruppe verfüge über 70 000 Euro Rücklagen. Die laufenden Kosten liegen bei 35 000 Euro. 7000 Euro kommen der Jugend zugute. 2024 lagen die Einnahmen bei 78 000 Euro und die Ausgaben bei 82 000 Euro. Aktuell stehe man allerdings vor hohen ungeplanten Ausgaben. Mit dem Umzug habe man Einsparungen aber auch Mehrkosten, sagte Matt in der Fragerunde.

Der geplante neue Standort im Rheinhafen Foto: maps4news/Here//Anlicker

Stöcker äußerte sich auf Nachfrage zum zeitlichen Aspekt der Mietverträge: „Fünfzehn Jahre plus Option auf weitere fünf Jahre“, erklärte sie gerade heraus. Die Nebenkosten zahle jeder Verein selbst. Sie merkte an, generell sei die Stadt immer interessiert, Gewerbeflächen zu behalten. Zur Erkundigung nach der Verkehrssituation am neuen Standort in der Mühlhauser Straße gab die OB an, die Hafenstraße sei, ob unter der Woche oder am Wochenende, zugänglich. Falls es Probleme gebe, würden sie gelöst.

Nach der Sommerpause widme sich der Gemeinderat der Kostenaufstellung als Vermieter. Dann sei auch eine Begehung geplant.