Zusammen schneiden die Beteiligten das symbolische Band durch und geben so die neu ausgewiesenen Talheimer Wander- und Freizeitwege frei. Foto: Peter Morlok

Das ehrenamtlich initiierte Gemeinschaftsprojekt „Heimatwege“ wurde am Sonntagnachmittag präsentiert.

„Es werden sicher ein paar Leute kommen“, vermutete Ortsvorsteher Anton Ade eine halbe Stunde vor Festbeginn und staunte nicht schlecht, dass aus den „paar Leuten“ eine Gruppe von um die 100 Personen wurde, die sich an diesem Nachmittag gemeinsam auf den Weg machten.

 

Sie liefen die Route Nummer eins, die von der Steinachhalle durchs Dorf hin zum Angler-See und von dort hoch zum Sportplatz Obertalheim führt. Weiter ging es zur „grünen Villa“ und über die Kapelle und die Friedensstraße wieder zurück an den Ausgangspunkt. Hinterher wurde im Sportheim des FCU eingekehrt.

Mit dabei war auch Bürgermeister Ralph Zimmermann der, bevor er nach Rexingen zog, mit seiner Familie im alten Pfarrhaus von Talheim wohnte und von dort aus immer mit seinem Hund auf den Wegen rund um Talheim unterwegs war.

Stefan Merkle, Sprecher der Projektgruppe Heimatwege, erklärt die Logik, die hinter der Beschriftung der Wegzeichen steckt. Foto: Peter Morlok

Und obwohl Anton Ade der Meinung war, dass man sich in Talheim nicht verlaufen könne, wie er im Zuge seiner Grußworte erwähnte, fiel es Zimmermann nach eigener Aussage ab und zu schwer, den richtigen Weg zurück in sein Domizil auf dem Kirchenbuckel vom unteren Ortsteil zu finden.

Die „glorreichen Sieben“

Sein besonderer Dank galt deshalb den glorreichen Sieben, wie er den harten Kern des Projektteams um deren Sprecher Stefan Merkle nannte, dass sie nun mit den sechs ausgeschilderten und kartographierten Wegstrecken Routen definiert haben, die man, sofern man möchte, sogar zu einem großen Rundweg kombinieren kann. Auch zeigte sich Zimmermann besonders beeindruckt über das gigantische Interesse der Talheimer an diesem Projekt, das als wirklicher Mehrwert für den Ort zu werten sei.

„Bänkles-Sponsoring“

Ortsvorsteher Ade hob noch ergänzend hervor, dass das Ganze komplett ehrenamtlich realisiert wurde und die Stadtkasse mit keinem Euro belastet wurde. „Die Frage in der Zukunft wird sein, ob man in den Teilorten ehrenamtlich was hinbekommt oder nicht. Auf Gelder aus den Kommunen braucht man bei der derzeitigen Haushaltslage nicht zu warten, und die Aufenthaltsqualität und die Wohlfühlatmosphäre in den Orten hängt auch vom ehrenamtlichen Engagement der Bürger ab“, ist sich Ade sicher.

Handy hinhalten, QR-Code scannen und loslaufen – einfacher gehts nicht. Foto: Peter Morlok

„Wenn jeder nur eine Kleinigkeit beiträgt, wird schnell ein Ganzes daraus“, so sein Appell und seine Aufforderung zum „Bänkles-Sponsoring“, die er bereits in der Ortschaftsratssitzung am Donnerstagabend vorbrachte, wiederholte er am Sonntag in großer Runde. „Wenn wir durch eine Spendenaktion wenigsten zwei der Wegstrecken seniorengerecht mit Sitzgelegenheiten ausstatten könnten, das wäre toll“, so die Grundidee, die hinter diesem Aufruf steckt.

Michael Walz als gewählter Vorsitzender des Kirchengemeinderates durfte die Wege symbolisch segnen. Foto: Peter Morlok

Ökumenischer Segen

Im Anschluss an die Grußworte stellte Projekt-Sprecher Stefan Merkle nochmals die Eckdaten und die Entstehungsgeschichte der „Heimatweg“ vor, bevor Gemeindereferentin Ulrike Roth vom katholischen Pfarramt Altheim, Michael Walz, als gewählter Vorsitzender des katholischen Kirchengemeinrats, sowie die evangelische Diakonin Richarda Vallon der Kirchengemeinde Haiterbach-Talheim all den Wegen, die man gemeinsam gehen kann und die doch zu ganz unterschiedlichen Zielen führen können, ihren ökumenischen Segen gaben.

QR-Code hilft weiter

Dann kam der große Moment. Das symbolische Band, dass die Wege noch absperrte, wurde zerschnitten. Dabei halfen neben den Grußwortüberbringern auch Eugen Joachim und Alfons Schlotter von der Wandergruppe Talheim, die wesentlich dazu beigetragen hatten, dass man das Projekt in diesem Rekordtempo umsetzen konnte.

Und los geht es gemeinsam auf die erste größere Wegstrecke. Foto: Peter Morlok

Bevor es dann gemeinsam auf die Strecke ging, nutzten noch viele der Wanderer die Möglichkeit, sich die sechs Streckenverläufe, die am Halleneingang hingen, per QR-Code auf ihr Smartphone zu holen.

Talheim ist seit Sonntag um ein kleines Highlight in Bezug auf Naherholung reicher, und stellt damit gleichzeitig einmal mehr unter Beweis, wie wertvoll ehrenamtliches Engagement ist.