Das Interesse am neuen Förderprogramm Mogena war bei der Bürgerversammlung in Glatten groß.
Höchst aufmerksam waren die Zuhörer bei der Glattener Bürgerversammlung, als Norina Flietel und Jasmine Maurus von der Wüstenrot Haus- und Städtebau GmbH das neue Förderprogramm Mogena vorstellten. Das Interesse an den Möglichkeiten für private, gewerbliche und kommunale Projekte war entsprechend groß.
Das Sonderprogramm Mogena wurde im Rahmen des Entwicklungsprogramms Ländlicher Raum (ELR) aufgelegt. Ziel ist es, ländliche Gemeinden zu stärken und bestehende Ungleichheiten gegenüber Verdichtungsräumen abzubauen. Glatten wurde dabei – als eine von nur sechs Kommunen in Baden-Württemberg – als Modellgemeinde ausgewählt.
Für die Bereiche Wohnen, Grundversorgung, Arbeiten und Gemeinschaftseinrichtungen stehen in Glatten insgesamt vier Millionen Euro zur Verfügung. Wie Flietel erläuterte, können diese Fördermittel sowohl für kommunale als auch für gewerbliche und private Investitionen beantragt werden. Auch Projekte von Vereinen sind grundsätzlich förderfähig.
Modernisierung bestehender Wohngebäude
Mindestens 50 Prozent der bewilligten Mittel sollen dabei in den privaten Bereich fließen. Schwerpunkte im Bereich Wohnen sind Modernisierung, Sanierung und Maßnahmen zur Energieeffizienz. Förderfähig sind unter anderem die Modernisierung bestehender Wohngebäude, die vor 1980 errichtet wurden, sowie Umnutzungen – etwa von Scheunen zu Wohnzwecken. Darüber hinaus können Maßnahmen zur Sicherung der Grundversorgung, zur Stärkung wohnortnaher Dienstleistungen, zum Umbau oder Neubau von Betrieben sowie zur Reaktivierung brachliegender Flächen unterstützt werden.
Voraussetzung ist, dass sich die Anträge auf Grundstücke in der Gesamtgemeinde Glatten beziehen. Ausgenommen sind jedoch Gebäude im künftigen Sanierungsgebiet „Ortskern Böffingen“. Für dieses Gebiet steht ein eigener Förderrahmen in Höhe von 1,17 Millionen Euro zur Verfügung, um Böffingens Ortskern, Gebäude, Wohnraum und Umfeld nachhaltig aufzuwerten.
Was das neue Mogena-Programm anbelangt, ging Bürgermeister Tore-Derek Pfeifer auf dessen besondere Bedeutung für die Gemeinde ein und freute sich: „Das ist kein Standardprogramm, das jede Kommune einfach bekommt.“
Infos zu den Fördermodalitäten dieses Programms hatte Jasmine Maurus mitgebracht. So werden Maßnahmen zur Wohnungsmodernisierung bis zu einer Höchstgrenze von 125 000 Euro mit 30 Prozent bezuschusst, vorausgesetzt es sind mindestens drei Gewerke beteiligt. Aber auch Umbauten von Bestandsgebäuden oder Erweiterungen von Unternehmen können gefördert werden.
Keine Rückzahlung erforderlich
Hervorgehoben wurde auch: Sämtliche Mogena-Mittel sind Zuschüsse, die nicht zurückgezahlt werden müssen. Bevor es aber soweit ist, sollten die jeweiligen Fördersätze und Förderhöchstgrenze geklärt und alle Antragsunterlagen vorab vollständig eingereicht werden, betonten beide Referentinnen eindringlich. Erst dann dürfe mit einer Maßnahme begonnen werden.