Wasser marsch! Mit dem neuen Gerätewagen Logistik 2 ist die Feuerwehr Tieringen auch für Löscharbeiten in den Außenlagen wie hier am Berghof gut aufgestellt. Foto: Karina Eyrich

Das zweitteuerste Feuerwehrfahrzeug der Stadtgeschichte hat der Gemeinderat Meßstetten in seiner jüngsten Sitzung bestellt. Dafür wird es aber auch das am schnellsten gelieferte in der Stadtgeschichte sein – und voll gepackt mit Nützlichem.

Ernüchternd war die Bilanz der Feuerwehrübung am 22. Juni am Berghof in Tieringen ausgefallen: Die Meßstetter Feuerwehr hatte feststellen müssen, dass sie im Ernstfall nicht schnell genug genügend Wasser bekäme. An anderen Stellen in der Gesamtstadt sei die Lage ähnlich, hatte Gesamtkommandant Ralf Smolle danach gemahnt.

 

Die schnellste und einfachste Möglichkeit, das Problem zu beheben: der Kauf eines Gerätewagens Logistik 2 (GW-L2) mit Tank. Und damit es noch schneller geht, hat sich der Gemeinderat für ein Vorführmodell entschieden. Das Fahrgestellt muss also nicht erst gebaut, sondern kann gleich beladen werden. Die Beladung hat die Stadt in einem zweiten Los – ebenfalls europaweit – ausgeschrieben, die Rollcontainer in einem dritten. Das Ziel: ein möglichst wirtschaftliches Ausschreibungsergebnis.

„Das Fahrzeug bringt einen großen Mehrwert“, betonte Ralf Smolle, der mit zahlreichen Feuerwehrkameraden sowie dem Tieringer Abteilungskommandanten Andreas Link in der jüngsten Gemeinderatssitzung war – dessen Stellvertreter Valentin Angst gehört dem Gremium ohnehin an. Die Abteilung Meßstetten, so Smolle, bekomme wegen des hohen Nutzwertes ein identisches Fahrzeug.

Dass der Markt für Vorführfahrzeuge momentan leer gefegt sei, wie Smolle sagte, zeigte das Submissionsergebnis. Für die Lose eins und zwei lagen am 16. Dezember nur jeweils ein Angebot vor, für das Los drei, die Rollcontainer, immerhin drei Angebote.

Bis 28. Februar soll das Fahrzeug geliefert werden

„Nach der Drehleiter ist der GW-L2 das teuerste Fahrzeug der Feuerwehr Meßstetten“, sagte Smolle mit Blick auf den Angebotspreis von 448 052 Euro für das Fahrgestell, und Bürgermeister Frank Schroft kommentierte süffisant: „Dafür wird auch die Lieferzeit die kürzeste in der Stadtgeschichte werden“ – Feuerwehrfahrzeuge haben oft Lieferzeit von einem Jahr und mehr, weil sie passgenau gebaut werden.

Was die Beladung angeht, so hat die Feuerwehrführung – abweichend vom Angebotsinhalt – sich für drei Alternativpositionen ausgesprochen und damit den Angebotspreis um 1738 auf 74 796 Euro gedrückt. Den Zuschlag für beide Lose hat der Gemeinderat der Firma Albert Ziegler aus Giengen erteilt.

Die Rollcontainer liefert die Firma Fritz Emde International aus Zierenberg, die mit einem Preis von 27 402 Euro das wirtschaftlicheste Angebot abgegeben hat. Sie liefert auch die Rollcontainer für den GW-L2 der Abteilung Meßstetten.

Das Amt für Bevölkerungsschutz im Landratsamt Zollernalbkreis spendiert der Stadt zur Anschaffung des Fahrzeugs einen Zuschuss in Höhe von 60 500 Euro, so dass der Eigenanteil der Stadt bei insgesamt 489 751 Euro für alle drei Lose liegt.

Bis zum 28. Februar soll das neue Fahrzeug an die Abteilung Tieringen übergeben werden. Für den nächsten brandheißen Sommer ist die Feuerwehr Tieringen also rechtzeitig gut gerüstet und kann an allen noch so hoch gelegenen Ecken und Enden des Stadtteils aus vollen Rohren löschen.