Am 30. und 31. August wird in Calw wieder gerockt – bei dem neuen Festival „Rock am Brühl“ – nicht zu verwechseln mit „Calw rockt“. Foto: Pexels.com/Clem Onojeghuo

Calw ist ab diesem Jahr um ein Rockfestival reicher. Dabei wurde es erst wieder abgesagt. Nun steht aber fest: „Rock am Brühl“ findet statt. Hier die Geschichte.

Bei der jüngsten Sitzung des Kultur- und Bildungsausschusses der Stadt Calw kam unter dem Punkt „Verschiedenes und Anfragen“ fast schon nebenbei zur Sprachen, dass die Stadt ein Rockfestival geplant habe, die Pläne jedoch nun verwerfen würde. Für Mai sei das Festival „Rock am Brühl“ vorgesehen gewesen, erklärte Isabel Götz, Leiterin des Fachbereichs Bildung, Kultur und Tourismus dem Ausschuss.

 

Da es sich zeitlich aber mit einem privat organisierten und unterstützenswerten Festival, der Neuauflage des „Woodstöckle“, überschneide, sei die Stadt zu dem Schluss gekommen, „Rock am Brühl“ zu verwerfen. Beide Festivals waren für den Frühling geplant.

Zweigleisig Daraufhin äußerten gleich mehrere Anwesenden den Wunsch, die Rockveranstaltung nicht abzusagen. Oliver Höfle (Gemeinsam für Calw) etwa sagte: „Es kann nicht genug Veranstaltungen in Calw geben. Ist nicht beides möglich?“

Darauf hin versprach Dieter Kömpf (Freie Wähler), der die Sitzung in Vertretung leitete, dass die Verwaltung überlegen werde, ob beide Formate in diesem Jahr stattfinden können.

Überrascht Nach der Sitzung spricht unsere Redaktion mit Götz. „Ich war überrascht, dass der Gemeinderat darum gebeten hat“, sagt sie erstaunt. Gemeinsam mit Markus Brandl von der Abteilung Kultur, der „Rock am Brühl“ erdacht hatte, wurde schließlich beschlossen: „Wir machen es also doch!“

Zunächst wurde der Termin auf den 30. und 31. August geschoben. Und dann war da noch die Sache mit den Bands. Den zuvor verpflichteten Musikern war bereits abgesagt worden. Nun war die Frage, ob sie neu und für August gebucht werden können. „Wir haben versucht, die Bands mitzunehmen, manche konnten dann zu dem Termin, andere nicht mehr“, so Götz.

Beim Contest „Be a Star“ können junge Talente zeigen, was sie können

Nachwuchsförderung Markus Brandl, begrüßt, dass die von ihn erdachte Veranstaltung nun doch realisiert werde. Auch weil, so erklärt er im Gespräch mit unserer Redaktion, da die Stadt Calw frische Formate probieren möchte „im Bereich Subkultur“.

Das Signal solle sein, dass alle Altersklassen angesprochen werden – vor allem die Jugend. Aus diesem Grund werde es im Vorfeld einen Nachwuchswettbewerb für junge Musiker aus Calw geben.

Übrigens, so erzählt Brandl, hätten die Organisatoren des Woodstöckle die gleiche Idee gehabt. Und um „Ressourcen zu bündeln“ sei der Contest mit dem Motto „Be a Star“ ein Gemeinschaftsprojekt geworden. Am 20. April ab 18 Uhr findet der Wettbewerb im Jugendhaus Calw statt.

Noch bis zum 5. April können sich junge Musiker bewerben über das Online-Formular unter https://kurzelinks.de/musikwettbewerb-calw.

Folgende Teilnahmebedingungen gibt es: Das Durchschnittsalter aller Bandmitglieder darf bei maximal 27 Jahren liegen. Mindestens ein Gruppenmitglied muss in Calw oder den Stadtteilen wohnen. Die Musiker haben auf der Bühne 20 Minuten Zeit, um eigenen Kompositionen vorzuführen. Vor Ort entscheiden Publikum und Jury über die Gewinner-Gruppen und -Solokünstler, die dann teils bei „Rock am Brühl“ und teils beim „Woodstöckle“ auftreten dürfen.

Rock mal zwei? Wer Rockfestival hört, denkt in Calw wahrscheinlich zuerst an das Format „Calw rockt“, das es bis 2016 gab. Gibt es da einen Zusammenhang? „Nein, das war eine andere Hausnummer“, sagt Isabel Götz. Während bei „Rock am Brühl“ die Stadt regionalen Künstlern eine Bühne gibt, war „Calw rockt“ ein Festival, dass von der Agentur Concetera organisiert wurde, damals noch von Jürgen Ott und Reinhard Stöhr. Größen wie Udo Lindenberg, Suzi Quatro oder Peter Maffay waren da zu sehen. 2016 war es dann aber erstmal vorbei. Nach dem Tod von Stöhr konzentrierte sich Ott die letzten Jahre hauptsächlich auf den Klostersommer.

Doch Achtung: Nächstes Jahr, sagt Ott gegenüber unserer Redaktion, möchte er zum 950. Stadtjubiläum im kommenden Jahr „Calw rockt“ „wieder aufleben lassen“. Unter anderem Sarah Connor, Revolverheld und Mark Foster seien bereits angefragt.

Noch sei alles in der Abstimmung, es stehe noch nicht fest, aber Ott stimme sich aktuell mit Vertretern der Stadt ab.

Vielleicht gibt es 2025 dann gleich zwei Rockfestivals in der Hermann-Hesse-Stadt?