Das alte Löschfahrzeug der Feuerwehr Loßburg ist etwas in die Jahre gekommen. Ein Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug HLF 20 soll es nun ersetzen – Kostenpunkt: 736 150 Euro.
Wer bereits 27 Jahre im Dienst ist, darf hier und da auch mal ächzen. Das Löschfahrzeug LF 16/12 der Freiwilligen Feuerwehr Loßburg hat seit 1998 treu seinen Dienst getan, doch inzwischen knarzt es an so einigen Ecken.
Die Wartung und Unterhaltung verschlingt immer mehr Geld und mit der heutigen Technik kann es auch nicht mehr mithalten. Ein modernes Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug HLF 20 soll daher künftig übernehmen.
In einem europaweiten Verfahren wurde dieses ausgeschrieben. Für vier Teile, sogenannte Lose, gingen insgesamt zehn Angebote von sechs Bietern ein. Der Gemeinderat beschloss in seiner jüngsten Sitzung nun die Vergaben.
Wertungsmatrix erstellt
Da das Fahrzeug nicht nur preislich, sondern auch qualitativ überzeugen sollte, wurde „mit den Feuerwehrkameraden eine Matrix erstellt“, erklärte Bürgermeister Christoph Enderle. In einer Vergleichsvorführung stellten die Bieter der Lose „Fahrgestell“ und „Aufbau“ zudem ihre Produkte vor. Eine Wertungskommission entschied über die Qualität.
In allen vier Teilen der Ausschreibung konnten die preislich günstigsten Angebote auch qualitativ am ehesten überzeugen. So konnten sich Feuerwehr und Verwaltung einstimmig auf die Vergaben einigen.
Fahrgestell, Aufbau, Beladung und TH-Beladung
Das erste Los „Fahrgestell“ wurde an die Firma „MAN Truck&Bus Deutschland“ vergeben. Zum Bruttopreis von rund 152 700 Euro werde diese mit der Klimaanlage, dem Multifunktionslenkrad und den notwendigen Komponenteneinbau beauftragt.
Das zweite Los „Aufbau“ geht an die Firma Albert Ziegler – zu einem Bruttopreis von rund 406 660 Euro. Diese liefere eine Rückfahrkamera mit „Birdview“, sprich einer Rundumsicht aus der Vogelperspektive, und ein Multifunktionsdisplay für das Fahrerhaus.
Das dritte Los „Beladung“ wurde, zu einem Bruttopreis von rund 103 870 Euro, an die Firma Fritz Massong vergeben. Diese werde die Wärmebildkamera liefern. Das vierte Los „Technische-Hilfe-Beladung“ wurde wieder an die Firma Albert Ziegler vergeben. Für einen Bruttopreis von rund 65 420 Euro liefere diese eine Verlängerung für den Rettungszylinder.
Rund 736 150 Euro Gesamtkosten
Zusätzlich zu den Vergaben beschloss der Gemeinderat, sich einen Puffer in Form von 7500 Euro einzubauen. Insgesamt belaufen sich die Kosten für das neue Fahrzeug auf rund 736 150 Euro – „Ein Einfamilienhaus auf Rädern“, so Enderle.
Im Haushalt wurden für die Beschaffung 750 000 Euro bereitgestellt. Es sei also alles „noch im geplanten Rahmen“, erklärte Enderle. Bezuschusst werde die Beschaffung mit 160 000 Euro, erklärte Finanzverwalter Alexander Hoffarth auf Nachfrage von Gemeinderat Marc Reich (CDU).
Und was passiert nun mit dem Bestandsfahrzeug? Diese Frage stellte sich zumindest Gemeinderat Werner Faulhaber (FWV). „Das entscheiden sie“, so Enderle. Bis das neue Fahrzeug geliefert wird, werde es noch rund zwei Jahre dauern. So lang bleibe das alte Fahrzeug noch in Gebrauch. Danach könne man es auf den Markt geben, auch wenn die Nachfrage wohl etwas verhalten sein werde.