Die Burg Hohenzollern wird Schauplatz eines schrecklichen Mordes – zum Glück nicht in der Realität, dafür aber im neuen Krimi von Autorin Yvette Eckstein.
Tot liegt der Wachmann in der Kapelle St. Michael. Die blutige Wunde am Hinterkopf deutet auf den Schlag mit einem dumpfen Gegenstand hin. Die Leiche ist auf dem Sockel vor dem Altar unter dem prächtig-blauen Gewölbe.
Offiziell ist von einem Unfall die Rede. Doch der Schlossmeister will es nicht auf sich beruhen lassen und startet eigene Ermittlungen. So beschreibt die Autorin Yvette Eckstein den fiktiven Ausgangspunkt ihres neuen Kriminalromans, der auf der Burg Hohenzollern, in und um Hechingen spielt.
Auf ihrer Internetseite steht, dass sie mit ihren Kindern „in den Wäldern westlich von Augsburg“ lebt. An den Obertorplatz nach Hechingen sind es von dort rund eineinhalb Stunden. Das weiß sie genau, denn in der Zollernstadt leben ihre Tante, die 1977 gar eine Dankeskarte von Prinz Louis Ferdinand erhalten, nachdem sie ihm zum Geburtstag gratuliert hatte.
Ins Blut gefallen
Das familieneigene Bauernhaus in Stetten hat sie in die Erzählung um den Mord des Wachsmanns eingeflochten. Das Gebäude gibt es wirklich. Es hat einen unverbaubaren Blick auf die Burg Hohenzollern. Mehr verrät Eckstein nicht, aber die aufmerksamen und ortskundigen Leser könnten es ahnen. Damit nicht genug: In der Chronik des Teilorts Stetten hat Eckstein für ihren Krimi die Anekdote von einem Metzger aufgegriffen, der – wie sie sagt –„spektakulär ums Leben gekommen ist“. Er soll bei einer Hausschlachtung ins Blut gefallen und verstorben sein.
Die Fenster der ehemaligen Klosterkirche Stetten in der Kapelle St. Michael, der Blick durch das Küchenfenster auf die Burg – es sind die realen Eindrücke, die Eckstein in ihrem neuen Werk zu einer Kriminalgeschichte zusammengefügt hat.
Für das Schreiben hat sie auch auf die Erinnerungen ihrer Tante und ihrer Oma zurückgegriffen, die natürlich auch in der Zeitung veröffentlichte Berichte ausgeschnitten haben. Eckstein griff zudem auf ihre Erlebnisse als Kind zurück, als sie die Verwandten im schönen Hechingen besucht hatte.
„Wäre schön, wenn auf der Burg etwas passiert“
Darunter sind Erinnerungen an die Besuche auf dem Zoller. Eines Tages dachte Eckstein bei sich: „Es wäre schön, wenn gerade da etwas passiert.“
Wer den toten Wachmann umgebracht hat? Dazu verrät Eckstein nur so viel: „Der Mörder kommt aus der Region.“ Und der Tote ist „Mitte, Ende 40“. Schlossmeister Wolfgang ermittelt mit seiner Tochter Hanna auf eigene Faust, und die Leser können ihm dabei sozusagen über die Schulter schauen.
Der Schlossmeister „ist verrufen, er sieht hinter allem etwas Verdächtiges“, beschreibt Eckstein den Charakter der Figur. Er kommt aus der Gegend: Seine Schwiegermutter zitiert die Autorin deshalb nicht umsonst im Dialekt. Sie sagt: „‚Wenn d‘ Wänd schwätza könnet, könne die uns G‘schichte erzähle.“ Nun sind es selbstredend nicht Wände, aber Ecksteins Bücher, die Geschichten erzählen.
Wie sie auf ihre Themen kommt? „Ich habe schon in der Grundschule wilde Aufsätze geschrieben“, berichtet Eckstein. Als ihr erstes Kind vor acht Jahren geboren wurde, widmete sie sich dem Schreiben. Sie verknüpft mit ihrer Kriminalgeschichte eigenes Erleben, Erinnerungen von Oma, Tante, lokale Historie und die Berichterstattung in der Zeitung zu einer Kriminalgeschichte.
„Tod auf Hohenzollern“
Im März
Yvette Eckstein plant aus Anlass der Veröffentlichung ihres Krimis „Tod auf Hohenzollern“ eine Lesung in der Stadtbücherei am Mittwoch, 25. März, von 18.30 Uhr an. Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei. Eckstein, Jahrgang 1990, hat drei Kinder (acht, fünf und zwei Jahre alt) und lebt bei Augsburg im schwäbischen Landesteil Bayerns. Das Buch mit dem Titel „Tod auf Hohenzollern“ soll am 19. März im Emons-Verlag für 14 Euro veröffentlicht werden.