Aus einer Kooperation von Rheinmetall und der VW-Tochter Traton ging dieser Militärtransporter hervor. Foto: imago//Manfred Segerer

Die Porsche SE, Großaktionär der Autobauer Porsche und Volkswagen, investiert viel Geld in Beteiligungen. Nun erklärte sie es, wie sie es angesichts der geopolitischen Lage mit Militärfirmen halten will.

Die Stuttgarter Porsche SE, über die die Familien Porsche und Piëch ihre milliardenschweren Anteile an den Autoherstellern Porsche und Volkswagen halten, wird durch die schwache Entwicklung der Autobauer deutlich in Mitleidenschaft gezogen. Zum einen kürzte der Volkswagen-Konzern die Dividende um 30 Prozent, zum anderen führten Gutachten zu einer massiven Abschreibung auf die beiden Unternehmen.

 

Die Folgen sind ein riesiger buchhalterischer Konzernverlust von 20 Milliarden Euro und eine Kürzung der Dividende um rund ein Viertel auf 1,91 Euro pro Vorzugsaktie. Die Ausschüttung auf die Stammaktien, die allein von den Familien gehalten werden, wird in vergleichbarem Maß gekürzt.

Flixbus ist eines der Finanzengagements der Porsche SE. Foto: dpa/Fabian Sommer

Die Dividende kann sich die SE trotz Milliardenverlusts leisten, weil die Abschreibung ein rein buchhalterischer Vorgang ist, durch die kein Euro das Unternehmen verlässt. Ohne die Wertberichtigungen hätte die Porsche SE ein Nettoergebnis von plus 3,2 Milliarden Euro erzielt – gut ein Drittel weniger als im Jahr zuvor.

Finanzierung über Dividenden

Das Unternehmen finanziert sich fast ausschließlich über die Dividenden der beiden Autobauer. Hätte die Porsche AG – wie Volkswagen – angesichts gesunkener Gewinne ebenfalls die Dividende gekürzt, wäre die Ausschüttung an die SE-Aktionäre möglicherweise noch stärker gekürzt worden.

Auch wenn Porsche und Volkswagen die mit Abstand wichtigsten Beteiligungen sind, hat das Unternehmen auch Finanzbeteiligungen an einem Fonds und 18 Unternehmen, zu denen im vergangenen Jahr drei hinzugekommen sind – darunter die Münchener Flix SE, zu der Flixbus gehört.

Schuldenpaket als Investitionschance

Erhebliche Investitionsmöglichkeiten könnten sich nach Ansicht der Porsche SE aus der 900-Milliarden-Euro-Verschuldung ergeben, mit der Deutschland die eigene Verteidigung und die Infrastruktur massiv voranbringen will. Schon heute betreibt die Volkswagen-Tochter Traton ein Gemeinschaftsunternehmen für Militär-Lkw mit dem Rüstungsunternehmen Rheinmetall. Lutz Meschke, im SE-Vorstand für Beteiligungen zuständig, hält ein Engagement bei der Rüstung auch gesellschaftspolitisch für richtig. „Wir sehen hier keinerlei Konflikte mit unseren Werten“, so Meschke.

Sparprogramme sollen Wertsteigerung bewirken

Trotz der Krise in der Autoindustrie sieht die Porsche SE weiter große Chancen, dass die Werte der Beteiligungen wieder steigen. „Unsere Kernbeteiligungen haben entschlossen auf die Herausforderungen in der Automobilindustrie reagiert und starke Programme aufgelegt“, so Pötsch. „Durch deren fokussierte Umsetzung sehen wir ein erhebliches Wertsteigerungspotenzial bei den Kernbeteiligungen und der Porsche SE.“ Aufgrund des weiterhin schwierigen wirtschaftlichen Umfeldes sei jetzt eine Fokussierung auf Wettbewerbsfähigkeit, Rentabilität und eine nachhaltige Umsetzung der strategischen Zukunftsprogramme erforderlich.

Wegen der internationalen Bilanzierungsvorschriften muss die Porsche SE ihre Kernbeteiligungen nun bis auf weiteres alle drei Monate auf deren Werthaltigkeit prüfen, was zu großen Schwankungen führen kann. Deshalb stellt das Unternehmen künftig den um entsprechende Ab- oder Zuschreibungen bereinigten Gewinn in den Mittelpunkt. Zugleich wird bei den Bewertungen künftig vor allem auf die Perspektive Außenstehender abgestellt: Prognosen von Analysten und der Aktienkurs sollen eine entscheidende Rolle spielen; interne Zahlen will man ergänzend zu Rate ziehen.

Zu diesem Vorgehen war das Unternehmen bereits im vergangenen Jahr gezwungen, als Volkswagen solche Planzahlen nicht rechtzeitig vorlegen konnte. Aus diesem Anlass hat man nun die Bewertung generell auf eine neue Methodik umgestellt.