Mit der Erschließung des Pfarrscheuer-Areals gibt es Probleme. Das Denkmalamt mauert. Foto: Visel

In Schörzingen soll als neues Baugebiet ein Teil von Lehenbrunnen II ausgewiesen werden – und zwar im beschleunigten Verfahren nach Paragraf 13b Baugesetzbuch. Das gesamte Areal ist bereits im Flächenutzungsplan (FNP) enthalten. Der Rest des Gebiets soll gleich mitüberplant werden.

Schömberg-Schörzingen - Zur Diskussion im Ortschaftsrat standen insgesamt drei mögliche neue Wohnbauflächen: neben Lehenbrunnen II die Areal Auf Haus/Alter Weg und Katzenbol II. Bernd Ohnmacht vom gleichnamigen Sulzer Büro stellte die Machbarkeitsstudie für die drei Wohnflächen vor, die für eine Ausweisung nach Paragraf 13b in Frage kommen würden.

Sein Favorit: Lehenbrunnen II. Dieses Gebiet, so sagte er, schneide insgesamt am besten ab und würde sich am ehesten eignen. Stichpunkte für die Bewertung waren unter anderem: Ortsbild, Anbindung an die bestehende Bebauung, Infrastruktur, Naturschutz, Eigentumsverhältnisse und Topografie. Der Ortschaftsrat hatte vor einiger Zeit das zunächst geplante Gebiet Gemmi aufgegeben.

Lehenbrunnen mit bester Note

Lehenbrunnen II kam insgesamt auf die Note 4,5, Auf Haus auf 3,5 und Katzenbol II auf 3,3. Auch der Ortschaftsrat sprach sich für die Erweiterung Lehenbrunnen aus, über die seit Jahren diskutiert werde.

Ohnmacht betonte in diesem Zusammenhang, dass Lehenbrunnen II bereits im Flächennutzungsplan enthalten sei. Bei einer Ausweisung nach Paragraf 13b dürfe die neue Wohnbaufläche aber nur rund einen Hektar groß sein. Das bedeute, dass nur ein Teil des Lehenbrunnens im beschleunigten Verfahren ausgewiesen werden könne. Der Rest könne dann später über ein normales Bebauungsplanverfahren baureif gemacht werden, das allerdings deutlich längere dauere und komplizierter sei als das beschleunigte Verfahren.

Südlicher Teil soll ausgewiesen werden

Der Ortschaftsrat befürwortete dann in einem weiteren Tagesordnungspunkt, den Karl-Heinz Koch für den befangenen Ortsvorsteher Tommy Geiger leitete, und nach einer längeren und teils konfusen Diskussion, dass der südliche Teil des Lehenbrunnens im beschleunigten Verfahren baureif gemacht werden soll. Gleichwohl soll in diesem Zug auch der restliche Teil des Gebiets mit überplant werden, um so für alle Fälle gewappnet zu sein.

Ein Eigentümer blockt

Die größte Fläche im südlichen Gebiet ist in der Hand der Stadt. Es gibt allerdings noch einen Grundbesitzer, der bis jetzt beim Verfahren nicht mitmachen und das Gelände der Stadt nicht verkaufen will. Nun soll versucht in weiteren Gesprächen werden, mit dem Anlieger doch noch ein Übereinkommen zu erreichen, indem ihm ein Tauschgrundstück angeboten wird. Sollte er nicht zustimmen, soll nach Willen des Ortschaftsrats ein Umlegungsverfahren in die Wege geleitet werden.

Denkmalamt bremst beim Pfarrscheuer-Areal

Um weitere, innerörtliche Wohnflächen zu schaffen, soll das Pfarrscheuer-Areal bebaut werden. Bedenken gegen die Planung äußert das Denkmalamt, etwa hinsichtlich der Nähe der Bebauung zur Kirche. Planer Ohnmacht ging deshalb davon aus, dass für das Verfahren eine zweite Anhörungsrunde nötig sei. Bis wann das Areal baureif sei, könne er nicht sagen.

Ortschaftsrat Heiko Gerstenberger kritisierte, dass das Denkmalamt der Gemeinde "nur Prügel in den Weg wirft, bremst und nicht konstruktiv ist" – und dies, obwohl Schörzingen ja nur mache, was politische gewillt sei, nämlich die Innenentwicklung voranzutreiben: "Das ist völlig übertrieben."