Das neue Lahrer Krankenhaus, hier der Entwurf der Architekten, kann nicht mehr um 30 Meter verschoben werden Foto: GMP

Das neue Klinikum wird immer konkreter: OB Ibert berichtete im Gemeinderat aus der Baukommission. Eine Verlegung um 30 Meter, die sich Langenwinkel wünscht, sei nicht umsetzbar. Ein Parkhaus schon.

Es wurde noch einmal ernst bei der letzten Sitzung des alten Lahrer Gemeinderats. Thema war der Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan des neuen Lahrer Klinikums. OB Markus Ibert brachte aus der Baukommission einige Erkenntnisse mit, die Bezug nehmen auf Wünsche der Lahrer Stadt- und Langenwinkeler Ortschaftsräte. Für die einen hatte er gute Neuigkeiten, für die anderen nicht.

 

Rückblick: Der Langenwinkeler Ortschaftsrat hatte im Juni die Forderung erneuert, den Hauptkorpus des Klinikums im Vergleich zum Plan um 30 Meter nach Norden zu verschieben. Unter anderem um mehr Abstand zu den Geländen von Reit- und Fußballverein zu gewinnen. Baubürgermeister Tilman Petters hatte sich im Technischen Ausschuss optimistisch geäußert, dies bei der Planung umsetzen zu können. Im Gemeinderat am Montagabend korrigierte Ibert jedoch seinen Baubürgermeister. „Eine Verschiebung um 30 Meter ist nicht umsetzbar“, betonte er. Das Hauptgebäude müsse aus Lärmschutzgründen so weit wie möglich von der B 415 entfernt stehen.

Anders stelle sich die Situation beim Wunsch nach einem Parkhaus dar. Die Stadträte hatten ein solches gefordert, um die Flächenversiegelung zu reduzieren. OB Ibert bestätigte nun, dass die Baukommission mehrere Varianten prüfe. Eine davon, ein Mischsystem aus einem 4,5 stöckigen Parkhaus mit 300 Stellplätzen und einem Freiflächenparkplatz mit 200 Plätzen, werde favorisiert. Der Kreistag müsse nun darüber beschließen.

Stadträte fordern ein hohes Tempo

Die Stadträte betonten, wie wichtig es sei, beim Thema Krankenhaus Tempo zu machen. „Wir müssen so schnell wie möglich die Finanzierungszustimmung vom Land erhalten. Wir wollen mit unserem Bauvorhaben mit Offenburg und Achern Schritt halten“, erklärte Eberhard Roth, Fraktionschef der Freien Wähler. Bis zum Baubeginn, hob er hervor, sei es entscheidend, dass der Anschluss für den Verkehr fertiggestellt ist.

Eine neue Idee dafür brachte Rudolf Dörfler ins Spiel. Er sprach sich für eine Ampelregelung ähnlich der am Sulzer Kreuz auf der B 3 aus. „Das funktioniert da sehr gut. Eine Ampel ist schnell realisierbar und kostet am wenigsten“, so der CDU-Stadtrat, der als Kreistagsmitglied auch Teil der Baukommission ist. Die Idee eines Kreisels mit Unterführung – das „Modell Rust“ – ist laut Dörfler keine Option. Da es ein Hochwassergebiet sei, würde diese Lösung zu teuer werden. Ein Parkhaus mit allen 500 Stellplätzen würde, so Dörfler, zu hoch werden und den Hubschrauberlandeplatz beeinträchtigen. Bei der Mischvariante stelle sich noch die Frage, ob der Kreis bereit sei, das Geld in die Hand zu nehmen. Dörfler sprach von sechs Millionen Euro.

„In Offenburg geht es zügig voran. Wir können nur hoffen, dass es bei uns genauso vorangeht“, blickte Dörfler, der am Montag beim Spatenstich fürs neue Offenburger Klinikum vor Ort war, voraus. Seiner Ansicht nach stehen dafür „alle Signale auf Grün“. In Lahr gebe es die gleichen Fachplaner wie in Achern, deren Strukturen man anwenden könne. „Wir werden parallel mit Offenburg fertig“, hoffte Dörfler. Dort war am Montag von einem Bauende Anfang 2030 die Rede.

Die Fraktionsvorsitzenden Sven Täubert (Grüne) und Roland Hirsch (SPD) betonten, dass es zwar wünschenswert wäre, wenn die 30 Meter Verlegung umsetzbar wären, die Argumente dagegen aber „nicht wegzuwischen sind“, wie es Hirsch formulierte. Die einzige Gegenstimme gegen die Aufstellung des Plans kam von Lukas Oßwald (Linke Liste). Er zweifelte an, dass Bau und Betrieb finanzierbar sind. Unter diesen Umständen könne er die Kosten und den Flächenverbrauch nicht rechtfertigen.

Ibert bedankte sich beim Gemeinderat und vor allem den Beschäftigten in der Verwaltung, die ein enormes Engagement zeigten, dass es nun vorangehe – und schloss mit klaren Worten: „Wir sind für viele gute Vorschläge offen, aber wer das Klinikum nicht will, soll das so sagen und nicht hinter Sondervorstellungen verstecken.“ Die Verwaltung und das Klinik-Projektteam hätten genug zu tun, „Spielereien können wir uns nicht leisten“.