In Schwenningen wurde eine Anlaufstelle für behinderte und chronisch kranke Menschen und deren Angehörige eröffnet. Das Angebot versteht sich als Ergänzung zu den bereits bestehenden Strukturen. Seitens der Stadt begrüßt man dies ausdrücklich.
„EUTB“ – das steht für die Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung. In Schwenningen wurde jetzt in der Muslen 27 ein Anlaufpunkt dafür eröffnet.
Hier können sich betroffene Menschen und Angehörige zum Thema Teilhabe niederschwellig Rat und Hilfe holen.
Das Angebot richtet sich an Personen aus dem Schwarzwald-Baar-Kreis. Bis vor drei Jahren gab es in Villingen-Schwenningen insgesamt drei EUTB-Einrichtungen in der Stadt, die seinerzeit noch unter der Trägerschaft der Diakonie standen.
Eine Interessenvertretung
Jetzt wurde die EUTB-Stelle in Schwenningen mit Außensprechzeiten in Bad Dürrheim und Donaueschingen unter die Fittiche der Landesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe (LAG) genommen, einer unabhängigen Dachorganisation mit circa 60 Selbsthilfeorganisationen, die sich als Interessenvertretung und Sprachrohr behinderter und chronisch kranker Menschen und deren Angehöriger in Baden-Württemberg sieht.
Zur Eröffnung der Schwenninger Beratungsstelle kam Bärbel Kehl-Maurer die Vorstandsvorsitzende der LAG, und stellte fest, dass der eine oder andere schon in Situationen gewesen sei, die einen forderten und man sich dann gewünscht hätte, dass es jemanden gäbe, der mit Rat und Tat zur Seite steht. Und genau dort setzten die EUTB-Stellen an, erklärte Bärbel Kehl-Maurer.
Die LAG Baden-Württemberg betreibt mit Schwenningen jetzt fünf Beratungsbüros. Diese sind in Rottweil, Tuttlingen, Hechingen und Bad Säckingen zu finden. „Vor sechs Jahren hatten wir uns um diese Beratungsstellen beworben“, erinnerte die Vorstandsvorsitzende. Ansprechpersonen in der Beratungsstelle in der Schwenninger Innenstadt sind Thomas Macha und Nicole Loes. Die Teilhabeberaterin erklärte, dass es sich bei der EUTB um ein ergänzendes Beratungsangebot zu allen anderen Beratungsstellen handele.
Ratsuchende im Mittelpunkt
„Es richtet sich an Menschen von jung bis alt mit Behinderung oder einer drohenden Behinderung. Dazu gehören unter anderem Themen wie beispielsweise Freizeit, Bildung, Gesundheit, Arbeit oder Wohnen. Der Ratsuchende steht stets im Mittelpunkt“, sagte Nicole Loes und ergänzte, dass man stets einen wertschätzenden, achtsamen, wertfreien und respektvollen Umgang pflege.
Man setzt auf Netzwerke
Die Beratung ist unabhängig und kostenfrei, ergänzte die Beraterin und fügte an, dass man auch auf Netzwerke baue. „Wir vernetzen uns vor Ort, in der Region und bundesweit und arbeiten partnerschaftlich mit allen zusammen, die die volle und gleichberechtigte Teilhabe der betroffenen Menschen unterstützen und verwirklichen wollen“, so die Botschaft der Teilhabeberaterin.
Ziel ist auch, das durch das Bundesteilhabegesetz den Menschen ermöglicht werden soll, mehr Teilhabe, mehr Inklusion und individuelle Selbstbestimmung zu erreichen.
VS-Bürgermeister Detlev Bührer sagte, dass es gemeinsames Ziel der Stadtverwaltung und der Landesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe sei, die Teilhabe und Barrierefreiheit zu fördern und jedem Einzelnen die bestmögliche Chancen zur persönlichen und beruflichen Entfaltung zu bieten. Das Büro in der Schwenninger Muslen biete die Möglichkeit, noch mehr Menschen zu erreichen, lobte Bührer den zentralen Standort, der perfekt sei, um Klarheit, Unterstützung und viel Herz zu bieten.
Umzug aus Villingen
Bevor das EUTB-Büro nach Schwenningen wechselte, war es zuletzt in der Wilhelm-Binder-Straße in Villingen ansässig. „Wir feiern nicht nur einen Ortswechsel, sondern auch einen bedeutenden Schritt in unserer Arbeit für mehr Inklusion und Teilhabe“, betonte der Bürgermeister und wünschte sich, dass die Beratungsstelle ein Ort der Hoffnung und des Fortschritts wird. „Ihr Engagement ist von unschätzbarem Wert und zeigt, wie wichtig die Inklusion und die Unterstützung von Menschen mit besonderen Bedürfnissen sind“, zeigte sich Detlev Bührer begeistert.