Bieten in Pfalzgrafenweiler erstmals eine Gesprächsgruppe für Menschen in Trauer an: die Trauerbegleiterinnen Susanne Landenberger (links) und Monika Osmaston-Zakes. Foto: Sannert

Trauercafés mit wechselnden Teilnehmern gibt es viele. Doch in Pfalzgrafenweiler wird jetzt eine geschlossene Gesprächsgruppe für Menschen in Trauer mit professioneller Begleitung angeboten. Sie ist die einzige im Landkreis, und sie steht all seinen Einwohnern offen.

Pfalzgrafenweiler - Monika Osmaston-Zakes ist Trauerbegleiterin und integrative Beraterin. Sieben Jahre lang hat sie in Loßburg Menschen in Trauer in Gesprächsgruppen begleitet. Jetzt ist sie mit ihrem Mann nach Dornstetten umgezogen.

 

Susanne Landenberger, die sich in Pfalzgrafenweiler als Kirchengemeinderätin engagiert, kennt sie aus einer ihrer Trauergruppen. Die Gespräche hätten ihr geholfen, und sie habe am eigenen Leib erfahren, wie wichtig der Austausch mit anderen Trauernden ist, sagt Landenberger über ihre Erfahrungen in und mit der Trauergruppe, die sie dazu bewogen haben, sich an der Hospizakademie in Stuttgart ebenfalls zur Trauerbegleiterin ausbilden zu lassen.

Die beiden Frauen verbindet aber noch mehr: Sie sind tief verwurzelt im christlichen Glauben. Und weil die Chemie zwischen ihnen von Anfang an gestimmt hat, beschlossen sie, gemeinsam über die evangelische Kirchengemeinde und als Teil der Hospiz AG des Landkreises Freudenstadt eine Gesprächsgruppe in Pfalzgrafenweiler anzubieten.

"In die Gesprächsgruppe dürfen alle kommen", betont Monika Osmaston-Zakes. Einige Trauernde haben sich bereits angemeldet. Mit ihnen haben die zwei Frauen ein Vorgespräch geführt, um zu erfahren, in welcher Situation sie sich befinden und was sie sich von den Gesprächen erhoffen. Das erste Treffen mit allen Teilnehmern zur Einführung ist am Donnerstag, 4. November, im Kaminzimmer im evangelischen Gemeindehaus. Danach treffen sich alle noch weitere neun Mal: am 18. November, am 2., 16. und 30. Dezember, am 13. und 27. Januar, am 10. und 24. Februar sowie am 10. März, jeweils von 19 bis 20.30 Uhr.

Die Treffen in einer festen, geschlossenen Gruppe, in der alle der Schweigepflicht unterliegen, damit offen geredet werden kann und nichts davon nach außen dringt, soll den Trauernden den nötigen Schutzraum bieten, erklären die beiden Frauen. Es gehe nicht darum, den Menschen Ratschläge zu geben, sondern jedem Teilnehmer zu helfen, seinen eigenen Weg der Trauer zu finden – nicht in Form einer Therapie, sondern durch Zuhören, in Gesprächen und im gegenseitigen Austausch. "Wir können den Menschen die Trauer nicht abnehmen, aber wir können ihnen Mut machen", weiß Monika Osmaston-Zakes.

Viele nahmen zuletzt unter ungünstigen Umständen Abschied

Gerade jetzt, wo viele von geliebten Menschen wegen Corona oft unter ungünstigen Umständen hätten Abschied nehmen müssen, sei dieses Angebot besonders wichtig, meinen die beiden Trauerbegleiterinnen. Aber auch, weil sich die sozialen Kontakte geändert hätten. "In der Gesprächsgruppe trifft man Gleichgesinnte. Oftmals ergeben sich neue Freundschaften, und das stärkt", erklärt Monika Osmaston-Zakes, weshalb sie mit Susanne Landenberger diese Treffen anbieten möchte.

Wer sich der Gesprächsrunde noch anschließen möchte – die Zahl ist auf zwölf Personen begrenzt – kann sich online unter trauerbegleitung-pfalzgrafenweiler@gmx.de oder unter den Telefonnummern 07443/249 95 20 und 07445/65 40 anmelden. Bei den Treffen sind die aktuell geltenden Corona-Regeln einzuhalten. Schnelltests sind vor Ort möglich.