Die Stadt Sulz plant den Anschluss einiger dezentraler Abwassereinrichtungen an das zentrale Kanalnetz. Symbol-Foto: © markus thoenen – stock.adobe.com Foto: Schwarzwälder Bote

Kommunales: Anschlüsse an das örtliche Kanalnetz und Umbau der Eingangsbereiche der Friedhöfe geplant

Sulz. Den größten Raum nahmen in der Sitzung des Technischen Ausschusses am Montag geplante Kanalanschlüsse in Sulz und Bergfelden in Anspruch. Im gesamten Stadtgebiet seien nur noch vereinzelt Wohngebäude mit häuslichem Abwasser nicht an eine zentrale Kläranlage angeschlossen, erklärte Jochen Steinwand, städtischer Bauleiter im Bereich Kanal, in der Online-Sitzung. Die Abwasserentsorgung dieser Sonderfälle erfolgt über geschlossene Gruben mit rund zehn Kubikmetern Grubeninhalt beziehungsweise Kleinkläranlagen mit wasserrechtlicher Genehmigung.

Mehrkosten für die Stadt

Seit 2001 ist der sogenannte rollende Kanal im Einsatz. Das sind Abfuhrfahrzeuge, die den Inhalt der Kleinkläranlagen und der Gruben regelmäßig abtransportieren. Dafür müssten die Abwassergebühren und der nicht auf die öffentlichen Kläranlagen entfallende Teil des Klärbeitrags bezahlt werden, was Mehrkosten in Höhe von 15 Euro pro Kubikmeter Abwasser für die Stadt bedeute, so Steinwand.

In der Bergfelder Straße in Sulz gehe es nun um ein Gebäude, das nicht an das öffentliche Netz angeschlossen sei. Mit einem rund 110 Meter langen Hauptkanal könnten die dezentrale Abwassereinrichtung des Gebäudes und die Straßenentwässerung an den öffentlichen Kanal angeschlossen werden, führte Steinwand aus.

Mehrmals geschoben

Im Zusammenhang damit stünden in diesem Bereich auch eine Maßnahme der Stromversorgung Sulz in Sachen Erdverkabelung und der Austausch der Wasserleitung an. Mit Blick auf die Haushaltsberatungen 2022 könnte man dann auch den Umbau der Eingangsbereiche des alten und neuen Friedhofs ins Auge fassen.

Das Projekt habe man schon mehrfach in Angriff nehmen wollen, aber immer wieder geschoben, so Steinwand. Im Vermögensplan für den Eigenbetrieb Abwasserbeseitigung habe man dafür 100 000 Euro veranschlagt. Nun will die Stadt einen Zuschussantrag bis September stellen mit Aussicht auf eine Förderquote von rund 55 Prozent. Beim Anschluss des Brachfelds an den Abwasserkanal habe man eine Förderung in dieser Höhe erhalten, erklärte Steinwand.

Hans Gühring (GAL) fragte nach, ob auch Starkregenereignisse bedacht worden seien. Bei Unwetter werde die Holzhauser Straße regelmäßig mit Regenwasser, das unter anderem von der Bergfelder Klinge herabfließe, gefüllt. Gühring wollte wissen, ob man das mit der Maßnahme abfangen könne.

Steinwand erklärte, dass man momentan dabei sei, die Grundlagen zu ermitteln. Wenn man die Straßenentwässerung komplett überplanen wolle, dann werde das ein Thema für die Diskussionen bezüglich der Haushaltsplanungen 2022 sein.

Auch Verkehr im Fokus

Stadtbauamtsleiter Reiner Wössner sagte, es werde zu einer größeren Maßnahme an der Stelle kommen. Im Zuge dessen sei auch eine Maßnahme bezüglich des Verkehrs geplant, so dass die Bergfelder Straße später nicht mehr als schnelle Abkürzung für den Durchgangsverkehr genutzt werden könne. Man denke daran, den alten und den neuen Friedhof mit einer Art "Gelenk" zu verbinden.

In der Stadtstraße in Bergfelden sollen derweil drei Gebäude mit einer dezentralen Abwasserbeseitigung an den öffentlichen Kanal angeschlossen werden. Hier müsse man wöchentlich mit dem rollenden Kanal fahren, was erhebliche Kosten nach sich ziehe.

Die Ableitung gestalte sich an dieser Stelle schwierig, meinte Steinwand. Neben der Grundstücksverfügbarkeit müssten zwei Varianten bezüglich der Trassenführung und der Wirtschaftlichkeit verglichen werden.

Variante eins sieht eine 125 Meter lange Hauptleitung vor, die dann an den Hauptkanal angeschlossen wird. Die Baukosten lägen bei rund 63 000 Euro. Variante zwei geht von einer 280 Meter langen Hauptleitung in eine andere Richtung aus. Diese Option sei aber allein aufgrund der hohen Kosten von rund 142 000 Euro voraussichtlich auszuschließen, meinte Steinwand. Die Schwierigkeit bestehe darin, die Leitung am See vorbeizuführen.

Bergfeldens Ortsvorsteher Martin Sackmann fragte, ob alle Vorgespräche mit den Anliegern geführt worden seien. Zunächst müsse man sich auf eine Variante einigen, ehe man das abkläre, so Steinwand.

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