Eines herrscht in der Innenstadt gerade nicht: Langeweile. Das verhindern aktuell einige Neueröffnungen. Von Permanent-Makeup über neue Raumausstattungen bis hin zu Ausstellungen.
Nicht nur am Münsterplatz, in den Gassen und im Stadtgraben wird derzeit eifrig gebaut, auch manch historisches Gebäude in der Kernstadt wird aufgehübscht und für eine Neues vorbereitet. Die Arbeiten am Kirsnerschen Haus sind in der Endphase, und für die einstige „Obere Apotheke“ hat sich ein neuer Eigentümer gefunden, der vielerlei Pläne für das Gebäude hat, aber sich noch bedeckt hält.
Verkauft ist auch die einstige „Goldschmiede Holland“ bei der Kapellenkirche. Auch hier wird eifrig gearbeitet. Gastronomisch hat sich das Angebot mit der neuen Burger-Bar, dem „Goldenen Apfel“ und „Pattys Patisserie“ erweitert, und die Angebote sind gut frequentiert.
Rund ums Wohlbefinden
In „Zizenhausen“, das Quartier oberhalb des Schwarzen Tores“, hat Diana Schulz seit einigen Monaten ihr Studio „Perma & Lashes“, wo sie Wimpernverlängerungen, Permanent Make-up, Schulungen und mehr anbietet. Sie fühlt sich hier in netter Nachbarschaft mit der Gastronomie sehr wohl, wie sie erzählt. „Eigentlich habe ich gar nicht dringend nach neuen Räumen gesucht. Ich hatte mein Studio bereits seit drei Jahren daheim in Neufra eingerichtet. Ich wollte mir nur mal umschauen, was es so gibt“, sagt sie. Aber bei den Räumen in der Waldtorstraße 9 habe sie nicht widerstehen können.
„Es hat einfach alles gepasst, die Größe, die Miete und die Parkplätze für die Kunden ganz in der Nähe“, sagt sei. Die Lage sei einfach perfekt. Sie habe zwar viel renoviert, aber jetzt ist jetzt hat sie ein gemütliches Studio in Weiß und Rosé geschaffen.
Neue Wohnrauminspiration
Ein paar Häuser weiter, im Eckhaus Flöttlinstorstraße 4 steht ebenfalls eine Veränderung an. Die Schaufenster sind noch mit Folien verhängt. Hier wird Raumausstatterin Miriam Pöllath im Oktober ihr Geschäft „Wohnraumstylisten“ eröffnen, wie sie im Gespräch erzählt. „Ich habe mich echt in das Lädchen verliebt, die Lage ist mega und der Laden auch“, schwärmt die gelernte Raumausstatterin.
Den Laden möchte sie wie eine Art Wohnzimmer, oder auch Showroom, einrichten und gestalten, so, dass es von außen auch immer etwas zu sehen gibt. „Und er soll immer wieder ein wenig umgestaltet werden, so, dass er ein richtiger Kreativort ist“, plant sie.
Wohnräume einrichten sind ihre große Leidenschaft. Ihre Mutter betreibt seit Jahrzehnten einen Raumausstatter Betrieb in Aldingen. Pöllath möchte auch mit anderen Gewerken zusammenarbeiten; alle paar Monate ein Upcycling-Projekt anbieten. Primär bietet sie Wohnraumstyling, Bodenbeläge und Gardinen an.
Gleich drei Leerstände gibt es in der Oberen Hauptstraße. Das geplante Café im Haus von Viola und Christian Aberle in der Hauptstraße 11 ist weiter ungenutzt, wie sie mitteilen. Gleich nebenan sind derzeit Büroflächen frei, die aber bereits wieder vermietet sind, informiert Carsten Brüner, Vorstandsmitglied der Volksbank Rottweil, die Eigentümerin der Immobilie ist.
Seit längerer Zeit steht auch das benachbarte Restaurant leer, ebenfalls im Gebäude der Volksbank. „Hier haben wir die Zeit genutzt, die einen oder anderen Renovierungsarbeiten auszuführen, sind aber mit Interessenten im Gespräch“, lässt Brüner wissen. Ein neuer Pächter sei momentan noch nicht in Sicht.
Die Innenstadt beleben
In der Hauptstraße 19 hat Intersport Kirsner derzeit einen kleinen Sommer-Outlet-Store zum Hauptgeschäft eingerichtet. Die Inhaber Dorothee Friederichs und Marcus Frank planen langfristig einen Shop, der besonders junge Kunden ansprechen und die Innenstadt beleben soll. Davor stünden aber noch Umbauarbeiten an.
Wie es im einstigen Lederwarengeschäft „Hügel“ in der Unteren Hauptstraße weitergeht, ist ebenfalls noch offen. In den vergangenen Monaten war hier die Galerie „Youngblood artspace“ untergebracht, doch das gemeinsame Projekt von Stadt und Forum Kunst war zeitlich begrenzt.
„Wir beenden die Ausstellungsreihe mit der Präsentation ‚Static Tremors‘ von Stenia Huber. Die Künstlerin ist in Rottweil geboren und lebt in Schweden. Die Präsentation ist ein wichtiger Teil ihres Abschlusses an der Akademie, ein Abschuss, der eine Ausstellung einfordert“, so Jürgen Knubben, Forum Kunst Geschäftsführer.
Die Ausstellung, die am 26. September um 19 Uhr eröffnet, dauert nur übers Wochenende. „Was danach kommt, ist noch vollkommen offen. Zunächst gibt es eine Winterpause“, sagt Jürgen Knubben. Es bleibt also spannend.