Anja und Daniel Hofmeister in ihrem „Lieblingslädle“ Foto: Rütschle

Für die Stammkunden war es eine traurige Nachricht, dass die kleine Filiale der Bäckerei Schweizer geschlossen wird. Aber der Leerstand in Balingen hat demnächst ein Ende.

Das Herzblut, das Daniel und Anja Hofmeister in ihr Handwerk stecken, ist sofort spürbar. Nach der Schließung der Bäckerei Schweizer, bei der Daniel Hofmeister acht Jahre lang, zuletzt als Bäckermeister, gearbeitet hatte, war die Entscheidung für Daniel und Anja Hofmeister getroffen: Sie wollen den Schritt in die Selbstständigkeit wagen.

 

Bis zum 15.Juli soll die Bäckerei „Lieblingslädle“ in der Oberen Kirchstraße 10 in Balingen wieder öffnen. Ursprünglich war die Neueröffnung schon für den 1. Juli geplant, doch Probleme mit der beauftragten Spedition führten zu Verzögerungen.

Von der Idee zur eigenen Backstube

Das Ehepaar Hofmeister und ihre beiden Mitarbeiter John Eith und Svetlana Schel sind jedoch bereit: Neben dem klassischen Brot und Brötchensortiment können sich Kunden unter anderem auf Pfefferbrezeln, Hofmeister-Krusten-Brot und eine Frühstückskarte freuen. Bei schönem Wetter soll es, neben den Tischen im Innenraum, Sitzmöglichkeiten vor dem Haus geben.

Das Sortiment soll laufend erweitert werden – Ideen hat das Team dafür viele, sagt Daniel Hofmeister. Das „Lieblingslädle“ soll eine reine Tagesbäckerei werden. Das bedeutet, dass alle Brote vor Ort am selben Tag gebacken und verkauft werden. Die Teiglinge werden vorbereitet und sollen anschließend ungefähr 24 Stunden ruhen. Das führt laut Daniel Hofmeister zu einer besseren Verträglichkeit und zu einem intensiveren Geschmack. Ein weiterer Vorteil daran sei, dass die Bäcker nicht schon vor Tagesanbruch in der Backstube sein müssen: „Vor halb sechs fange ich fast nie an“, sagt der Bäckermeister.

Ist die Selbstständigkeit nicht ein sehr mutiger Schritt? Für das Ehepaar Hofmeister war das immer das Ziel.

Die Schließung der Bäckerei Schweizer sahen sie als Chance: Im vergangenen Jahr tasteten sie sich mit einem kleinen Verkaufswagen an die Selbstständigkeit heran. Nun eröffnen sie mit dem „Lieblingslädle“ ihre eigene Bäckerei.

Mit vereinten Kräften

Doch das alles ginge nicht ohne die Unterstützung der Familie, sagt das Ehepaar. Anja Hofmeisters Eltern, die neben der Familie wohnen, packen überall mit an. Sowohl bei der Renovierung der Ladenräume, als auch bei der Betreuung der drei kleinen Töchter des Paares sind Daniel Hofmeisters Schwiegereltern zur Stelle. „Ohne meine Eltern würde es nicht gehen“, sagt Anja Hofmeister dankbar.

Mut zum Handwerk: Die Hofmeisters trotzen dem Trend

Dass die Hofmeisters mit ihrer Selbstständigkeit ein finanzielles Risiko eingehen, ist ihnen durchaus bewusst. Doch Daniel Hofmeister ist sich sicher, dass sich der Mut lohnen wird: „Es ist schade, dass viele kleine Bäckereien aussterben“, sagt er. Mit dem „Lieblingslädle“ wollen sie dem etwas entgegensetzen: Dort wollen sie individuelle Handwerkskunst statt Ware vom Fließband anbieten. Die Fließbandware der großen Bäckerketten könne auch mit dem Frischewert seiner Tagesbäckerei nicht mithalten, so Hofmeister.

Ein Lieblingsbrot aus der eigenen Backstube hat der Meister: das Hofmeister-Krustenbrot. Zubereitet mit viel Herz, wie Anja Hofmeister nicht ohne Stolz auf ihren Mann sagt.