Häuslebauer aufgepasst: In Nagold entstehen neue Baugebiete. Foto: Superingo - stock.adobe.com

Baugrundstücke sind in Nagold Mangelware. Das soll sich ändern. Die Stadt plant gleich mehrere Neubaugebiete für hunderte Einwohner. Hier gibt es die Übersicht.

70 Kaufwillige befinden sich derzeit auf einer Interessensliste der Stadt Nagold, um über Neuigkeiten zu Nagolder Bauplätzen informiert zu werden.

 

Aktuell dürften da nicht allzu viele Infos fließen. Geht es um städtische Bauplätze, hat Nagold kaum Grundstücke auf dem Markt, in der Kernstadt selbst sogar keine. Die Neubaugebiete Hasenbrunnen und Riedbrunnen sind längst vermarktet und weitgehend auch bebaut. Wo kann und soll also in Nagold in Zukunft noch Bauland erschlossen werden?

Nagold wächst in den nächsten Jahren im Süden

„Die Priorität liegt derzeit auf den beiden großen Gebieten in Hochdorf und Vollmaringen“, sagt Nagolds Pressesprecherin Julia Glanzmann auf Nachfrage der Redaktion. Nagold wächst also in den nächsten Jahren im Süden, und zwar in den jetzt schon größten Teilorten Hochdorf und Vollmaringen. Und dort sind die Pläne auch schon weit gereift.

Hochdorf: 118 Bauplätze und 237 Wohneinheiten

In Hochdorf ist das Baugebiet „Hochdorf Ost IIB“ geplant. Das Gebiet umfasst nach den Angaben der Stadt Nagold etwa sechs Hektar Nettobauland für 118 Bauplätze und 237 Wohneinheiten. „Das ergibt rechnerisch 474 Einwohner“, heißt es auf Anfrage der Redaktion.

Das künftige Neubaugebiet in Hochdorf aus der Volgelperspektive. Foto: Thomas Fritsch

Derzeit läuft das Bebauungsplanverfahren und auch das Umlegungsverfahren mit den Eigentümern. Die Stadt rechnet mit einem Abschluss beider Verfahren im Laufe des Jahres 2026. Im Anschluss erfolgt dann die Erschließung, so dass der Verkauf der Grundstücke derzeit für Ende 2028 oder Anfang 2029 anvisiert wird.

Vollmaringen: 41 Grundstücke für 112 Wohneinheiten

In Vollmaringen entsteht das Gebiet „Röte IV“. Die Nettobaufläche liegt dort bei rund 19 000 Quadratmetern. Darauf ist Platz für 40 Grundstücke für Einfamilienhäuser sowie einen großen Bauplatz für fünf Mehrfamilienhäuser. Insgesamt geht man im Nagolder Rathaus in der Planung von 112 Wohneinheiten aus, was rechnerisch Wohnraum für 224 Einwohner ergibt.

In Vollmaringen geht die „Röte IV“ an den Start.

„Der Grunderwerb ist abgeschlossen. Im nächsten Schritt wird der Bebauungsplan erarbeitet“, teilt die Stadt mit. Nach dem Satzungsbeschluss könnte dann auch die Erschließung beginnen.

Die Röte III wurde wieder zurückgestellt.

Die Stadt Nagold rechnet derzeit mit einem Verkauf der Grundstücke ab dem Jahr 2029. Zur Abrundung teilt sie weiter mit: „Die Röte III wurde aufgrund fehlender Mitwirkungsbereitschaft der Eigentümer zurückgestellt.“

Perspektivisch gibt es auch für Schietingen Überlegungen zu einem Baugebiet „Wezenäcker II“. Die Stadt hat hier schon Grunderwerb getätigt, „soweit es möglich war“. Weitere Planungen würden aber aufgrund „fehlender Mitwirkungsbereitschaft anderer Eigentümer“ zunächst zurückgestellt.

Zudem muss der Obere Steinberg genannt werden. „Die Stadt kauft dort nach wie vor Grundstücke auf und verfolgt weiterhin das Ziel der Entwicklung eines nachhaltigen Baugebiets“, heißt es auf Nachfrage der Redaktion. Bis allerdings wirklich rund um das bestehende Wohngebiet „Oberer Steinberg“ neues Bauland entsteht, wird wohl noch einiges an Zeit vergehen.

Für die jeweiligen Baugebiete gibt es Vergabekriterien

Und wer darf alles ein Baugrundstück kaufen? „Für die jeweiligen Baugebiete gibt es Vergabekriterien, die sich nach sozialen und ortsbezogenen Kriterien richten“, teilt die Stadt Nagold hierzu mit. Diese Kriterien wurden und werden von den jeweiligen Ortschaftsräten erstellt und dann auch noch vom Gemeinderat beschlossen. Im Regelfall gibt es deutlich mehr Bewerber als Grundstücke.

Weiter heißt es: „Wichtig ist dem Gemeinderat, mit dem Verkauf keinen Gewinn zu erzielen, sondern lediglich auskömmlich zu bleiben.“ Ziel ist also die „schwarze Null“.