Schnelle Fortschritte macht das Quartier Hans-Thoma-Höfe in Donaueschingen. Mit dem Rückbau der Gerüste beginnen nun die Arbeiten an den Außenanlagen. Erste Mieter sollen voraussichtlich im Mai 2025 einziehen.
Das Erscheinungsbild der Stadt Donaueschingen wandelt sich aktuell kräftig. Der Buchberg verändert sich durch die neue Realschule, und etwas weiter östlich zeigt sich mittlerweile, wie das neue Quartier bei den Hans-Thoma-Höfen aussehen wird.
Die ersten sechs Neubauten haben sich lange Zeit hinter Baugerüsten und Werbebannern versteckt. Das Richtfest wurde dort im Oktober 2023 gefeiert.
Mittlerweile sind die Putz- und Malerarbeiten an der Fassade beendet und die Photovoltaik-Anlagen (PV-Anlagen) auf den Dächern der Wohnblocks wurden im Juli fertiggestellt. Jetzt würden sämtliche Baugerüste zurückgebaut, heißt es von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima).
Sie ist verantwortlich für den Bau der Gebäude, in denen viele neue Wohnungen entstehen. Mit dem Rückbau der Gerüste beginnen jetzt in dem neuen Quartier die Arbeiten an den Außenanlagen: „Diese umfassen sowohl Leitungsverlegungen als auch den Bau von Wegen, Grünflächen und PKW-Stellplätzen“, erklärt Thorsten Grützner, der Pressesprecher der Bima.
Parallel zu den Arbeiten an der Fassade der Gebäude sei auch der Innenausbau in vollem Gange. Dieser werde gebäudeweise durchgeführt. Dadurch gebe es auf der Baustelle neben bereits fertiggestellten Wohnungen aktuell auch solche, bei denen die Ausstattung mit Bädern, Böden und Wandbelägen noch ansteht. „Die Fertigstellung und offizielle Abnahme sämtlicher Wohnungen ist ab Ende 2024 geplant“, erklärt Grützner.
Thorsten Grützner sagt, bei allen Wohnungen sei darauf geachtet worden, sie in die ruhigen Innenhöfe auszurichten: „Durch die Randbebauung im Bereich Hindenburgring und Dürrheimerstraße ist es gelungen, den Verkehrslärm weitestgehend aus dem Innenbereich der Hans-Thoma-Höfe herauszuhalten.“ Hierdurch entstehe in den Innenhöfen mit ihren Aufenthaltsbereichen und den darum angeordneten Balkonen und Terrassen ein lärmberuhigter Bereich.
Barrierefreier Wohnraum
War bislang die Rede von 88 Wohnungen und drei Gewerbeeinheiten, sollen es nun sogar 90 Wohneinheiten werden, einige davon barrierefrei. Alle Wohnungen haben einen Balkon oder eine Terrasse, einen Abstellraum und ein Kellerabteil sowie einen Tiefgaragen-Stellplatz. Dort befinden sich auch die Abstellbereiche für Fahrräder. Weitere Stellplätze gibt es im Außenbereich. Die Höfe sollen Spielplätze, ein Boule-Feld und verschiedene Sitzmöglichkeiten erhalten. Die Stellplätze seien dabei bereits für die Ausstattung mit E-Mobilität vorgesehen, „die gesamte Liegenschaft ist an das Fernwärmenetz der Naturenergie AG angeschlossen und alle Dächer sind mit einer Photovoltaik-Anlage ausgerüstet“, erklärt Thorsten Grützner.
Für Mitarbeiter des Bundes
Die Bima ist eine Einrichtung des Bundes. Die neuen Wohnungen im Quartier Hans-Thoma-Höfe sind deshalb im Rahmen der sogenannten Wohnungsfürsorge in erster Linie für Mitarbeiter des Bundes gedacht, etwa Soldaten von der Kaserne direkt gegenüber: „Das Ziel der Wohnungsfürsorge ist hierbei, Bundesbediensteten preisgedämpften Wohnraum in der Nähe ihres Einsatzortes zur Verfügung zu stellen“, so Bima-Pressesprecher Grützner. Die Wohnungen werden also zuerst Bediensteten des Bundes sowie ehemaligen Bestandsmietern angeboten. Diese waren während der Bauzeit übergangsweise in Ersatzwohnungen untergebracht. „Die entsprechenden Vorbereitungen laufen bereits“, heißt es aus der Bima-Pressestelle. Der erste Einzug von Mietern sei für Mai 2025 vorgesehen. Alle danach noch verfügbaren Wohnungen würden – zu den gleichen Konditionen – auf dem freien Markt angeboten.
Bezahlbare Mieten
Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben halte ihre Wohnungen dauerhaft im eigenen Bestand und vermiete sie zu bezahlbaren Mieten, erklärt Thorsten Grützner: „Entsprechend der Bima-Mietenrichtlinie orientieren sich die Mietpreise am unteren Rand des Mietspiegels oder der ortsüblichen Vergleichsmieten.“ Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestags habe die Bima zudem mit einem Haushaltsvermerk dazu ermächtigt, ihre Mieten auf in der Regel maximal zehn Euro pro Quadratmeter zu deckeln. „Von dieser Regelung wird die Bima in Donaueschingen Gebrauch machen“, erklärt Pressesprecher Grützner.
In den Hans-Thoma-Höfen soll es nicht nur Wohnungen geben, auch Gewerbe soll dort einen Platz bekommen, und zwar in dem Gebäude Dürrheimerstraße 19/21. Dort wird das Staatliche Hochbauamt mit seiner Außenstelle in Donaueschingen unterkommen, außerdem eine Zahnarztpraxis als neuer Mieter. „Die Vermietung weiterer gewerblicher Flächen ist in Vorbereitung“, sagt Grützner.
Das Projekt
Neubau
Vier Bestandsgebäude aus den 1950er-Jahren wurden bereits 2022 abgerissen. Danach begann der Neubau von sechs Mehrfamilienhäusern. Die Anlagen rund um die Gebäude werden jetzt neu gestaltet. Der Bau soll rund 35 Millionen Euro kosten. Es entstehen 7300 Quadratmeter Wohnfläche. Der zweite Bauabschnitt ist für 2025 geplant, wenn der erste bereits fertiggestellt ist. Dann werden fünf weitere alte Bestandsgebäude abgerissen und durch Neubauten ersetzt.