Das Bima-Gebäude in Oberschopfheim ist verkauft.Dort soll Wohnraum für bis zu 170 Menschen in 43 Wohnungen entstehen. Foto: Bohnert-Seidel

Friesenheim ist um 700 000 Euro reicher. Die Gemeinde, die 2017 die ehemalige Bundeswehrimmobilie in Oberschopfheim erworben hat, hat sie nun an einen Investor verkauft.

Ein Bebauungsplanverfahren ist für das Vorhaben nicht erforderlich, weshalb der Investor „Immo-Pro-Invest“ den notwendigen Wohnraum in Oberschopfheims zentraler Lage, mit gutem Anschluss an die Buslinie in Angriff nehmen kann.

 

Das Immobilienunternehmen war Gewinner der Konzeptvergabe und erhielt den Zuschlag für einen Plan, der von den Architekten „Lieb Architekten“ und „Tobias Hylla Architekten“ erarbeitet worden ist. Am 4. Juli 2024 hieß es zur Konzeptvergabe: „Der Kaufvertrag wird ausgearbeitet.“

Seit Ende November 2025 ist er unterschrieben. Das imposante Gebäude an der Oberschopfheimer Hauptstraße bleibt erhalten, wird saniert und teilweise umgebaut. Die vorhandenen Garagen- und Lagergebäude werden abgerissen und zwei neue Wohngebäude sollen zusätzlich entstehen. Auf dem Gelände wird Wohnraum für bis zu 170 Menschen in 43 Wohnungen entstehen.

Eine Tiefgarage mit 34 Stellplätzen ist geplant

Das Konzept sieht den Erhalt des alten Bima-Gebäudes (Bundeswehr-Immobilie) vor, dieses bleibt in seiner Substanz erhalten. Im Gebäude sollen auf einer Wohnfläche von gut 1400 Quadratmetern 19 Ein- bis Vier-Zimmerwohnungen mit Balkon entstehen. Über den Hof sollen dreifache Parkgaragen mit 21 Stellplätzen im Altbau entstehen. In einer Tiefgarage sind weitere 34 Stellplätze geplant. Mit sechs Stellplätzen im Hof sowie fünf entlang der Oberschopfheimer Hauptstraße stehen künftig 66 Stellplätze zur Verfügung. Zur Straße hin soll in dem dreistöckigen Gebäude ein Laubengang als Filterschicht zur Straße dienen und so auch die einzelnen Wohnungen erschließen. Jede Wohnung soll mit einem Balkon ausgestattet werden.

In zwei Gebäuden entstehen so in der Summe 43 Wohnungen

Über den Neubau von zwei Gebäudekomplexen soll so viel Grünfläche wie möglich für die Bewohner erhalten bleiben. Balkone richten sich mehrheitlich nach Süden aus. Innen liegende Treppenräume sollen mit Oberlicht großzügig belichtet werden, was die Erschließungsfläche auf ein Minimum reduziere, erläuterte im Juli 2024 Architekt Gerhard Lieb. In zwei Gebäuden entstehen so in der Summe 43 Wohnungen mit einer Wohnfläche von 2551 Quadratmetern. Die Wohnungen im Neubau werden von 25 bis 70 Quadratmeter Größen konzipiert. „Sie sind sogar noch kleiner als sie in sozial geförderten Wohnungen sein müssten“, erklärt Architekt Tobias Hylla. Was dazu geführt habe, dass alle Wohnungen über ein innen liegendes Treppenhaus erschlossen werden, um genügend Fassadenfläche für die Belichtung zu erhalten. Alle Gebäude bleiben in einem Grünraum erhalten. Die Tiefgarage sei mit allen Bauten unterirdisch verbunden.

Warum Konzeptvergabe? In den vergangenen Jahren wurden viele Optionen für die künftige Nutzung des 40 Ar großen Geländes durchgespielt. Im Gemeinderat wurde im Februar 2017 der Beschluss gefasst das Gebäude für sozialen Wohnraum zu nutzen.

Mit einer Bauzeit von knapp zwei Jahren wird gerechnet

Über die Gemeinde wurden knapp 3,6 Millionen Euro kalkuliert. Aufgrund fehlender Mittel ließ sich das nicht realisieren. Über einen Gemeinderatsbeschluss vom September 2023 warb die Gemeinde um Investoren für sozialen Wohnungsbau. Eine Bewertungsmatrix wurde von einem Vergabegremium ausgearbeitet.

Im Jahr 2024 wurde von Seiten des Investors von einer Bauzeit von knapp zwei Jahren ausgegangen.

Geschichte

Im Jahr 2017 hat die Gemeinde Friesenheim die ehemalige Bundeswehrimmobilie zum Preis von 155 000 Euro gekauft. Von 1951 bis 1966 war darin die Steppdeckenfabrik Badenia untergebracht. Später hat das Gebäude die Bundeswehr gekauft. Das Gelände verfügt über eine Fläche von gut 45 Ar. Zur Umnutzung des Fabrikgebäudes entlang der Oberschopfheimer Hauptstraße waren bereits 32 Wohneinheiten für 64 Personen im Gespräch. Auf dem Gelände wurde in früheren Überlegungen zusätzliche Mehrfamilienhäuser geplant. Im Oktober 2022 wurde der Verkauf des Grundstücks mittels Konzeptvergabe beschlossen.