15 Jahre lang war Veysi Sahin Färberstraßenwirt in Villingen. Nun kommt er nach Donaueschingen und erfüllt sich im Residenzviertel einen Traum. Damit ist das Quellhöfle-Trio wieder komplett.
Donaueschingen – Eigentlich hätte das dreigleisige Projekt mit der Bilderrahmenwerkstatt von Stefan Baur, Künstler Friedrich Hucke und Koch Marius Simon im August 2021 starten sollen. Ziel war es, den Hof in Donaueschingen neu zu beleben und eine kreative Mischung an einem lauschigen Platz zu schaffen.
33-Jährige ist ein erfahrener Gastronom
Während Baur und Hucke im Sommer ihre Geschäfte wie geplant öffneten, musste Simon aus familiären Gründen kurzfristig aus dem Quellhöfle-Projekt aussteigen. Aus dem Trio war ein Duo geworden. Besitzer Tilmann Rothweiler ging erneut auf Suche, um nach dem fehlenden, gastronomischen Puzzlestück Ausschau zu halten. Mit Erfolg. Jetzt, über ein halbes Jahr später, steht fest: Veysi Sahin wird die Lücke füllen. Der 33-Jährige ist ein erfahrener Gastronom. 15 Jahre lang hat er das "Glunkenhaus" in der Villinger Färberstraße betrieben.
Jetzt kehrt er der Partymeile mit überwiegendem Abendgeschäft den Rücken, will in Donaueschingen mit einer Taparia im Quellhöfle durchstarten. Rothweiler freut sich, mit Sahin einen erfahrenen Gastronomen gefunden zu haben. Dass dieser neue Anlauf klappt, davon ist er überzeugt. Veysi Sahin habe sich gegen drei Mitbewerber aus Donaueschingen durchsetzen können, einfach deshalb, weil er ein mediterranes Konzept umsetzen wolle, das es in der Stadt in dieser Form noch nicht gebe.
Nach 15 Jahren Ausweg aus zehrendem Nachtleben gesucht
Nach 15 Jahren in Villingen war Sahin auf der Suche nach einem Ausweg aus dem zehrenden Nachtleben, das kaum Raum für einen normalen Tagesablauf bot. Durch einen Zufall und über einen Bekannten wurde Sahin in der Corona-Zeit auf das leer stehende Quellhöfle aufmerksam. Für Sahin war es der perfekte Ort, um sich endlich seinen Traum von einer Taparia erfüllen zu können.
"So ein Konzept habe ich schon immer im Kopf", erzählt der 33-Jährige. Tapas seien vergleichbar mit Raclette, einer geselligen Mahlzeit, bei der Gäste sich ihre Happen nach und nach aus einer gemeinsamen Auswahl selbst zusammenstellen können. "So etwas fehlte noch im gastronomischen Angebot", ist er sich sicher.
Neben Restaurant gibt es auch Vinothek und Innenhof.
Das neue Lokal wird sich in drei Bereiche aufteilen: Vinothek, Restaurant und Innenhof. Das kulinarische Angebot soll in allen Bereichen gleich sein. Noch unsicher ist sich der Gastronom, ob die Karte in der Vinothek auf kalte Speisen begrenzt sein wird. Neben Tapas will Sahin auch andere mediterrane Speisen anbieten, als Tellergerichte, vor allem als Mittagstischangebot.
Wichtig ist ihm, dass die Karte übersichtlich bleibt, mit stets wechselnden Gerichten. Diese wird Sahins Mutter in der Küche zubereiten. Viele seiner Produkte und Getränke will der 33-Jährige direkt von den Herstellern beziehen. Insgesamt plant Sahin mit einem Team von rund zwölf Mitarbeitern, die ihm in Teilen von Villingen nach Donaueschingen folgen.
Konzerte und Veranstaltungen geplant
Angedacht sind auch Konzerte und Veranstaltungen. Dazu möchte der 33-Jährige den Innenhof nutzen. Von einem solchen Außenbereich träumt er nämlich schon lange. In der Villinger Färberstraße waren seine Bemühungen in diese Richtung jedoch ohne Erfolg.
Der Cocktailmeister denkt zudem über spezielle Cocktailabende nach. Starten will er aber erst einmal in einem regulären Rahmen, "um das Donaueschinger Publikum kennenzulernen", denn die Stadt an der Donauquelle ist für den erfahrenen Gastronomen bislang noch Neuland. Der Startschuss für Veysis Taparia – so heißt die neue Donaueschinger Gastroadresse – soll im Juni fallen.
Info: Das Gebäude
Das Quellhöfle-Ensemble wurde 1982 von Eckart Rothweiler leerstehend und abbruchreif erworben. Daraufhin wurden die drei alten Gebäudeteile unter Denkmalschutz gestellt und saniert. Die beiden neuen Flügel wurden angebaut und so ein Hof angelegt. 2011 übernahm Sohn Tilmann Rothweiler das Ensemble. Ein Teil der Wohnungen wurde saniert, das Quellhöfle weiter entwickelt. Verschiedene Gastronomien waren darin, in den Räumen von Friedrich Hucke befand sich zuletzt eine Sisha-Bar.