Andreas Kirchartz hat die priesterlichen Aufgaben in der Seelsorgeeinheit St. Theresia Trossingen, St. Georg Gunningen und Zu den Heiligen Engeln Durchhausen übernommen.
„Eigentlich war ich schon in den Vorbereitungen für die Vertretung an Ostern in Mulfingen in der Nähe von Bad Mergentheim“, sagte Andreas Kirchartz am Gründonnerstagmittag im Gespräch mit unserer Redaktion.
Dennoch freue er sich, dass er aufgrund personeller Veränderung seit dem 28. März die priesterlichen Aufgaben in der Seelsorgeeinheit St. Theresia Trossingen, St. Georg Gunningen und Zu den Heiligen Engeln Durchhausen wahrnehmen kann, da der bisherige Pfarrer seit Mitte März nicht mehr für die Seelsorgeeinheit tätig ist.
Die Aufgaben, um die es geht, umfassen demnach vor allem die Sonntagsgottesdienste, Taufen und Beerdigungen sowie die Krankensalbungen und Beichten. „Wir freuen uns natürlich, dass die Diözese Stuttgart-Rottenburg so schnell reagiert und uns Andreas Kirchartz aus Tübingen geschickt hat“, ergänzt Siegbert Fetzer, Vorsitzender des Kirchengemeinderats.
Kirchartz ist 41 Jahre alt. Geboren ist er in Karlsruhe und kam mit der Familie, als er fünf Jahre alt war, nach Albstadt-Ebingen. Er hat zunächst Mathe und Theologie auf Lehramt studiert. Nach einem Auslandssemester in Rom wechselte er ins Theologiestudium. Von 2014 bis 2016 war er Vikar in Friedrichshafen und ist seit 2016 in Tübingen in der Ausbildung von Pfarrern tätig.
Keine Investitur
„Ich habe mich aber bereits um eine andere Pfarrerstelle beworben“, so Kirchartz, „und kann meinen Dienst in Trossingen, Gunningen und Durchhausen lediglich die nächsten Wochen, eventuell Monaten versehen, also bis zum Dienstantritt meiner neuen Stelle“. Diese kurze Zeit sei auch der Grund, warum es in Trossingen keine Investitur von Andreas Kirchartz gibt. „Deshalb habe hier den Titel Pfarrvikar“, dies sei ein Pfarrer ohne Leitungsfunktion und Vollmacht.
„Die Administration bei uns übernimmt Dekan Mattthias Koschar aus Tuttlingen“, sagt Siegbert Fetzer, der auch damit rechnet, dass es nach Pfarrvikar Andreas Kirchartz für die Seelsorgeeinheit Trossingen, Gunningen, Durchhausen eine Vakanz geben könnte.
Überraschung für den Pfarrvikar
Bei seinem ersten Gottesdienst am Palmsonntag erwartete den Pfarrvikar eine große Überraschung, nämlich „die Kirche war voll“. Ob es daran gelegen hatte, dass es gerade der Palmsonntag war mit der Weihung von Zweigen, der Teilnahme der Erstkommunikanten sowie den Jungen und Mädchen des Kindergartens, die alle mit den Eltern da waren, wissen Andreas Kirchartz und Siegbert Fetzer nicht.
„Ich habe jedenfalls gespürt, dass kein Misstrauen gegen mich aufkam – es war das Gegenteil, denn ich bin mit offenen Armen empfangen worden“, freut sich Kirchartz. Dies sei auch in Gunningen und Durchhausen so gewesen.
Seinen Wohnort Tübingen wird der Pfarrvikar weiterhin behalten. „Ich bin in Tübingen in der Endphase der Promotion beschäftigt“, die er spätestens im Sommer abschließen möchte. So bleibt Andreas Kirchartz nur das Pendeln. „Ich werde also jetzt viele Baustellen zu bewältigen haben.“ Er habe dennoch den Blick darauf, ökonomisch zu bleiben: „Ich versuche, vieles zu verbinden.“
Gästezimmer im Pfarrhaus
Und wenn es, wie an Ostern täglich mehrere Gottesdienste zu halten gilt, dann steht ihm das Gästezimmer im Pfarrhaus selbstverständlich zur Verfügung, betont Siegbert Fetzer. Jetzt gelte es für ihn, „erst einmal die Leute kennenzulernen und in deren Bedürfnisse hineinzuwachsen“, sagt Kirchartz. „Ich versuche, ein Gespür dafür zu bekommen, was ankommt und wie viele Impulse ich setzen kann, denn hier in der Seelsorgeeinheit läuft vieles“. Er müsse das Rad nicht neu erfinden, „ich sehe mich hier unterstützend und helfend dafür, was repariert werden kann, um das Vertrauen in die Kirche zu festigen“.
Auch für den Kirchengemeinderat sei es einfacher, „dass wir wieder einen Pfarrvikar haben“, betont Fetzer, „und wir haben durchweg positive Rückmeldungen bekommen“. Nach dem Weggang des bisherigen Pfarrers habe Dekan Matthias Koschar am 21. März den Gottesdienst übernommen, „er hatte ein gutes Gespür und es gab in der Theresienkirche erstmals Applaus für eine Predigt“. Auch am Palmsonntag, als Andres Kirchartz sich erstmals vorstellte, seien die Leute in der vollen Kirche sehr dankbar für einen guten Gottesdienst gewesen.
Zukunft als offener Prozess
„Es war eine gelöste Atmosphäre“ bestätigt Kirchartz. Die Zukunft sei ein offener Prozess, „man denkt über vieles nach, wie man sich aufstellt“, fasst Kirchartz zusammen, „packen wir es an“. „Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit und sind gespannt auf die neuen Predigten“, sagt Siegbert Fetzer.