Ein gutes Dutzend Gründungsmitglieder waren bei der ersten Versammlung in den Räumlichkeiten der Firma Fessmann anwesend: vorne die drei Vorstände (von links) Felix Horner,  Bettina Janietz und Markus Becker. Foto: Gerald Nill

Mehr als ein Dutzend Gründungsmitglieder kamen zur ersten Versammlung des neuen Vereins „Zeller Archive“ bei Fessmann.

Herz und Vorsitzende des Vereins ist Bettina Janietz. Die Pädagogin und Archäologin sagt: „Ohne Geschichtsbewusstsein geht die Identität verloren.“ Vor gut drei Jahren begann die Hausenerin, die sich ausdrücklich als „Wahl-Zellerin“ bezeichnet, mit dem Archivieren von historischen Dokumenten im Zeller Textilmuseum. Gemeinsam mit dem Bürgerverein war Bettina Janietz in einer Interessengemeinschaft aktiv, bis sie erkannte, dass die Arbeit auf die Füße eines Vereins gestellt werden muss.

 

Einem guten Dutzend anwesender Gründungsmitglieder erklärte Janietz ihre Motivation: „Wir sind die letzte Generation mit analogen Quellen.“ Sprich: Papier. Die nächste Generation werde die Dokumente wie alte Postkarten, Briefe, Amtliches und Zeitungen vermutlich entsorgen, so dass die Sachen ein für alle mal auf dem Müllhaufen der Geschichte landen. Das will der Verein verhindern. Denn: „Wenn man seine Geschichte kennt, kennt man sich selbst“, sagt die Historikerin.

Historisches Gewissen

Das Auswerten, Digitalisieren und Archivieren von historischen Dokumenten wie hier zweier entdeckter über 200 Jahre alter Kassenbücher aus Gresgen ist das Ziel des jetzt gegründeten Vereins „Zeller Archive“. Foto: Gerald Nill

„Stadt hatte bislang wenig Interesse an ihrer eigenen Geschichte“

Peter Zluhan berichtete aus eigener bitterer Anschauung: „Ich habe in 30 Jahren die Erfahrung gemacht, dass die Stadt bislang kein Interesse an ihrer eigenen Geschichte hat.“ Janietz antwortete: „Aber jetzt hat sich einiges geändert, womit sie auf die neue Bürgermeisterin anspielte. Marion Isele erwähnte den erst tags darauf gegründeten Verein bereits lobend in ihrer ersten Neujahrsansprache.

Schlanker Vorstand

Praktiker Felix Horner und Versammlungsleiter Markus Becker legten die Regularien fest, schlugen eine schlanke Satzung sowie einen schmalen Vorstand mit Bettina Janietz an der Spitze und Becker und Horner als Stellvertretern vor: „Wir wollen die Sache so unkompliziert wie möglich machen“. Dagegen gab es nichts einzuwenden. Das Trio wurde einstimmig gewählt und wird nun das Vereinskonto anlegen und die Gemeinnützigkeit beantragen. Und dann mit der Arbeit loslegen. Weitere Ideen spuken bereits in den Hinterköpfen: Ein Weg des Wassers könnte zum Beispiel an der Wiese entstehen.

Weg des Wassers an der Wiese

Janietz recherchiert aktuell auch zur Zeller Zeitung und ist für Hinweise dankbar: „Jeder Support ist willkommen.“ Dankbar erwähnt der Verein den Gönner Thilo Fessmann, der geeignete Räumlichkeiten gratis im Firmenareal an der Wiesenstraße zur Verfügung stellt. Der Verein Zeller Archive ist überdies offen für weitere historische Dokumente sowie weitere Mitglieder und Anregungen.

Kontakt über die Homepage im Internet unter „www.zeller-archive.de“ oder direkt per Mail an „info@zeller-archive.de“