Noch vergangene Saison spielte Janick Schramm in der Regionalliga. In der Winterpause übernimmt der Cousin von Serge Gnabry den Trainerposten beim SC Neubulach.
„Dass es jetzt so schnell geht, hätte ich nicht gedacht“, lacht Janick Schramm. Vor genau einem Monat hatte der SC Neubulach die Trennung von Spielertrainer Julian Borgia bekanntgegeben. Einen Nachfolger hatte der auf einem Abstiegsplatz stehende A-Ligst noch nicht im Auge. Zunächst übernahm der langjährige Torwarttrainer Peter Volz interimsmäßig den Sportclub. Und dann tauchte plötzlich der Name Janick Schramm auf. Am Dienstag trainierte er zum ersten Mal mit der Mannschaft, am Sonntag (14.30 Uhr) soll der 33-Jährige gegen den TSV Altensteig zum ersten Mal auf dem Platz stehen – als normaler Spieler. In der Winterpause wird Schramm dann offiziell zum Spielertrainer.
Eigenes Unternehmen wächst
Schramm stammt aus der Jugend des 1.CfR Pforzheim. Von 2017 bis 2020 spielte er für den SSV Reutlingen in der Oberliga Baden-Württemberg und wechselte anschließend zum Ligarivalen 1.Göppinger SV, mit dem er 2024 in Regionalliga Südwest aufstieg. Da er parallel aber auch Gründer und Geschäftsführer der Finanz- und Anlageberatung Schramm Finance in Weissach ist, wollte der gebürtige Pforzheimer den Schwerpunkt stärker auf seine berufliche Karriere legen. „Das Unternehmen ist über die Jahre immer größer geworden. Daher war klar, dass der Vertrag in Göppingen beendet wird“, sagt Schramm im Gespräch mit unserer Redaktion. Im Sommer hätten verschiedene Vereine aus verschiedenen Ligen angeklopft, „aber es hat nirgendwo richtig gepasst“, beschreibt Schramm. Also wurde er erst einmal vereinslos, auch wenn klar war: „Ich hatte perspektivisch schon vor, wieder Fußball zu spielen.“
Und dann kam sein Kumpel Julius Wick ins Spiel, der Schiedsrichter beim SC Neubulach ist. Er machte den Job beim Sportclub schmackhaft – und Schramm sagte zu. „Ich sehe das auch als Chance, mich da als Trainer reinzuentwickeln und Erfahrungen auf dem Gebiet zu sammeln“, meint Schramm, der derzeit seine B-Lizenz macht. Auch vom zeitlichen Aufwand her sei die Aufgabe in Neubulach deutlich einfacher zu stemmen als in Göppingen. „Ich hatte früher drei- bis viermal in der Woche Training, jetzt zweimal“, sagt der ehemalige Regionalliga-Spieler, der weiterhin in Weissach lebt.
Professionalität wird erwartet
Seine neuen Mitspieler hätten am Dienstag beim ersten Training positiv auf ihn reagiert. „Die freuen sich auf mich und ich freue mich auch schon auf sie. Ich habe aber klar kommuniziert, dass ich jetzt vier Monate lang Pause hatte und erst wieder reinkommen muss“, sagt Schramm. Welchen Stil er dann als Trainer verfolgt, kann er schon gut abschätzen: „Eine gesunde Mischung. Ich bin nicht der Typ, der rumschreit. Ich möchte Spaß und Ehrgeiz reinbringen. Aber auch wenn wir im Amateurbereich sind, erwarte ich eine gewisse Professionalität.“ Der neue Spielertrainer unterstreicht aber auch: „Ich muss da erst reinwachsen und habe viel Respekt vor dieser Aufgabe.“
Ein paar Tipps könnte sich Schramm von seinem berühmten Cousin holen: Nationalspieler Serge Gnabry von Bayern München, der ebenfalls in Weissach aufgewachsen ist. „Wir stehen in engem Kontakt. Es ist interessant, von ihm zu erfahren, wie Vincent Kompany und Julian Nagelsmann so arbeiten“, grinst Schramm, der aber deutlich macht: „Ich bin ich und mein Fokus liegt auf Neubulach. Sportlich bringt mir das nichts, dass ich einen so berühmten Cousin habe.“
Mit Erfahrung helfen
Und wie sehr sich Schramm auf seinen neuen Verein freut, sieht man allein daran, dass er schon am Sonntag das erste Mal das Trikot des SC Neubulach tragen will: „Ich bin zwar erst ab der Winterpause Trainer, aber was spricht denn dagegen, jetzt schon zu spielen? Ich war vereinslos, dann geht das ja. So kann ich jetzt schon helfen, dass wir da unten rauskommen. Ich hoffe, dass ich mit meiner Erfahrung dazu beitragen kann.“