Am 31. Januar 2025 ist Schluss. Auf diesen Zeitpunkt hat der bisherige Betreiber gekündigt. Die Deutsche Post sucht nach einer Lösung. Ob dabei auch die Novellierung des Postgesetzes eine Rolle spielen könnte, ist noch offen.
„15 Jahre Partner-Filiale“ der Deutschen Post – so steht es am Eingang zur Postagentur in Bad Wildbad in der König-Karl-Straße 102. Doch damit könnte bald Schluss sein. Denn die Betreiber haben gekündigt – ob und wo künftig in Bad Wildbad eine Postfiliale sein wird, ist noch offen.
Was in der Stadt bereits die Runde macht und auch in sozialen Netzwerken Thema ist, bestätigt Marc Mombauer, Pressesprecher für Baden-Württemberg bei der DHL Group, zu der ja auch die Post gehört: „Unser Filialpartner hat fristgerecht zum 31. Januar 2025 gekündigt.“ Derzeit sei die Vertriebsleitung auf der Suche nach einem neuen Partner. Mombauer versichert aber: „Es wird auf jeden Fall weiterhin einen Poststandort in Bad Wildbad geben.“
Auch Bad Wildbads Bürgermeister Marco Gauger bedauert die Schließung und nennt auch Gründe: „Es ist zwar sehr schade, aber gleichzeitig nachvollziehbar, dass sich die Postfiliale in der König-Karl-Straße mit dem Wegfall des Postbank-Geschäfts nicht mehr wirtschaftlich betreiben lässt.“
Suche nach Alternative
Bei der Suche nach einem alternativen Standort müssten verschiedene Kriterien beachtet werden, „die es nicht ganz einfach machen. Gerne bietet die Stadtverwaltung dabei ihre Unterstützung an.“
Waren es früher rein von der Post selbst betriebene Filialen, so hat sich das bereits vor einiger Zeit geändert. Bei den Filialen, DHL-Paketshops und Verkaufspunkten kooperiere man bereits seit Mitte der 1990er-Jahre erfolgreich mit Partnern, vor allem aus dem Einzelhandel, informiert Mombauer. Diese Zusammenarbeit bringe „maßgebliche Serviceverbesserungen“ für die Kunden, wie „eine deutliche Erweiterung der Öffnungszeiten von durchschnittlich 18 Wochenstunden im Jahr 1990 auf heute rund 55 Wochenstunden“. Auch für die Partner habe das Modell „viele Vorteile“: Das Angebot von Postdienstleistungen bringe dem örtlichen Einzelhandel Frequenz und damit zusätzliche Umsätze, weil Konsumenten auch zusätzliche Waren und Dienstleistungen erwerben, so der Post-Pressesprecher weiter. Damit leiste das Partner-Modell einen wichtigen Beitrag zum Erhalt des Einzelhandels in den Städten und Gemeinden.
Mehr als 38 000 stationäre Annahme- und Verkaufsstellen für Post- und Paketdienstleistungen gebe es deutschlandweit, „ein größeres Netz als je zuvor“. Man sei mit „rund 12 900 Partner-Filialen, circa 10 400 DHL-Paketshops, über 13 500 Packstationen und Poststationen sowie rund 1700 Verkaufspunkten“ dort, wo Kunden „unsere Dienstleistungen in Anspruch nehmen wollen“.
Automatisierung möglich
Um den Kunden „im Zeitalter der Digitalisierung zeitgemäße und flexible Lösungen zur Verfügung zu stellen“, habe man das Automationsnetz in den vergangenen Jahren bundesweit stetig ausgebaut.
Zum 1. Januar 2025 tritt die Novellierung der Post-Universaldienstleistungsverordnung in Kraft. Das halte an der Vorgabe fest, dass es deutschlandweit weiterhin 12 000 Postfilialen geben muss, informiert die DHL Group in einer Pressemitteilung. Es sehe aber zudem die Möglichkeit von „automatisierten Stationen anstelle von Universaldienstfilialen“ vor. „Die Deutsche Post begrüßt diese Modernisierung, da die Automaten sich – auch wegen der zumeist durchgängigen Zugänglichkeit – großer Beliebtheit erfreuen und es in manchen Orten immer schwerer wird, geeignete Ladenlokale oder Einzelhändler zum Betrieb von Filialen zu finden“, heißt es in der Mitteilung weiter. Die Deutsche Post werde „auch in Zukunft darauf achten, dass jede Gemeinde bedarfsgerecht und regelkonform mit postalischen Dienstleistungen versorgt sein wird“. Wie genau das dann im ländlichen Raum aussehen wird, muss sich dann aber noch zeigen.