Eine große Gruppe weihte den neuen Radweg gemeinsam ein. Foto: Stöß

Nach zehn Jahren Planung wurde der neue Radweg zwischen Calwer Innenstadt und Wimberg offiziell eröffnet. Der Oberbürgermeister blickte dabei auch auf die Hürden des Projekts.

Nach einer Planungs- Umsetzungs- und Genehmigungsphase von zehn Jahren wurde der Radweg von der Calwer Innenstadt auf den Wimberg offiziell eröffnet. Oberbürgermeister Florian Kling, etliche Gemeinde- und Ortschaftsräte sowie Vertreter aus Verwaltung und Gesellschaft starteten am Calwer Rathaus zur gemeinsamen Radtour. Exakt um 17:17 Uhr durchtrennte der fahrende Tross das rote Band zum Zeichen der offiziellen Freigabe des lange Zeit herbeigesehnten Weges.

 

Florian Kling blickte auf die zurückliegende Dekade zurück. Er sparte nicht mit versteckter und direkter Kritik an der Bürokratie, „die man in Deutschland abbauen möchte“. Teils skurril anmutende Hürden animierten manch einen Gast im Nachhinein zum Schmunzeln. Es gab diverse Machbarkeitsstudien. Den prüfenden Behörden im Regierungspräsidium Karlsruhe musste verdeutlicht werden, dass „wir im Schwarzwald wohnen und es leider keinen flacheren Weg auf den Wimberg gibt“. Aber auch ein Bürger wurde in diese Richtung aufgeklärt. Dieser schrieb, „dass der Weg doch sehr steil sei“.

Naturbiotop stand im Weg

Ein anderes Beispiel: Im Laufe der langen Planungsphase ist ein Naturbiotop entstanden. Irgendwann stand einer Genehmigung das (eben nur durch den Radweg entstandene) Naturbiotop im Weg, „welches nun geschützt werden sollte“. Nicht zuletzt wartete man, bis der „Brückenprüfer“ sein „Okay für den Zustand des kleinen Brückchens“ gab.

Der Oberbürgermeister sprach viel Gutes an. So das Förderprogramm, ohne das eine Finanzierung nicht möglich gewesen wäre. Er bezeichnete das Landesgemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (Lgvfg) als „tolles Gesetz für die Finanzierung von Radwegen“. Im Gemeinderat wurde sehr viel diskutiert, um am Ende bei einem guten Kompromiss zu landen. Letztendlich waren viele Menschen konstruktiv an diesem „Kraftakt“ beteiligt.

Kein Wald gerodet

Nun sei es ein sicherer Radweg geworden, der zu den schönen Orten im Westen Calws mit der schönen Natur führe. Für den Weg habe man keinen Wald gerodet, sondern vorhandene Wanderwege ausgebaut.

Das Thema Sicherheit ist bedeutend für jene Schüler, die Schulen auf dem Wimberg besuchen und umgekehrt von den Höhenorten in das Hermann-Hesse-Gymnasium oder in die Heinrich-Immanuel-Perrot-Realschule fahren. Dies bestätigte der, ebenfalls im Raddress anwesende, HHG-Schulleiter Markus Köcher. Nun kann er seine Schüler animieren, am demnächst stattfindenden Stadtradeln mitzumachen, um einen der ersten Plätze erradeln zu können.

Beleuchtung der Kurve

Der Weg enthält im unteren Teil eine Spitzkehre von 180 Grad. Deswegen musste die Sicherheitsauflage erfüllt werden, wonach der Weg beleuchtet sein muss. „Nur wenn der Weg beleuchtet ist, kann der Fahrer erkennen, dass eine Kurve kommt,“ klärte Kling auf.

Die Beleuchtung springt nur an, wenn „Sie als Fußgänger oder Fahrradfahrer in der Nacht dort entlangkommen“. Deshalb sein Hinweis: „Vorsicht, wenn sie zu schnell fahren, dann geht das Licht erst hinter ihnen an.“