Auf der ehemaligen Schienenstrecke in Münchweier wurde ein neuer Radweg gebaut. An jeder der drei ehemaligen Bahnhalte steht nun eine Infotafel.
Mehr als 100 Bürger ließen es sich nicht entgehen, den fertiggestellten neuen Radwegabschnitt zwischen Ettenheimmünster und der Kernstadt an Münchweiers südlichem Ortsrand vorbei feierlich mit einzuweihen. Dort führt jetzt eine 1,1 Kilometer lange asphaltierte Fuß- und Radwegstrecke auf Münchweierer Gemarkung teils unmittelbar am Ettenbach vorbei – nämlich auf der historischen ehemaligen Kleinbahntrasse des früheren „Entenköpfers“.
Begangen wurde die Einweihung hinter Festplatz und Spielplatz an dortiger Scheune, wo sich früher der Münchweierer Bahnhof befunden hatte. Dort begrüßte Ortsvorsteherin Charlotte Götz unter zahlreichen Gästen auch Ettenheims Bürgermeister Bruno Metz sowie die Bundestagsabgeordneten Yannick Bury (CDU) und Johannes Fechner (SPD).
Metz erinnerte daran, dass schon 1991 erste Überlegungen zu einem Radweg angestellt worden waren, dann jedoch noch Jahrzehnte vergingen. Nämlich bis die damalige Ettenheimmünsterer Ortschaftsrätin Nadine Lemke mit einer von ihr organisierten Demonstration dafür sorgte, dass die bis dahin vor sich hin schlummernden Behördenapparate in Fahrt kamen.
Insgesamt wurden für den Münchweierer Streckenabschnitt 1,1 Millionen Euro investiert. Nach Abzug der Zuschüsse blieben davon noch 590 000 Euro an Ettenheim hängen.
Ortschaftsrat setzte sich für die neue Strecke ein
Den Löwenteil verschlang dabei mit 780 000 Euro der Straßenbau durch die Kippenheimer Fachfirma Trenkle, 170 000 weitere Euro wurden zur Umgestaltung des „Ablösle“ und 120 000 Euro für drei Brückenum- oder Neubauten und Beleuchtungen ausgegeben. Metz lobte, dass man sich entgegen ursprünglicher Radweg-Planung mit einer Straßen-Fahrspur auf der L 103 mitten durchs Dorf dann doch auf Drängen des Ortschaftsrates für eine alternative Strecke auf der bis dato nur noch als Fußweg genutzten ehemaligen Bahntrasse entschieden hatte. Ortsvorsteherin Götz bestätigte dankbar: Damit habe man über mehr Münchweierer Sicherheit hinaus auch zusätzliche Gestaltungsmöglichkeiten an der recht vielbefahrenen Ortsdurchfahrt behalten können. Auch sonst habe das Dorf durch den neuen Fuß- und Radweg durch idyllische Landschaft eine deutliche Aufwertung erfahren.
Schließlich griffen einige der beteiligten Gäste mit zur Schere, um ein Sperrband gleich mehrfach zu durchschneiden und den neuen Weg damit für die Öffentlichkeit freizugeben.
Info – Infotafeln erinnern an ehemalige Bahnhalte im Ort
Ortschaftsrat Dirk Hug erläuterte den Besuchern die Entstehungsgeschichte der drei Infotafeln, die auf ziegelüberdachten Holzkonstruktionen angebracht worden sind. Darauf wurden in ehrenamtlicher Eigenarbeit zahlreiche frühere Bild- und Textinformationen von den früheren Ortshistorikern Bernhard Uttenweiler und Adolf Zanger verarbeitet. An drei Münchweierer „Bahnstationen“ – nämlich am Schwarzgräbli, Ablösli und dem einstigen Bahnhof – lassen sich nun auf den jeweiligen Vorderseiten die Lokalbahngeschichte von 1893 bis 1958 mit vielen Daten, illustrierten Postkarten und Bildern studieren, während auf den Tafel-Rückseiten unterhaltsame Anekdoten und Geschichten von zeitgenössischen Bürgern für weitere Rückblicke sorgen. Überdies können hier auch Kinder per ausgelegten Fragebögen einen „Bähnli-Führerschein“ erwerben und bei Ablieferung eines entsprechenden Bons auf dem Rathaus auch noch an einer kommenden Verlosung von Kinderpreisen teilnehmen.