Der Ortseingang Isenburg aus Richtung Empfingen: Die Straße hat schon arg gelitten. Foto: Jürgen Lück

Seit Jahrzehnten gilt die Straße durch Isenburg als eine der schlimmsten Straßen des Landkreises. Wie das Rathaus daraus etwas Innovatives machen will.

Die Fahrt durch Isenburg ist seit Jahren kein Vergnügen: Ruckelpiste, schmal, die Ränder abgefahren, die Fahrbahn notdürftig geflickt. Jetzt soll diese Straße zum Vorzeigeprojekt werden.

 

Bei der Vorstellung des neuen Konzepts im Gemeinderat Horb sagt Isenburgs Ortsvorsteher Ralph Löffler: „Der Ortschaftsrat hat zugestimmt. Das ist eine kreative Lösung, die sogar landesweit zum Vorbild werden könnte.“

Das Zauberwort lautet: „Shared Design“. Das ist zwar Englisch, kommt aber ursprünglich aus den Niederlanden. Dahinter steckt die Idee, Straße, Fuß- und Radwege auf einer Ebene zu machen, damit sich alle Verkehrsteilnehmer die Fläche teilen. Das prominenteste Beispiel in der Landeshauptstadt Stuttgart ist die Tübinger Straße mit „Shared Space“.

Warum Shared Design für Isenburg die Lösung ist

Doch: Bei einer Ortsdurchfahrt gibt es das noch nicht. Der zuständige Fachbereichsleiter Thomas Hellener: „In Isenburg ist es eine besondere Herausforderung. Die Straße ist so eng, das man keine konventionelle Lösung hinbekommt. In einer Planskizze haben wir erste Ideen entwickelt, wie das in der Ortsdurchfahrt Isenburg umzusetzen ist.“

Anders als in der Tübinger Straße in Stuttgart-City gilt in Isenburg Tempo 30. Hellener sagt: „Durch Bäume und ähnliche Gestaltungselemente kann man den Verkehrsraum so beeinflussen, dass die Autofahrer das Tempo reduzieren. Dazu kann man Bodenschwellen installieren.“

Die Ortsdurchfahrt Isenburg in Höhe Heideweg/Burgweg. Wenn man den Fußweg links ebenerdig macht, können sich hier Autos, Fußgänger und Radfahrer die Fläche teilen. Foto: Jürgen Lück

Das ist wichtig. So können die Autos im Gegenverkehr beispielsweise in Höhe Heideweg/Burgweg den dann ebenen Fußweg links nutzen, um vorbeizukommen. Ohne Fußgänger oder Radfahrer zu gefährden.

Spielt Landkreis bei der innovativen Ortsdurchfahrt mit?

Stadtarchitekt Hellener: „Das ist eine Kreisstraße. Wir als Kommune sind für die Gehwege zuständig.“ Laut Beschlussdrucksache des Rathauses würde der Vollausbau der Ortsdurchfahrt den Landkreis zwischen 4 und 5 Millionen Euro kosten. Dazu könnten Anwohner auch noch zu Erschließungsbeiträgen wie in der Panoramastraße Horb oder der Oberdorfstraße in Mühringen für Gehwege und Stützmauern durch das Rathaus Horb zur Kasse geben werden.

Die Ortsdurchfahrt Isenburg Richtung Horb: Der Gehweg links ist fast schon „Shared Design“. Foto: Jürgen Lück

Durch das Shared-Design sind die Gesamtkosten niedriger. Isenburgs Ortsvorsteher Ralph Löffler sagt: „Bei einem Vollausbau hätten wir unzählige Grundstücksangelegenheiten zu erledigen.“ Der innovative Umbau ist auch förderfähig, wenn er „funktional“ begründet wird.

Wie viel Geld spart die neue Variante?

Horbs OB Michael Keßler: „Wir lassen das gerade durch das Landratsamt als auch durch das RP Karlsruhe prüfen.“

Gemeinderat Hermann Walz (ULH) will wissen, wie viele Kosten durch die neue Variante für Horb entstehen. Hellener: „ Die Kosten für Horb werden nicht höher als beim konventionellen Ausbau sein. Es wird Synergieeffekte mit den Stadtwerken geben. Mit dem Ausbau können wir gleich Dinge unter der Erde mit erledigen.“

Die Straße bis zum Kreisverkehr wird wieder mal geflickt

Der Gemeinderat stimmte einstimmig zu. Die Straße davor zwischen Kreisverkehr Empfingen/Buchhöfe bis Isenburg wird wieder mal mit dem Deckenprogramm des Landkreises für 380.000 Euro geflickt. Der Gemeinderat stimmte zu. Aber nur „im Vertrauen darauf, dass der Landkreis den straßenbegleitenden Radweg sowie den klassifizierten Ausbau der K 4764 zeitnah weiterverfolgt und entsprechende Planungsschritte einleitet.“