Aufatmen bei der katholischen Seelsorgeeinheit Neckar-Baar: Die vakante Pfarrstelle wird wieder besetzt. Und jetzt ist auch bekannt, wann genau Pfarrer Thomas Schmollinger von Trossingen nach Schwenningen wechseln wird.
Er habe in viele lachende Gesichter geschaut, einige Besucher hätten sogar applaudiert, erzählt Stefan Erchinger, Vorsitzender des Kirchengemeinderats in Schwenningen.
Nach den Gottesdiensten in der St. Franziskus- sowie in der Mariä Himmelfahrtskirche hat er nämlich die frohe Botschaft verkünden dürfen: Von den beiden vakanten Pfarrstellen, die das Pfarrer-Duo Michael Schuhmacher und Andreas Schulz im Mai hinterlassen haben, ist zumindest eine wiederbesetzt.
Und der Nachfolger ist für die meisten kein Unbekannter: Pfarrer Thomas Schmollinger, der derzeit noch die Seelsorgeeinheit Trossingen leitet.
Investitur am 14. September
Wie der Pfarrer im Ruhestand, Albrecht Zepf, derzeitiger Administrator in der Seelsorgeeinheit Schwarzwald-Baar, berichtet, wird Thomas Schmollinger nach den Sommerferien in die Neckarstadt wechseln, der Investiturgottesdienst wird am 14. September sein.
„Wir sind dankbar“, sagt Zepf, der den Trossinger Pfarrer durch verschiedene Anlässe gut kennt. Er freue sich, dass mit Schmollinger ein vielseitig gelehrter und offener Priester in die rund 10 600 Christen zählende, große Seelsorgeeinheit kommt. Der neue Pfarrer kenne keine regionale Distanzen, das sei viel wert.
Ein menschennaher Pfarrer
Und nicht nur die klassischen Liturgie-Dienste wird Schmollinger leiten: Trauer, Pädagogik, Multikulturalismus oder Sozialraumgestaltung – alles Themen aus dem Alltagsleben der Gemeinde, und „er kann überall andocken“, sagt Albrecht Zepf. Grundsätzlich gelte aber: Es gibt nun wieder eine neue Ansprechperson für die Gemeinde. In Tuningen sei man froh, einen Pfarrer zu bekommen, der auf die Menschen zugehe, der aber auch eine Portion Humor besitze, habe die dortige Kirchengemeinderatsvorsitzende Isolde Bieberstein berichtet.
Einzug in neue Wohnung
Bevor Schmollinger seine Entscheidung, die Seelsorgeeinheit zu wechseln, getroffen hat, habe er nicht nur mit Albrecht Zepf, sondern auch mit Stefan Erchinger ein intensives Gespräch geführt. Bei Schmollingers Besuch in Schwenningen habe er ihm die katholischen Kindergärten, die Mariä-Himmelfahrts-Kiche und auch die neuen Pfarrwohnungen, die derzeit noch im Bau sind, gezeigt und sich über die Gemeinde ausgetauscht, blickt der Kirchengemeinderatsvorsitzende zurück. In eine der beiden Wohnungen wird Schmollinger dann im Sommer einziehen können. Bis dahin sei auf jeden Fall fertig renoviert, versichert Albrecht Zepf.
Weitsichtig gehandelt
In Sachen Bauvorhaben – Neubau der Pfarrwohnungen, Abriss des alten Pfarrhauses mitsamt Pfarrbüro an der St.-Franziskus-Kirche, Aufgabe des jetzigen und Bau eines neuen Gemeindehauses – gebe zwar noch einiges zu tun, „der Zug ist aber auf den Schienen“, betont Stefan Erchinger. Die Kirchengemeinde habe frühzeitig und weitsichtig gehandelt, was die Reduzierung des Gemeindebestands angeht, sogar noch bevor das Projekt der Diözese Rottenburg-Stuttgart – „Räume für eine Kirche der Zukunft“ – überhaupt offiziell ins Leben gerufen wurde.
Gut aufgestellt
Überhaupt findet Erchinger, dass die Kirchengemeinde in den vergangenen Jahren – von der Pandemie über die Energiekrise bis hin zur Vakanz – „trotzdem alles gut auf die Füße gestellt hat“. Besonders in der Vakanz habe man sich so gut aufgestellt, dass man die restliche Zeit bis zum Sommer 2025 auch noch gut bewältigen werde, ist er sich sicher.
Ein funktionierendes Team
Und das gehe nur, wenn die Aufgaben im Pastoralteam auf verschiedenen Schultern verteilt sind. Neben Gemeinde-Administrator Albrecht Zepf ist seit dem Weggang von Michael Schuhmacher und Andreas Schulz Diakon Christian Feuerstein mit großem Engagement vor allem im Predigtdienst und für Beerdigungen im Einsatz, seine Frau Lucia Feuerstein habe als Gemeindereferentin aufgestockt. Zum Pastoralteam zählen ebenso Pfarrer John Kannu Musa, der für die kroatische Gemeinde zuständige Pfarrer Josip Jelic, Pastoralreferent Uli Viereck sowie Gemeindereferentin Christel Stöffelmaier.
Zweite Stelle noch unbesetzt
Und was ist mit der zweiten vakanten Pfarrstelle? Pfarrer Musa bleibe auf jeden Fall, bis auch diese Stelle wiederbesetzt ist, versichert Albrecht Zepf. Sie werde im Januar noch einmal ausgeschrieben, voraussichtlich als Pfarr-Vikarsstelle. Man hoffe, dass sich Thomas Schmollingers Neubesetzung schnell herumspreche und Bewegung in die Bewerbersituation bringe.
Werbung für den Kirchengemeinderat
Und auch für die im März anstehenden Kirchengemeinderatswahlen sind die Verantwortlichen durch die neue Pfarrstelle optimistisch, ein richtiges Signal für potenzielle neue Mitglieder gesetzt zu haben. Wieder ein volles Gremium mit 18 Räten besetzen zu können sei das Ziel, sagt Stefan Erchinger. Man sei jetzt schon kräftig dabei, die Werbetrommel zu rühren.
Die Werbetrommel erfolgreich gerührt hat die Gemeinde also indes, um Thomas Schmollinger als Pfarrer gewinnen zu können, fasst der Kirchengemeinderat zusammen, und blickt voraus: „Er kommt in eine gut funktionierende Struktur hinein, aber sie mit Leben zu füllen, ist kein Selbstläufer“.