Bei der konstituierenden Sitzung (von links): Tim Kaltenbach, Steffen Geighardt, Patricia Nöller, Adrian Sonder, Katharina Dölker, Philipp Bohnet, Evelyn Killinger, Tim Steffen, Melanie Marschaleck, Oliver Rath und Wolfgang Fahrner Foto: Christiane Frey

Die neuen Ortschaftsräte von Wittlensweiler sind im Amt, vier von neun sind weiblich. Neu ist das Amt des Jugendbeauftragten. Eine Doppelspitze soll damit die Belange der Jugendlichen aufnehmen und umsetzen. Mit noch mehr Änderungsvorschlägen im Gepäck kam der neue OB zur ersten Sitzung.

Der neue Ortschaftsrat Wittlensweiler traf sich zu seiner konstituierenden Sitzung. Erstaunlich viele Zuschauer hatten sich in der Erwin-Hils-Halle eingefunden, begleitet wurde die Feier vom Musikverein Wittlensweiler. Auch Oberbürgermeister Adrian Sonder und Bürgermeister Wolfgang Fahrner waren gekommen, um die neuen Ortschaftsräte feierlich in ihr Amt einzuführen.

 

Zunächst galt es aber, die ausscheidenden Mitglieder zu verabschieden, diese Aufgabe übernahm Sonder: „Wir haben nun schon ein bisschen Übung, denn wir waren schon in vielen Ortsteilen Freudenstadts unterwegs, aber das Beste kommt immer zum Schluss.“ Damit hatte der Oberbürgermeister die Lacher auf seiner Seite, denn er schob gleich noch hinterher: „Das sage ich überall.“

Lob für ehrenamtliches Engagement

Sonder dankte den fünf ausscheidenden Räten für ihr ehrenamtliches Engagement, das heutzutage keine Selbstverständlichkeit mehr sei. Bei jedem der Fünf hob er hervor, was sie oder er in den vergangenen Jahren Besonderes für den Ort geleistet hatte. Dazu gab es Geschenke von Ortsvorsteher Philipp Bohnet, verbunden mit einem herzlichen Dank auch von ihm.

Der neue Ortschaftsrat wird nun deutlich jünger, vor allem aber sehr viel weiblicher. Es dürfte eines der wenigen kommunalen Gremien sein, das nahezu paritätisch besetzt ist, denn gleich vier Ortschaftsrätinnen sitzen im neunköpfigen Rat. Gemeinsam mit Bohnet sprachen alle Neuen die Verpflichtungsformel nach, die Fahrner zunächst erklärt hatte.

Patricia Nöller folgt auf Katharina Dölker

Ihre erste Aufgabe bestand in der Wahl des Kandidaten für das Amt des Ortsvorstehers, und der heißt wieder Philipp Bohnet. Dem Ortschaftsrat steht nur das Vorschlagsrecht zu, die Wahl selbst muss dann im September in der ersten Sitzung des neuen Freudenstädter Gemeinderats bestätigt werden. Zu Bohnets Stellvertretern wurden Oliver Rath und Katharina Dölker gewählt.

Die fünf ausscheidenden Ortschaftsräte mit der Spitze der Stadtverwaltung und dem Ortsvorsteher (von links): Judocus von Kemenade, Oberbürgermeister Adrian Sonder, Andrej Sabjan, Katharina Fehr, Philipp Bohnet, Bernd Wetzel, Norbert Keller und Bürgermeister Wolfgang Fahrner Foto: Christiane Frey

Die neue Kindergartenbeauftragte ist Patricia Nöller, sie übernimmt das Amt von Katharina Dölker. Erstmals wird es auch das Amt des Jugendbeauftragten geben, nach politischen Vorbildern wurde hier eine Doppelspitze gewählt. Melanie Marschaleck und Tim Steffen werden gemeinsam versuchen, als Ansprechpartner die Belange der Jugendlichen aufzunehmen und umzusetzen.

Für die künftige Zusammenarbeit hatte Sonder ein Fünf-Punkte-Programm vorbereitet, das er in Grundzügen kurz vorstellte. So soll im Testlauf versucht werden, auf die Freigabe von Einladungen und Protokollen der Ortschaftsratssitzungen durch die Verwaltung zu verzichten. Es soll zudem ein regelmäßiger Austausch mit der Verwaltung, den Fraktionsvorsitzenden im Gemeinderat und auch mit ihm und Bürgermeister Fahrner etabliert werden. Generell strebt Sonder an, die Kommunikation zwischen der Stadt und den Ortsteilen zu verbessern – das dürfte eine Daueraufgabe werden. Das Budget des Ortsteils soll trotz der angespannten Finanzlage minimal erhöht werden.

Ausgabensperre der Stadt Freudenstadt

Und dann wünscht sich der neue Oberbürgermeister noch, dass die Stadtteile bei großen Events in Freudenstadt präsenter werden. Er könne sich zum Beispiel auf dem Weihnachtsmarkt gut einen Stand aus Wittlensweiler vorstellen.

Aus aktuellem Anlass ging Sonder auch auf die gerade verkündete Ausgabensperre der Stadt Freudenstadt ein, die im September ebenfalls im Gemeinderat Thema sein wird. Sonder wörtlich: „Die enge finanzielle Lage wird auch die kommenden Jahre anhalten.“ Die Handlungsspielräume seien eng, es gelte zu priorisieren. Ganz oben auf der Liste stünden die Pflichtaufgaben. Sonder bekannte: „Ich bin im Team Zuversicht, ich sehe darin auch eine Chance.“