Vor über 600 Gästen in der Hohenberghalle wird Horbs neuer OB Michael Keßler (CDU) vereidigt. Was er sagt und was Horber jetzt erwartet.
Der Neuanfang. Fast alle Gemeinderäte sind in Anzug und Krawatte da, die Hohenberghalle ist mit 600 Gästen voll. Und Bürgermeister Ralph Zimmermann (FDP) startet die Vereidigung.
Zimmermann: „Die Amtseinführung wurde auf den 11. November gelegt. Das ist nicht nur Fasnetseröffnung, sondern auch Martinstag. Also starten wir fröhlich mit Narri, Narro und...“ Die ganze Halle ruft „Horrido.“
Dann wird es offiziell. SPD-Fraktionschef Thomas Mattes: „Sie sind der fünfte Oberbürgermeister der Großen Kreisstadt Horb und das zweite Gemeinderatsmitglied, das zum OB gewählt worden ist. Der persönliche Umgang mit Ihnen war stets fair. Man konnte sich nachher immer die Hand reichen. In der Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat wird zuweilen auch künftig Ihre Ausgleichs- und Vermittlungsfähigkeit gefragt sein.“ Keßler spricht den Eid.
Regierungspräsidentin Sylvia M. Felder ist als Kommunalaufsicht von Horb die neue „Aufsichtsrätin“ von Michael Keßler (CDU). Sie sagt: „Bürgermeister sind näher an den Menschen als jede andere politische Ebene – sie müssen erklären, begründen und aushalten. Er ist Problemlöser, Streitschlichter, Sorgenbaum und Zauberer zugleich. Es gibt keinen kommunalen Zauberstab, der Mehrheiten beschert oder die Gewerbesteuer sprudeln lässt – das ist harte Arbeit.“
Bürgermeister Zimmermann: „Keine Lichtgestalt, sondern einer von uns“
Bürgermeister Ralph Zimmermann sagt zu seinem neuen Chef: „Du bist keine Lichtgestalt, sondern einer von uns.“
Pastoralreferentin Susanne Tepel hat passend eine Laterne dabei. Sie sagt: „Vielleicht geht es weniger darum, große Ziele zu erreichen. Sondern darum, einen guten, gemeinsamen Weg zu gehen. Auf dem nicht nur Tempo zählt, sondern das Miteinander. Wie Sankt Martin, der einfach geteilt hatte, was er hatte.“
OB Keßler: Zusammen Horb in gute Zukunft führen
In seiner ersten programmatischen Rede betont Keßler die Gemeinsamkeiten, das Ehrenamt. Hebt Lukas Reimann (23) hervor. Dieser ist Mesner, im Jugendgemeinderat, bei der Feuerwehr, im Schützenverein und im Schneesportclub.
Keßler: „Unsere Bürger sind fleißig und zielstrebig. In Horb zeigen 300 Vereine, dass Ehrenamtliche eben nicht egoistisch unterwegs sind. Zusammen gehen wir die Herausforderungen an. Zusammen werden wir Horb weiter in eine gute Zukunft führen.“ Er lobt die Ortsvorsteher als „Kitt zwischen Gemeinderat und Ortschaftsräten“.
OB: Ohne funktionierende Wirtschaft geht nichts
Politisch fordert Horbs neuer OB Michael Keßler (CDU): „Wenn wir es nicht schaffen, massiv Bürokratie und überzogene Forderungen zu Öko- und Waldausgleich, aber auch Auflagen zu Bauwerken zu reduzieren, wird es an unseren Standorten schwer möglich sein, global zu bestehen. Ohne funktionierende Wirtschaft mit Arbeitnehmern, die zusammen Steuern zahlen, werden wir die Herausforderungen der Zeit nicht meistern.“
Er kündigt an, dass sich die nächste Sparrunde in Horb auch um die Pflichtaufgaben drehen wird.