Der Arzt Michael Fritzer aus Villingen gehört ab 1. April zum Notarztteam für den neuen Notarzt-Standort Blumberg am Längehaus. Foto: Lutz

Blumberg kennt Michael Fritzer schon durch seine Tätigkeit als Betriebsarzt. Seit rund 20 Jahren ist er für das Ventilwerk von Tenneco in Zollhaus und für die Blumberger Feuerwehr zuständig, seit mehr als zehn Jahren für die Stadtverwaltung. Künftig wird er noch öfter in der Eichbergstadt weilen: als Notarzt für die Malteser.

Blumberg - Er gehört zum Ärztepool, der bundesweit agierenden Notarztbörse, mit der auch der künftige Notarzt-Standort Blumberg beim Längehaus besetzt wird, der am 1. April in Betrieb gehen wird.

 

Mit Interesse verfolgte er die Berichterstattung der Presse über den neuen Notarzt-Standort und meldete sich auf eigene Initiative. Auf die zusätzliche Aufgabe als Notarzt in Blumberg freut er sich besonders. Zum einen sei es der erste hauptberufliche Notarzt-Standort im Schwarzwald-Baar-Kreis, und dann übernehmen diesen Standort auch noch die Malteser, denen Michael Fritzer schon lange verbunden ist.

Ein Traum geht in Erfüllung

"Für mich geht mit der Notarztwache in Blumberg ein Traum in Erfüllung. Ich bin seit 1974 mit Leib und Seele Malteser. Über die Malteser habe ich den Weg in die Medizin gefunden. Als Spätberufener habe ich mit über 41 Jahren das Medizinstudium abgeschlossen und bin seitdem als Arzt tätig."

Im Krankenhaus Donaueschingen war er 13 Jahre als Notarzt unterwegs. Nun ist er hauptberuflich als Betriebsarzt tätig. Für den neuen Notarzt-Standort Blumberg hat er sich gleich die ersten Schichten als erster Malteser Notarzt auf dem Malteser Notarzteinsatzfahrzeug reserviert. "Darauf habe ich mich sehr lange gefreut", sagt Fritzer.

Zu den Maltestern kam er durch den Erste-Hilfe-Kurs, den er für den Führerschein benötigte. Er habe immer viele Fragen gestellt, erzählt er schmunzelnd, da habe der Ausbilder ihm angeboten, doch mittwochs in die Gruppenstunde zu kommen. Er kam und blieb.

"Die Malteser leisten ihre Dienst aus christlicher Nächstenliebe", schildert Michael Fritzer, was ihn mit der jahrhundertealten, 1099 in Jerusalem gegründeten Hilfsorganisation verbindet. Die Malteser hätten traditionell immer fortschrittlich gedacht und gehandelt und schon früh auf Rhodos und Malta Hygienevorschriften erarbeitet und durchgesetzt.

Gleich für die erste Schicht angemeldet

"Das wird einer der schönsten Notarzt-Standorte in unserem Bereich", ist er überzeugt. Während der Bauphase hat er die Räumlichkeiten schon einmal besichtigt.

Sein erster Einsatz ist gleich an Gründonnerstag, dem ersten Tag, an dem die Malteser den Standort übernehmen. Er hat sich für die erste 24-Stunden-Schicht eingetragen, sagt er. Anders als bisher, als Blumberg vom so genannten alleinfahrenden Notarzt versorgt wurde, ist am Längehaus künftig ein Team im Einsatz.

"Es ist immer ein Notfallsanitäter, der Fahrer ist, vor Ort, und ein Notarzt." So kann der Notarzt während einer Anfahrt zu einem Einsatz Informationen über die Leitstelle in Villingen-Schwenningen erhalten und über Funk auch mit einem eventuell schon vor Ort befindlichen Rettungswagen Kontakt aufnehmen. Schichtbeginn ist am Donnerstag um sieben Uhr.

Zur Person: Michael Fritzer

Michael Fritzer (65) stammt aus Villingen. Nach der Hauptschule lernte er Postjungbote, absolvierte bei der Bundespost die mittlere Laufbahn und nebenher bei den Maltesern die Ausbildung bis zum Rettungssanitäter. Es folgten die Ausbildung zum Krankenpfleger sowie zur Anästhesie und Intensivpflege, darauf das Abendgymnasium und ein Medizin-Studium in Freiburg. In den Krankenhäusern in Villingen und Donaueschingen war er 13 Jahre als Krankenhaus- und für Donaueschingen auch als Notarzt im Einsatz. Seit dem Jahr 2000 ist er als Betriebsarzt tätig.