Mehr als ein Jahrzehnt hatten die Bewohner der Gäugemeinde kein Lebensmittelgeschäft mehr im Ort. Nach dem Spatenstich Mitte Februar und dem Richtfest Anfang Juli wird sich das in Kürze ändern.
Ende 2011 war es, als in Ostelsheim im »nah und gut...«-Markt in der Hauptstraße endgültig die Lichter ausgingen. Wirtschaftliche Gründe waren dafür verantwortlich.
Die Suche Der Laden sei mit einer Verkaufsfläche von 250 Quadratmetern einfach zu klein. Bundesweit würden sich Größen zwischen 100 und 499 Quadratmetern mit einem durchschnittlichen Negativwachstum von 4,7 Prozent schon längst nicht mehr rechnen, hatte damals die Verbrauchergenossenschaft Calw als Betreiber des Ladens mitgeteilt. Fortan versuchte die Gemeindeverwaltung, einen Interessenten zu finden, der ein Lebensmittelgeschäft im Ort betreibt – erst einmal vergeblich.
Die Vorgeschichte
Erste Gespräche Im Januar 2021 kam dann erneut Bewegung in das Thema Nahversorgung. Damals hatte es erste Gespräche zwischen Frank Baderschneider, dem Leiter der Norma-Niederlassung in Eutingen, sowie dem damaligen Bürgermeister Jürgen Fuchs gegeben. Im Sommer 2023 wurde die Baugenehmigung erteilt. Das Bauprojekt war recht anspruchsvoll, Architekt und Bauleiter waren immer wieder gefordert. Verschiedene Auflagen mussten erfüllt werden: zum Löschwasser, zum Schutz der Quelle und dem Feuchtbiotop im oberen Teil des Grundstücks.
Die Verkaufsfläche
Verkaufsfläche Mit dem Lebensmittelmarkt Norma soll die Lebensmittelversorgung in Ostelsheim langfristig sichergestellt werden – obwohl ein Ort mit etwa 2200 Einwohnern nicht gerade prädestiniert ist für einen Markt mit 1100 Quadratmetern Verkaufsfläche. So groß ist der neue Norma im „Benzenäcker“ am östlichen Ortsausgang Richtung Dätzingen auf dem Gelände neben dem Getränkemarkt Grözinger.
Auch ein Backshop mit 36 Quadratmetern gehört dazu, außerdem 70 Parkplätze. Es entstehe eine Filiale der Bäckerei Sehne, sagte Baderschneider im Gespräch mit unserer Redaktion.
Norma hat sich für den Standort Ostelsheim auch deshalb entschieden, weil auf der Landesstraße täglich 11 000 Autos unterwegs sind. Während Lebensmitteldiscounter und große Supermärkte ihre Marktposition in jüngster Vergangenheit ausbauen konnten, waren die Marktanteile der SB-Warenhäuser und kleinen Lebensmittelgeschäfte in letzter Zeit laut Branchenkennern rückläufig.
Die Restarbeiten
Restarbeiten Um von der Stuttgarter Straße in Richtung Dätzingen fahrend zukünftig die Zufahrt zum neuen Norma zu gewährleisten, ist eine Linksabbiegerspur notwendig. Das Aufmalen der Markierung gehört sozusagen zu den Restarbeiten vor der offiziellen Eröffnung. Diese war zuerst für September vorgesehen.
„Es müssen noch Elektro-, Heizungsarbeiten erledigt werden, außerdem für die Lüftung“, erläutert Baderschneider. Auch Außenanlagen und Photovoltaikanlage seien noch nicht fertig. „Zum Einräumen brauchen wir zwei Wochen“, sagt der Niederlassungsleiter. Die Eröffnung soll dann Anfang oder Mitte Oktober gefeiert werden.
Treffpunkt Aus Ostelsheimer Sicht ist der neue Norma auch von Bedeutung, weil er ein Treffpunkt für die Bevölkerung sein wird und dort laut Norma zehn Arbeitsplätze entstanden sind. Aus der Ortsmitte sind es rund 300 Meter zu Fuß oder mit dem Rad bis zur neuen Einkaufsmöglichkeit, die auch für ältere Menschen gut erreichbar ist.