Der Blick geht hier auf das geplante Klinikgebäude, mit OP-Bereich im ersten Stock und Patientzimmern darüber. (Visualisierung) Foto: GMP

Frank Edelmann spricht über seine Hoffnungen und Erwartungen für das künftige Lahrer Klinikum – und was ihn daran gereizt hat, die Leitung des städtischen Projektteams zu dem geplanten Neubau bei Langenwinkel zu übernehmen.

Nachdem Carsten Gabbert zum 1. April Regierungspräsident wurde, brauchte es einen neuen Leiter für das städtische Projektteam zum Klinik-Neubau. Es ist, wie berichtet, Frank Edelmann. Der langjährige Bürgermeister von Steinach äußert sich hier zu dem für die Stadt so wichtigen Bauvorhaben.

 

Herr Edelmann, welchen Eindruck macht der Entwurf des Klinik-Neubaus auf Sie?

Ich kann den Siegerentwurf nur in seiner städtebaulichen Wirkung beurteilen: Die Einbindung in die Landschaft über unterschiedliche Gebäudehöhen finde ich sehr gelungen, ebenso die verkehrliche Erschließung. Durch die Gebäudestrukturierung wird die Klinik ein lebendiges Gebilde.

Sie sind der neue Leiter des städtischen Projektteams zum Klinikbau. Beschreiben Sie bitte seine Aufgaben.

Als Projektleiter koordiniere ich die Zusammenführung der einzelnen Fachplanungen bei der Stadt Lahr; nicht jedoch der Planungen des Ortenaukreises. Die anstehenden Fachplanungen sind vor allem der Bebauungsplan als rechtliche Grundlage für die neue Klinik mit den dazugehörigen Klärung von Artenschutz, Hochwasserschutz und alle weiteren Themen wie auch damit zusammenhängend die Änderung des Flächennutzungsplans. Weiterhin die Planung der äußeren Erschließung, Verkehrsanbindung an die B 415, die Umsetzung des Grunderwerbs und die Erarbeitung des städtebaulichen Vertrags zwischen der Stadt und dem Ortenaukreis.

Was reizt Sie an dieser Aufgabe?

Auf die Nachfrage von OB Ibert, ob ich mir diese Aufgabe vorstellen kann, habe ich sehr spontan Ja gesagt. Wir sind als Unternehmen in der Projektentwicklung seit vielen Jahren tätig und entwickeln Baugebiete und Investorenprojekte und weiteres. Als früherer Kreisrat und Krankenhausausschussmitglied habe ich an der Agenda 2030 mitgewirkt. Jetzt an der Umsetzung eines zentralen Teilprojektes beteiligt zu sein, ist etwas Besonderes.

Wie sehen Ihre ersten Tage als Projektteamchef aus?

Sie sind insbesondere geprägt durch das Kennenlernen der beteiligten Personen und Einarbeiten in die bisherigen Projektschritte. Direkt im Anschluss an die öffentliche Präsentation des Siegerentwurfes folgte eine erste Abstimmung im Projektbüro.

Vieles beim Klinik-Neubau ist noch unklar, etwa, ob ein Parkplatz oder ein Parkhaus gebaut wird. Was würden Sie da befürworten?

Diese Frage ist aktuell noch offen. Und wie so oft, gibt es nicht nur Richtig oder nur Falsch. Beide Varianten haben Vor- und Nachteile, die es im weiteren Prozess abzuwägen gilt. Am Ende sollte die sinnhafteste Lösung zum Zuge kommen. Meine persönliche Meinung: An einer offenen Parkfläche favorisiere ich die Flexibilität für Nutzungsanpassungen und an einer Hochgarage die Flächeneffizienz.

Eine weitere Sorge betrifft den Flächenverbrauch und dass die jetzt geplanten 9,5 Hektar nicht reichen werden. Welche Entwicklung ist hier noch zu erwarten?

Bezüglich des Flächenbedarfs möchte ich auf die Informationen bei der öffentlichen Veranstaltung am 15. Mai verweisen sowie auf das nun startende Bebauungsplanverfahren. Dort werden die Flächen sehr konkret und verlässlich dargestellt sein. Der Ortschaftsrat in Lan-genwinkel wird sich damit bereits am 4. Juni und 18. Juni befassen wie dann auch der Gemeinderat am 8. Juli.

Frank Edelmann Foto: Stadt

Erwarten Sie generell Probleme, bis die Klinik gebaut werden kann?

Grundsätzlich sprechen wir in Planungs- und Entwicklungsprozessen nicht von Problemen, sondern von Herausforderungen, die es im Laufenden zu lösen gilt. Die größte Herausforderung ist sicherlich die Zeitachse. Hier werden alle Beteiligten mit vollem Einsatz zum Gelingen des Projektes beitragen. Aber ich bin mir sicher, dass für alle, in Kenntnis der Bedeutung des Projektes für Lahr und die ganze Region, ausreichende Motivation dafür vorhanden ist.

Haben Sie schon mit Ärzten und Pflegekräften der Klinik am Altvater gesprochen? Wenn ja – wie denken sie über den Umzug?

Bisher nicht; auf die Rückmeldung der dort Arbeitenden bin ich besonders gespannt.

Was gefällt Ihnen ganz persönlich an den Plänen für die neue Lahrer Klinik am besten?

Die fast parkähnliche Gestaltung der Außenanlage mit Einbindung in die Landschaft und die sehr gute Strukturierung der Gebäude. Für tägliche Abläufe optimal gegliedert, aber trotzdem kein bauliches „Ungetüm“. Mir gefällt ein Detail: Öffenbare Fenster, auch wenn dazu wohl Fliegengitter notwendig werden.

Was für eine Atmosphäre wird auf dem Gesundheitscampus herrschen?

Ich bin mir sicher, dass die dort Arbeitenden eine sehr gute Umgebung für ihre tägliche Arbeit haben und somit ein gutes Umfeld für gute Arbeitsergebnisse geschaffen werden kann. Durch die sehr gute öffentliche Anbindung entfällt der erste und letzte Stress des Arbeitsalltags. Diese positive Stimmung wird sich dann auch vorteilhaft auf die Patientinnen und Patienten übertragen.