Einen visuellen Streifzug durch die Geschichte Zells kann man mit dem neuen Kalender für 2026 von Rudolf Tscheulin erleben. Dabei erlebt man auch den Wandel der Stadt.
„Es war mir ein Anliegen, anlässlich der 750-Jahr-Feier von Zell, einen Rückblick auf die Stadt und einen Blick darauf zu bieten, wie sie früher einmal war – als eine Erinnerung“, sagt der Zeller Rudolf Tscheulin im Gespräch mit unserer Redaktion. Gerade ein solcher Rückblick sei bei den Jubiläumsfeierlichkeiten seiner Meinung nach zu kurz gekommen. Und deshalb hat er erneut einen historischen Kalender gestaltet.
Künstliche Intelligenz hat auch ihre Tücken
Die Ansichten auf das alte Zell – allesamt von schwarz-weißen Ansichtskarten – hat er fast wirklichkeitsgetreu koloriert. Doch dieses Mal nicht mehr händisch wie bei den Kalendern der vergangenen Jahre, sondern erstmals mit komplettem Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI). Allerdings gebe es da auch einige Hürden zu bewältigen, erzählt Tscheulin im Gespräch mit unserer Redaktion. „Die KI denkt sich was dazu, was im Original nicht vorhanden ist, dass man dann händisch wieder zurück bearbeiten muss“, erklärt er.
„Durch die Kolorierung erstrahlen die Schwarz-Weiß-Momente in lebendiger Tiefe und ermöglichen einen noch eindringlicheren Blick in das damalige Stadtleben“, sagt Tscheulin.
Die farbige Zeitreise zeigt Ansichten auf das Alt-Zell von vor über 100 Jahren. Die ältesten Bilder stammen aus dem Jahr 1882 und führten über die Jahrhundertwende bis in die 1960er Jahre.
Früher im Vergleich zu heute
Der besondere Reiz des Kalenders liegt in der direkten Gegenüberstellung historischer Fotografien mit denen von denselben Orten von heute. So können Betrachter auf einen Blick erkennen, wie sich Straßenzüge, Plätze und historische Gebäude verändert – oder eben bewahrt – haben.
Der Wandel über zwei Jahrzehnte wird erlebbar. Auch Tscheulin hat diesen Wandel der Landschaft beim Erstellen des Kalenders selbst erfahren: „Ich konnte viele Fotos nicht mehr vom exakt gleichen Standort machen, denn ist alles zugewachsen.“ Deshalb seien dann bei den Bildern aus diesem Jahr überwiegend Drohnenaufnahmen verwendet worden.
Von den Pferdefuhrwerken der Kaiserzeit bis zu den ersten Autos der Nachkriegsjahre: Der Kalender „Zell im Wandel der Zeit“ zeigt historische Momente und ist ein visueller Streifzug durch die Geschichte. So ist auf einer Aufnahme von 1937 zu sehen, wie noch das dampfende „Todtnauerli“ durch die Stadt fährt.
Wissenswertes zur Geschichte
Auf manchen Seiten sind die Aufnahmen gepaart mit kurzen Texten zur Geschichte. So wird auf dem Kalenderblatt vom Januar erzählt, wie der Weiler Freiatzenbach entstand, auf dem Juni-Blatt wird die Geschichte der Wasserversorgung in Zell erzählt. Eine Zeitreise in der Stadtkirche erlebt man in vier Bildern aus verschiedenen Jahren, ebenso wie bei den Bildern und Texten zur Zeller Industrie.
Wie der Einzelhandel geschrumpft ist
Auch die Kirchstraße gestern und heute wird gezeigt – auf diesem Kalenderblatt wird mit einer Liste von Geschäften von damals und heute mehr als deutlich, wie sehr der Einzelhandel in der Schwanenstadt im Laufe der Zeit geschrumpft ist.
Der Kalender ist für 24 Euro bei der Bäckerei Gutmann in der Kirchstraße sowie im Elektrogeschäft Maxhuni in der Schopfheimer Straße erhältlich.