Blick in die Zukunft: Lutz Meschke, der Finanzvorstand der Porsche AG, auf der Pressekonferenz mit dem VfB Stuttgart Foto: Baumann/Alexander Keppler

Mit dem Einstieg von Porsche hat der Fußball-Bundesligist einen einmaligen Rahmen. Nun ist es am VfB, die Chance zu nutzen, meint unser Sportredakteur Carlos Ubina.

Lutz Meschke stammt vom Niederrhein. Da liegt es nahe, dass sein Herz für Borussia Mönchengladbach schlägt. Doch als Finanzvorstand der Porsche AG ist er mittlerweile auch in Stuttgart verwurzelt. Über den VfB bringt er nun sein Faible für den Fußball und seinen strategischen Geschäftssinn zusammen: denn mit dem Einstieg des Autobauers aus Zuffenhausen als Investor beim VfB zündet man den Turbo, dem Club eröffnet sich plötzlich eine große Chance.

 

Als starkes Signal für die Region und in die Region wertet nicht nur Meschke das millionenschwere Engagement. Es soll der Startpunkt einer erfolgreichen Zusammenarbeit und Zukunft sein – gemeinsam mit dem Ankerinvestor Mercedes-Benz Group, MHP und möglichst weiteren Partnern. Somit bewegt sich der VfB in einem Rahmen, der bis vor Kurzem unmöglich erschien.

Wenn man so will, können die Stuttgarter jetzt den Blinker setzen, um auf die Überholspur auszuscheren. Weil die Marke mit dem Stern die Größe beweist, dass es in der Mercedesstraße in Bad Cannstatt nicht nur eine Porsche-Arena, sondern auch eine MHP-Arena, die bisher den eigenen Namen trägt, geben kann.

Als Königsmacherin wurde Britta Seeger, die Vertriebschefin von Mercedes, bezeichnet. Sie hat sich für eine Lösung eingesetzt, die das eigene Unternehmen gut dastehen lässt – und von welcher der VfB profitiert. Der Superdeal ist aber ebenso das Verdienst von Alexander Wehrle. Der VfB-Vorstandsboss hat es geschafft, ein Bündnis zu schmieden, das in der Ballbranche seinesgleichen sucht.

Der natürliche Anspruch der Weltmarken Mercedes und Porsche samt MHP ist es dabei, nicht durchschnittlich oder gar abstiegsgefährdet zu sein. Alles dreht sich dort um die Premiumklasse. Ausgesprochen hat das weder Meschke noch ein anderer Protagonist. Doch der Gladbach-Fan hat den perfekten Steilpass gespielt. Der Ball liegt nun beim VfB. Aber Vorsicht: Geld allein reicht nicht, um erfolgreich zu sein. Das wissen nicht zuletzt die Weiß-Roten aus eigener Erfahrung. Der Club ist nun gefordert, mit passenden Entscheidungen das Ganze zu veredeln.