Der Ausrüster aus Hohenlohe verlängert seinen Vertrag um sechs Jahre und erwirbt 1,16 Prozent der Anteile an der VfB Stuttgart AG. Bei einem rein finanziellen Engagement soll es nicht bleiben.
Jetzt ist es offiziell. Wie unsere Redaktion vorab berichtet hatte, verlängert Jako nicht nur seinen Ausrüstervertrag bis 2029, sondern steigt beim VfB Stuttgart auch als Investor ein. Wie das Unternehmen mit Sitz in Hohenlohe und der Bundesligist am Donnerstag gemeinsam bekannt gaben, übernimmt der Sportartikelhersteller 1,16 Prozent der Anteile der VfB-AG, was vier Millionen Euro entspricht.
Der Wert des VfB wurde dabei wie 2017, als Daimler als Ankerinvestor eingestiegen war, auf 350 Millionen taxiert. Der Autobauer hält 11,75 Prozent der Anteile, der Hauptverein des VfB an der eigenen AG 87,09 Prozent. Bis zu 24,9 Prozent plante der VfB bei seiner Ausgliederung an externe Geldgeber zu veräußern. Weshalb Nochvorstandschef Thomas Hitzlsperger bezüglich des Jako-Einstiegs von einem „ersten, wichtigen Schritt“ sprach. „Wir wollen strategische Partner. Nach Daimler war Jako das Beste, was wir bekommen konnten“, betonte der 39-Jährige und hob die regionale Komponente des Ausrüsters aus Mulfingen-Hollenbach hervor.
Was allerdings nicht bedeutet, künftig weitere Investoren aus dem Schwäbischen präsentieren zu können, wie es nach der Umwandlung in eine AG ursprünglich einmal das Ziel war. Genauso denkbar sind global agierende Konzerne als weitere Geldgeber. Zur Frage nach der Verwendung der Jako-Finanzspritze von vier Millionen sagte Hitzlsperger: „Wir hatten die letzten zwei Jahre Umsatzeinbrüche. Wir sind aktuell in der Position, wo uns das Geld helfen kann, einen Spieler zu halten. Aber wir können nicht auf Shoppingtour gehen.“
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In der Firmenzentrale unterstrichen die Mitarbeiter des familiengeführten Unternehmens (Jako steht für die beiden Flüsse Jagst und Kocher) ihre Verbundenheit zum schwäbischen Fußballstolz. „Das Herz hier schlägt weiß-rot“, sagte Firmengründer Rudi Sprügel. Der Einstieg beim abstiegsbedrohten Bundesligisten bedeutet für Jako das erste Engagement dieser Art. Der 64-Jährige unterstrich, den Club aus Cannstatt auch außerhalb des finanziellen Engagements „zu unterstützen, wo es geht“. Auf die Frage, ob es ihn auch in den Aufsichtsrat ziehe, zeigte sich Sprügel offen. Dem ehemaligen Zweitligaspieler (Würzburger Kickers) ist es ein Anliegen, für personelle Kontinuität zu sorgen, um den Verein „wieder nachhaltig in der Bundesliga zu etablieren“.
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Die starke Verbundenheit zwischen Jako, das mehr als 100 000 Vereine in 50 Ländern mit Sportkleidung ausstattet, und dem VfB bringt auch die Verlängerung des Ausrüstervertrages bis zum Jahr 2029 zum Ausdruck. Der VfB kassiert dafür 20 Millionen Euro. „Der Ausrüstermarkt hat sich stark verändert. Die großen Konzerne stehen nicht mehr Schlange“, sagte VfB-Marketingvorstand Rouven Kasper. „Insofern ist es ein klares Zeichen, um sechs Jahre zu verlängern.“