Das Urgestein übernimmt: Ab sofort sitzt Jens Kusterer auf der Trainerbank der SF Gechingen. Am 31. Januar startet der Bezirksliga-Tabellenführer in die Vorbereitung.
Jens Kusterer ist ein Gechinger Sportfreund durch und durch. Bereits mit fünf Jahren fing er an, bei den SFG Fußball zu spielen. Bis zum Alter von 27 Jahren hatte er nie für einen anderen Verein gespielt. Dann ein erneuter Kreuzbandriss und der Wechsel zum SV Schönbronn als Spielertrainer – um sich mit Blick auf seine Verletzungen stärker in die Trainer-Richtung zu orientieren. Zwei Jahre später kam Kusterer zurück nach Gechingen und übernahm die zweite Mannschaft als Spielertrainer. Nachdem nun Balasz Venter kurz vor der Winterpause aus beruflichen Gründen als Trainer der ersten Mannschaft zurücktrat, obwohl er sie als Tabellenführer überwintern ließ, entschied sich die sportliche Leitung der Sportfreunde für Kusterer.
Wohl nicht mehr auf Platz
Für das Gechinger Eigengewächs ist der Job als Cheftrainer der ersten Mannschaften nicht vollkommen neu. Bereits vom Übergang von Manuel Vogt zu Balasz Venter übernahm er für zwei Wochen als Interimstrainer. Als dann das Angebot kam, jetzt langfristig den Job zu übernehmen, hatte er sich aber zunächst Bedenkzeit erbeten. Im Gespräch mit unserer Redaktion erklärt Kusterer: „Ich war immer Spielertrainer. Das wird jetzt weniger. Ich werde zwar mittrainieren, aber realistisch betrachtet nicht mehr spielen. Das ist leistungsmäßig nicht gegeben, muss ich ehrlich sagen. Es sei denn, wir haben viele Verletzte. Und dann war mir wichtig, dass eine gute Lösung für die zweite Mannschaft gefunden wird, deren Trainer ich ja viereinhalb Jahre war. Das ist gelungen.“
Neun Testspiele geplant
Am 31. Januar starten die SF Gechingen in die Vorbereitung. Den Plan hat noch Balasz Venter gemacht. Und der hat gleich neun Testspiel vereinbart – am 4. Februar (19 Uhr) gegen den VfL Herrenberg, am 11. Februar (19.30 Uhr) gegen den SV Deckenpfronn, am 15. Januar (15 Uhr) bei Croatia Reutlingen, am 18. Februar (19 Uhr) beim VfL Sindelfingen II, am 22. Februar (15.30 Uhr) gegen den SV Vaihingen, am 26. Februar (19.30 Uhr) beim FSV Deufringen, am 1. März (15 Uhr) gegen den SV Schönbronn und am 7. März (13.30 Uhr) bei der Spvgg Böblingen. „Viele Testspiele, aber wir haben auch viel Konkurrenzkampf im Kader“, sagt Kusterer.
Testspiel in Bayern
Höhepunkt ist ein dreitätiges Trainingslager Anfang Februar am Tegernsee. Dort schlagen die SF Gechingen nicht zum ersten Mal ihre Zelte auf, doch dieses Mal wird es auch ein Testspiel geben – am 7. Februar (15.30 Uhr) in Miesbach nahe des Tegernsees gegen den FC Weikertshofen. Einmal außerhalb von Baden-Württemberg zu spielen ist eine Besonderheit für die Sportfreunde, entsprechend groß ist die Vorfreude bei Kusterer. „Das wird auch sportlich interessant, weil der FC Weikertshofen ebenfalls in der Bezirksliga spielt“, sagt der neue Trainer und unterstreicht: „Ich werde auch die Mannschaft noch besser kennenlernen, wenn man drei Tage intensiv zusammen verbringt.“
Gegentore Dorn im Auge
Und wie wird Kusterer die Sportfreunde auf die Rückrunde einstellen? „Jeder Trainer ist anders und ich habe natürlich taktisch auch andere Vorlieben als Balasz Venter. Ich habe schon viele Ideen“, sagt er. Allzu viel möchte der neue Cheftrainer allerdings nicht ändern, schließlich könne bisher nicht viel falsch gelaufen sein, wenn man Tabellenführer ist. „Mir ist aber sehr wichtig, dass wir gezielter über flache Bälle in die Spitze kommen“, lässt sich der 34-Jährige schon einmal in die Karten schauen. Und auch die Anzahl an Gegentoren ist ihm mit im Schnitt 1,38 pro Spiel zu hoch. „Als Meister sollte dann eigentlich schon eine Null vor dem Komma stehen. Wir müssen ein bisschen die defensive Grundordnung ändern, damit wir nicht immer so hoch pressen müssen“, meint Kusterer
Vollkommen klar ist für ihn, dass er die SF Gechingen zum Titel führen möchte, auch wenn er sagt: „Die Liga ist enorm eng. Zwischen Platz eins und acht gibt es nur eine geringe Punktedifferenz. Der VfR Sulz hat ein Spiel weniger und wenn die das gewinnen, können die mit uns gleichziehen. Aber ich habe die Mannschaft auf Platz eins übernommen und damit ist für mich klar, dass ich auch am Ende ganz oben stehen will.“