Auf dem neuen Festplatz am Rathaus wurden die Bänke aufgestellt. Bürgermeister Marcus Türk lobt den Platz, für andere stellen sich noch Fragen. Foto: Schmidt

In Villingendorf ist ein neuer Festplatz entstanden. Bürgermeister Marcus Türk ist mit diesem hochzufrieden, im Dorf hingegen wird Kritik laut.

Die Gemeinde Villingendorf hat den Rathausplatz erweitert und damit eine neue Fest- und Parkfläche von insgesamt rund 1500 Quadratmetern geschaffen. Sie soll künftig für Veranstaltungen aller Art zur Verfügung stehen.

 

Mit dieser Maßnahme reagiert die Kommune unter anderem auf den künftigen Wegfall der bisher für Feste genutzten Fläche unterhalb der Schule. Die Schulwiese werde mit dem Neubau des Kindergartens dann teilweise den Kindern als Spielwiese dienen, erklärt Bürgermeister Marcus Türk.

Begrünung ist der letzte Schritt

Die Arbeiten neben dem Rathaus sind weitgehend abgeschlossen. Parkflächen wurden markiert, die Festplatzanschlüsse mit Wasser, Abwasser und Strom gelegt, ein Trinkbrunnen installiert und neue Bänke aufgestellt. Auch ein Verkaufsautomat, der zuvor bei „Musti’s“ stand, wurde mittlerweile dort aufgestellt. Die Begrünung im Herbst sei der letzte Schritt.

Mit dem Ergebnis zeigt sich die Verwaltung sehr zufrieden. Im Dorf hingegen wird noch diskutiert. Grund sind die Gefälle. Vom höchsten Punkt aus neigt sich der Platz in drei Richtungen: Zum Rathaus, zur Ortsdurchfahrt und langgezogen Richtung „Im Gässle“.

Neigung bei 2,5 Prozent

Besonders letzteres Gefälle stößt auf Kritik. „Da läuft ja das Bier aus dem Glas, wenn man im Zelt sitzt“, lautet einer der Kommentare. Tatsächlich beträgt die Neigung in Richtung Gässle 2,5 Prozent.

„Das entspricht der Norm, welche zwei bis drei Prozent vorgibt und ist wichtig für die Entwässerung“, betont Türk. Ohne Gefälle könne sich bei Regen das Wasser unter den Zelten stauen – „und dann wird es schnell ungemütlich nass an den Füßen“.

Nicht ganz nach Plan

Auch andere Festplätze weisen Gefälle auf. Etwa der Parkplatz neben der Mehrzweckhalle in Göllsdorf auf dem das große Saukirbezelt Platz findet. Nachgemessen habe er das Gefälle nicht, sagt Ortsvorsteher Reiner Hils. Fest stehe nur, „es ist vorhanden“. Negativ ausgewirkt habe es sich noch nie.

Gleichwohl strebte Villingendorf ursprünglich ein geringeres Gefälle an. Erst als mit den Erdarbeiten in geringer Tiefe begonnen und Starkstromkabel aus der benachbarten Trafostation zum Vorschein kamen, musste die Situation neu betrachtet werden, erläutert Türk.

Ein Tieferlegen der Stromkabel hätte einen erheblichen Aufwand mit höheren Kosten verursacht. Das Auffüllen des hinteren Bereichs der Fläche wäre möglich gewesen, allerdings hätte dann eine 1,30 Meter hohe Stützmauer in Richtung Gässle gebaut werden müssen, zuzüglich eines Zauns zur Absturzsicherung.

Teurer und unzumutbar

Dies sei nicht nur teurer, sondern für den angrenzenden Nachbarn unzumutbar gewesen. Außerdem wäre die Fläche dann so hoch, dass zur Anbindung an den Fußweg zum Gässle Treppenstufen notwendig gewesen wären.Am Ende blieb der Gemeinde, mit dem bestehenden Gefälle zu arbeiten, bittet Türk um Verständnis.

Er freue sich auf das erste Fest im Herzen von Villingendorf. Die Fläche biete einem Festzelt in der Größe 33 mal 15 Meter Raum: Platz genug für 1000 Steh- oder 500 Sitzgäste. Türk zeigte sich sicher, dass die neue multifunktionale Fläche für viele Veranstaltungen eine Bereicherung darstellt.